Großbrand in Wandlitz

Anwesen von Nazi-Monster Joseph Goebbels am Bogensee in Flammen

Am Mittwochabend kam es auf dem Gelände am Bogensee in Wandlitz zur Feuer-Katastrophe. Das Hauptgebäude scheint verloren.

Author - Florian Thalmann
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Am Mittwoch gegen 21 Uhr wurde die Feuerwehr zum Bogensee-Areal in Wandlitz alarmiert. Das Hauptgebäude steht in Flammen.
Am Mittwoch gegen 21 Uhr wurde die Feuerwehr zum Bogensee-Areal in Wandlitz alarmiert. Das Hauptgebäude steht in Flammen.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Erst vor Monaten gab es beim ehemaligen Landsitz von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels den großen Durchbruch: Berlin und die Gemeinde Wandlitz einigten sich über die Zukunft des Geländes. Doch statt Architekten musste jetzt die Feuerwehr anrücken: In der Nacht zum Donnerstag gab es auf dem Gelände einen Großbrand, die Löscharbeiten nahmen die ganze Nacht in Anspruch. Große Teile des Gebäudes, in dem sich einst auch die FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ befand, brannten nieder.

Ehemalige Jugendschule aus der DDR steht in Flammen

Schon gegen 21 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Gelände am Bogensee in Wandlitz gerufen. Der Grund: Ein Feuer im Hauptgebäude auf dem Gelände! Die Brandbekämpfer griffen schnell ein, trotzdem konnten sich die Flammen immer weiter ausbreiten. Schon am späten Abend meldeten Zeugen, dass das Gebäude verloren und nicht mehr zu retten sei. Etliche Feuerwehren waren im Einsatz – unter anderem aus Wandlitz, Klosterfelde, Zerpenschleuse und Bernau.

Das Problem: Die Witterung erschwerte die Löscharbeiten massiv. Es herrschten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Trotzdem war die Hitzeentwicklung durch den riesigen Brand so groß, dass das Löschwasser nur bedingt Wirkung zeigte, berichtete das Portal „Bernau Live“. Gegen Mitternacht brannte das Gebäude noch in voller Ausdehnung. Mitten in der Nacht kamen aufgrund der Dramatik der Situation sogar Wandlitzer Bürgermeister Oliver Borchert und Landrat Daniel Kurth zum Gelände. Sie sollen das Geschehen mit Entsetzen verfolgt haben.

Das Hauptgebäude auf dem Areal am Bodensee brannte auch um Mitternacht noch lichterloh. Beobachter sind sicher, dass das Haus verloren ist.
Das Hauptgebäude auf dem Areal am Bodensee brannte auch um Mitternacht noch lichterloh. Beobachter sind sicher, dass das Haus verloren ist.Axel Billig/Pressefoto Wagner
Das Hauptgebäude auf dem Areal am Bogensee in Wandlitz stand lichterloh in Flammen.
Das Hauptgebäude auf dem Areal am Bogensee in Wandlitz stand lichterloh in Flammen.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Eigentlich sollte vor dem geschichtsträchtigen Gelände eine glorreiche Zukunft liegen. Das Gelände am Bogensee gehörte seit 1936 dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels – er bekam die knapp 500 Hektar Land von der Stadt Berlin zu seinem 39. Geburtstag geschenkt. Im Volksmund nannte man das Blockhaus, das hier errichtet wurde, auch das „Liebesnest“ von Joseph Goebbels.

Später entstanden eine Villa mit mehr als 30 Zimmern, 40 Diensträumen, einem Kino und 60 Telefonen. Weitere Gästehäuser und Gebäude für Dienstbesprechungen folgten. Als während des Krieges die Luftangriffe auf Berlin zunahmen, wurde außerdem ein Bunker errichtet. Der NS-Minister war begeistert von dem Stückchen Land. In seinem Tagebuch soll er notiert haben: „Ein Waldidyll. Wunderbar! Ein kleiner Hügel, und von da sieht man nur Wasser, Bäume, Wiese. Und ringsum tiefe Einsamkeit.“

Die Villa von Joseph Goebbels am Bogensee steht seit 2000 leer. Gerade erst hatte Berlin das Gelände an die Gemeinde Wandlitz verschenkt.
Die Villa von Joseph Goebbels am Bogensee steht seit 2000 leer. Gerade erst hatte Berlin das Gelände an die Gemeinde Wandlitz verschenkt.GRANGER Historical Picture Archive/imago, Patrick Pleul/dpa (Montage: Saba/BK)

Seit 2000 ist das Gelände ungenutzt

Nach 1945 gehörte das Gelände wieder Berlin, nach dem Krieg wurde im Hauptgebäude, das jetzt in Flammen stand, die Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ der FDJ eingerichtet. Seit 2000 waren die Gebäude ungenutzt. Erst im Oktober wurde das Grundstück der Gemeinde Wandlitz überlassen, die Bewirtschaftungskosten von 200.000 Euro pro Jahr sollte weiterhin Berlin tragen. Die Gemeinde wollte ein Konzept für die zukünftige Nutzung erarbeiten. Was nun aus dem Gelände mit Brandruine wird: unklar.