Erst vor Monaten gab es beim ehemaligen Landsitz von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels den großen Durchbruch: Berlin und die Gemeinde Wandlitz einigten sich über die Zukunft des Geländes. Doch statt Architekten musste jetzt die Feuerwehr anrücken: In der Nacht zum Donnerstag gab es auf dem Gelände einen Großbrand, die Löscharbeiten nahmen die ganze Nacht in Anspruch. Große Teile des Gebäudes, in dem sich einst auch die FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ befand, brannten nieder.
Ehemalige Jugendschule aus der DDR steht in Flammen
Schon gegen 21 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Gelände am Bogensee in Wandlitz gerufen. Der Grund: Ein Feuer im Hauptgebäude auf dem Gelände! Die Brandbekämpfer griffen schnell ein, trotzdem konnten sich die Flammen immer weiter ausbreiten. Schon am späten Abend meldeten Zeugen, dass das Gebäude verloren und nicht mehr zu retten sei. Etliche Feuerwehren waren im Einsatz – unter anderem aus Wandlitz, Klosterfelde, Zerpenschleuse und Bernau.
Das Problem: Die Witterung erschwerte die Löscharbeiten massiv. Es herrschten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Trotzdem war die Hitzeentwicklung durch den riesigen Brand so groß, dass das Löschwasser nur bedingt Wirkung zeigte, berichtete das Portal „Bernau Live“. Gegen Mitternacht brannte das Gebäude noch in voller Ausdehnung. Mitten in der Nacht kamen aufgrund der Dramatik der Situation sogar Wandlitzer Bürgermeister Oliver Borchert und Landrat Daniel Kurth zum Gelände. Sie sollen das Geschehen mit Entsetzen verfolgt haben.


Eigentlich sollte vor dem geschichtsträchtigen Gelände eine glorreiche Zukunft liegen. Das Gelände am Bogensee gehörte seit 1936 dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels – er bekam die knapp 500 Hektar Land von der Stadt Berlin zu seinem 39. Geburtstag geschenkt. Im Volksmund nannte man das Blockhaus, das hier errichtet wurde, auch das „Liebesnest“ von Joseph Goebbels.
Später entstanden eine Villa mit mehr als 30 Zimmern, 40 Diensträumen, einem Kino und 60 Telefonen. Weitere Gästehäuser und Gebäude für Dienstbesprechungen folgten. Als während des Krieges die Luftangriffe auf Berlin zunahmen, wurde außerdem ein Bunker errichtet. Der NS-Minister war begeistert von dem Stückchen Land. In seinem Tagebuch soll er notiert haben: „Ein Waldidyll. Wunderbar! Ein kleiner Hügel, und von da sieht man nur Wasser, Bäume, Wiese. Und ringsum tiefe Einsamkeit.“






