Sie sehen harmlos aus, schmecken nach Süßigkeiten oder Früchten und sind überall erhältlich: E-Zigaretten, sogenannte Vapes, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auch in Berlin. Jugendliche greifen zunehmend zu den Ersatz-Zigaretten.
E-Zigaretten dürfen nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden
Aber: In Deutschland ist es seit 2016 verboten, E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche zu verkaufen. Auch der Konsum ist Minderjährigen nicht erlaubt. Doch viele halten sich nicht dran. Weder Jugendliche noch Händler. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf greift deswegen zu einem interessanten Mittel. In den nächsten Wochen werden im Osten der Hauptstadt junge Lockvögel in den Läden unterwegs sein.
Gordon Lemm (48, SPD), Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, erklärt: „Wir kriegen Hinweise aus der Bevölkerung, dass bestimmte Läden – das sind nicht alle, das darf an der Stelle auch mal gesagt sein – explizit an Kinder und Jugendliche verkaufen. Da geht es darum, denen habhaft zu werden und den Jugendschutz durchzusetzen.“
Lemm ergänzt: „Letztendlich kann man keine 24/7‑Überwachung haben. Aber ich würde zumindest gern zeigen – das war auch das, was mir von Eltern gespiegelt wurde –, dass wir als Staat, als Institution, den Blick darauf haben und darauf achten. Denn nichts ist schlimmer, als wenn Gesetzesverstöße oder schwierige Dinge, die Kinder und Jugendliche belasten, einfach ignoriert werden und nichts passiert. Darum geht es: ein Zeichen zu setzen.“

Das Rauchen der sogenannten Vapes ist längst ein Trend, aber auch sie enthalten Nikotin, das abhängig machen kann und die Gehirnentwicklung junger Menschen beeinträchtigt. Nikotinfreie Liquids gelten nicht als unbedenklich, da sie Schadstoffe freisetzen können.
Lemm: „Es ist quasi das neue Zigarettenrauchen oder Kiffen, das muss man so sagen. Wo wir bei uns Armuts-Ballungszentren haben, also Hellersdorf-Nord und Marzahn-Nord, ist das sehr stark ausgeprägt. Mir wird das auch von den Schulen so zurückgespiegelt, dass das ein Problem ist: dass die Kids zum Teil etwas mit zur Schule bringen, dann draußen rauchen etc. und auch in der Öffentlichkeit damit stark zu sehen sind. Das gilt eher so als Normalität.“
Die Lockvögel stammen übrigens nicht aus Marzahn-Hellersdorf. Lemm erklärt, warum: „Sie kommen aus anderen Bezirken, einfach deshalb, weil es sich manchmal um entsprechende Strukturen handelt: Verkaufsstände, Spätis, Shisha-Bars, was auch immer. So soll ausgeschlossen werden, dass man sich zufällig über den Weg läuft. Das ist einfach zum Schutz der Kinder und Jugendlichen selbst.“
Welche Strafen drohen Händler beim Verkauf?
Bleibt die Frage, welche Strafen Verkäufern drohen, sollten die Lockvögel zuschnappen. Lemm: „Es können gewerberechtliche Sachen sein, wenn zum Beispiel nicht verzollt ist oder Sachen angeboten werden, die man eigentlich nicht darf oder an bestimmten Tagen.“





