Freie Fahrt statt Dauerstau

Baustellen‑Sheriffs sollen in Berlin Ordnung schaffen

Schluss mit Dauerstau! Baustellen‑Sheriffs nehmen Berlins Geisterbaustellen ins Visier, mit Kontrollen, Bußgeldern und klaren Regeln.

Author - Sebastian Karkos
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Dieses (Baustellen-)Schild verspricht in der Regel nichts Gutes.
Dieses (Baustellen-)Schild verspricht in der Regel nichts Gutes.Stefan Sauer/DPA

Berlin und seine Geisterbaustellen. Der KURIER hat mehrfach über Bauarbeiten berichtet, bei denen sich seit Monaten – teils seit Jahren – nichts mehr tut. Absperrgitter rosten vor sich hin, Fahrbahnen sind verengt, Parkplätze blockiert. Wahrscheinlich kennt jeder Berliner mindestens eine Baustelle, an der scheinbar niemand mehr arbeitet – außer der Zeit....

Kontrollgruppe nimmt Baustellen unter die Lupe

Damit soll in der Hauptstadt bald Schluss sein. Der Senat nimmt die Dauerbaustellen jetzt gezielt ins Visier und schickt eine neue Truppe los: eine Art Baustellen‑Sheriffs, die Ordnung auf Berlins Straßen durchsetzen sollen.

Eine Kontrollgruppe aus Polizei, Ordnungsämtern und Verkehrsverwaltung nimmt Baustellen ab sofort systematisch unter die Lupe. Die Gruppe soll prüfen, ob Baustellen an Straßen genehmigt und vorschriftsmäßig eingerichtet sind und ob die Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Verstöße werden dokumentiert und gemeldet. Es drohen Bußgelder – oder sogar der Abbau der Baustelle.

Die Vereinsstraße in Berlin-Johannisthal ist vor knapp einem Jahr an dieser Stelle abgesackt - seitdem tut sich so gut wie nichts auf dieser Baustelle.
Die Vereinsstraße in Berlin-Johannisthal ist vor knapp einem Jahr an dieser Stelle abgesackt - seitdem tut sich so gut wie nichts auf dieser Baustelle.ZVG

Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Konsequenzen. Verstöße werden dokumentiert und an die zuständigen Stellen gemeldet. Die Palette möglicher Sanktionen reicht von Bußgeldern bis hin zum teilweisen oder vollständigen Abbau der Baustelle – dann, wenn sie ohne ersichtlichen Grund weiter den Verkehr behindert.

Doch es bleibt nicht bei Kontrollen vor Ort. Der Senat plant zusätzlich eine digitale Echtzeit‑Übersicht über alle Baustellen in der Stadt. Helfen sollen dabei unter anderem BVG‑Busse, die mit spezieller Technik ausgestattet werden. Während sie durch die Stadt fahren, erfassen sie automatisch Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen.

Ziel ist eine lückenlose, automatisierte Kontrolle in Echtzeit. So lässt sich vergleichen, ob Zustand, Größe, Lage und Ausschilderung einer Baustelle tatsächlich dem entsprechen, was genehmigt wurde. Änderungen, die nie angezeigt wurden, sollen schneller auffallen – und den Baustellen‑Sheriffs gemeldet werden.

Auch für die Berliner soll sich etwas ändern. Künftig sollen an allen Baustellen verpflichtende Informationen bereitstehen: Wer baut hier? Warum? Wie lange soll es dauern? Und falls es Verzögerungen gibt: Warum – und bis wann? Diese Angaben sollen gut sichtbar vor Ort hängen oder online abrufbar sein.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Glauben Sie, dass die Maßnahmen des Senats helfen, Geisterbaustellen verschwinden zu lassen? Bitte schreiben Sie uns per Mail: leser-bk@berlinerverlag.com