Die Hitzewelle hat uns voll im Griff: Von Deutschland bis nach Frankreich und England ist es derzeit 10 bis 15 Grad wärmer als normal. Jetzt mischt sich auch Corona-Minister Karl Lauterbach in die Debatte ein. Als Kommentar auf einen X-Post des US-Klima-Analysten Colin McCarthy schreibt der SPD-Politiker: „In dieser Hitzewelle werden viele Menschen leider sterben.“ Und fügt hinzu: „Es ist bestürzend, dass sich rechte Schwurbler darüber lustig machen.“
Karl Lauterbach mischt sich in Hitze- und Klima-Debatte ein
Meteorologe Dominik Jung spricht von einem „Heat Dome“, der bei uns für Rekordhitze von 40 Grad sorgt. „Wir brechen täglich für den Juni neue Rekorde“, erklärt er und warnt: „Auch den Allzeitrekord von 39,6 Grad für Juni dürften wir in den kommenden sieben Tagen überbieten.“
Der US-Klima-Analyst Colin McCarty von der Plattform US Stormwatch spricht auf X sogar von einer der schlimmsten Hitzewellen in der Geschichte Europas. Seine prognostizierten Höchsttemperaturen für diese Woche: Frankreich (45 Grad), Paris (41 Grad), London (39 Grad), Amsterdam (34 Grad), Berlin (38 Grad).
Doch in den Kommentaren gibt es sofort heftigen Gegenwind. Das Wetter sei normal, es sei schließlich Sommer. „Sensationsgieriger Blödsinn – wie viel verdienst du denn mit diesem Klimaschwindel?“, schreibt ein User namens Poliorketes. „Früher wurde die Temperatur im Schatten gemessen! Das ist doch totaler Quatsch!!!!“, postet ein Account namens The Moon Protocol.
Irgendwann scheint Karl Lauterbach der Kragen geplatzt zu sein. Ein paar Stunden nach dem Originalpost von Colin McCarty kommentiert er: „In dieser Hitzewelle werden viele Menschen leider sterben. Es ist bestürzend, dass sich rechte Schwurbler darüber lustig machen.“
18 Worte, die die Debatte in Deutschland erst recht befeuern. „Das heisst faktisch, dass sich linke Schwurbler darüber lustig machen dürfen?? Ach jaaaaaa ... Schwurbler sind ja ausschließlich rechts. Wie bescheuert ...“, heißt ein Post. „Selbst in Europa sterben 10x mehr Menschen durch Kälte als durch Hitze. Falls es Ihnen tatsächlich jemals um Menschenleben gegangen ist oder ginge (was ich nicht glaube), warum interessieren Sie sich nicht für die?“, kommntier ein anderer.
In dieser Hitzewelle werden viele Menschen leider sterben. Es ist bestürzend, dass sich rechte Schwurbler darüber lustig machen. https://t.co/XIdaj62uHm
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) June 22, 2026
„Wir werden alle sterben!!!! Dann brauchen wir uns also keine Gedanken um Krieg, Klima oder Demokratie machen. Also hoch die Tassen!!!“, schreibt Bender12. „Wie kommen Sie zu der Unterstellung, es würde sich jemand über Hitzetote lustig machen, nur weil man die Klimalüge nicht mehr glaubt?“, fragt Nici Irgendwie. Und schon bald kippt die Diskussion Richtung Corona: „Gibt es auch schon eine Impfung gegen Hitze?“, will AugenZuUndDurch wissen.
In Spanien sind im vergangenen Monat 101 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben – so viele wie noch nie seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen vor über zehn Jahren. Das teilte das spanische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Zahl liege 3,6‑mal höher als der Durchschnitt der Hitzetoten im Mai der vergangenen Dekade. Die Behörden warnen vor „deutlichen Auswirkungen von Hitzeperioden schon vor dem Sommer“ und sehen die Entwicklung mit großer Sorge.
Wegen der Hitze: In Frankreich bleiben Hunderte Schulen geschlossen
Auch Frankreich ächzt unter einer brutalen Hitzewelle: Über 40 Grad treiben das Land am Montag an den Rand des Ausnahmezustands. In Bordeaux sollen die Temperaturen auf bis zu 43 Grad klettern. Die Folgen sind massiv: Mehr als 800 Schulen blieben geschlossen, weitere 1800 verkürzten den Unterricht. Erst gegen Ende der Woche rechnen Meteorologen mit etwas Entspannung.
Die Hitze hält Frankreich bereits seit Tagen fest im Griff. In der Region Gironde starben am Wochenende drei ältere Menschen (80 bis 95 Jahre) – die Behörden führen die Todesfälle auf die für Juni extremen Temperaturen zurück.
Auch Deutschland hat die Hitzwelle fest im Griff. „Wann endet der Hitze-Wahnsinn?“, fragt Meteorologe Dominik Jung in seinem aktuellen Wettervideo. Und fügt hin: „Das kann man aktuell seriös nicht vorhersagen.“ Mindestens sieben weitere Tage Hitze seien aber sicher.

Der heutige Montag zeigt sich im Norden Deutschlands noch vergleichsweise angenehm: 22 Grad an der Ostsee, 26 Grad in Thüringen und 27 Grad in Berlin. Doch der Süden glüht. Am heißesten ist es im Südwesten mit 37 Grad.
Am Dienstag sieht Dominik Jung große Hitze in der Mitte und im Süden Deutschlands (wieder bis zu 38 Grad), hier sei es auch drückend schwül. Im Norden werden die 30 Grad nicht geknackt, im Nordosten werden es 27 bis 29 Grad, die Ostsee verharrt bei 22 Grad.
Am Tag darauf nimmt die Hitzewelle wieder Fahrt auf. Bis auf die Ostsee (27 Grad) steigen die Temperaturen überall in Deutschland auf über 33 Grad. Hitze-Spitze: rund 39 Grad im Rhein-Main-Gebiet. In Berlin werden am Mittwoch 31 Grad erwartet. Am Donnerstag ändert sich nichts – diesmal werden die 39 Grad im äußersten Südwesten erreicht.
Am Wochenende könnte der Hitzerekord geknappt werden
Der Wetterbericht für Freitag bringt den Start in das Ober-Hitzehammer-Wochenende. „34 bis knapp 40 Grad Richtung Südwesten“, sagt Dominik Jung voraus. Bisheriger Allzeit-Juni-Rekord: 39,6 Grad. In Berlin werden am Freitag 35 Grad erwartet, in Köln 37 Grad, in Bayern 34 bis 36 Grad.
Am Samstag wird auch an der Ostsee die 30-Grad-Marke geknackt. 33 Grad werden für Rügen vorhergesagt. Berlin heizt sich auf 37 Grad auf, das Rhein-Main-Gebiet bleibt bei 40 Grad. Und es könnte zeitweise stürmisch werden: Neue Schauer und Gewitter ziehen auf.




