Wird es ein Mückensommer oder ein Wespensommer? Viele Berliner haben derzeit einen klaren Eindruck: Es krabbelt und sticht schon, lange bevor die Hochsaison überhaupt begonnen hat – und zwar vor allem wegen der Mücken. Während in Parks und auf Balkonen bereits fleißig gekratzt wird, halten sich Wespen bislang auffallend zurück. Ein Zufall ist das nicht.
Warum Mücken dieses Jahr früh und stark auftreten
Als ob die Eichenprozessionsspinner-Plage nicht gereicht hätte, hat auch noch die Mückensaison 2026 ungewöhnlich früh begonnen. Experten führen das vor allem auf den milden Winter zurück: Es gab kaum längere Frostphasen, viele Insekten konnten problemlos überleben. Gleichzeitig startete der Frühling mit vergleichsweise warmen Temperaturen. Pflanzen blühen früher, Tiere werden früher aktiv – und damit eben auch Stechmücken.
Entscheidend ist zudem das Zusammenspiel aus Wärme und Feuchtigkeit. Genau diese Mischung herrschte in den vergangenen Wochen auch in Berlin und Brandenburg: Auf warme Tage folgten immer wieder Regenfälle.

Für Mücken ideale Bedingungen, denn ihre Entwicklung ist an Wasser gebunden. Pfützen, Regentonnen oder auch Untersetzer auf Balkonen werden schnell zu Brutstätten. Schon nach rund drei Wochen kann aus Eiern eine neue Generation werden, und eine einzelne Mücke legt bis zu 400 Eier. Steigen die Temperaturen weiter, beschleunigt sich dieser Prozess zusätzlich. So können sich innerhalb eines Sommers mehrere Generationen entwickeln.
Warum Wespen noch auf sich warten lassen
Während Mücken also bereits Hochkonjunktur haben, bleiben Wespen aktuell noch im Hintergrund. Das liegt vor allem an ihrem Jahresrhythmus. Ihre Population wächst langsamer und erreicht ihren Höhepunkt meist erst im Hoch- und Spätsommer. Erst dann sind die Staaten groß genug, damit viele Tiere gleichzeitig auf Nahrungssuche gehen – und genau dann werden sie für Menschen wirklich lästig.

Auch das Wetter spielt eine Rolle: Wespen profitieren eher von länger anhaltender Hitze und trockenen Phasen. Erst wenn diese Bedingungen stabil bleiben, nehmen Sichtbarkeit und Aktivität deutlich zu. Etwa auf Kuchenbuffets, Grillpartys oder in Biergärten. Dass sie jetzt noch selten sind, heißt leider nicht, dass das so bleibt.


