Plagegeister in der Hauptstadt

Sommer 2026: Ist es ein Wespen- oder Mückenjahr? Diese Insekten terrorisieren Berlin

Berlin kratzt sich: Die Mücken sind 2026 früh da – und es könnten noch mehr werden.

Author - Sharone Treskow
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Mücken sind auf dem Vormarsch in Berlin. Wird es ein mückenreicher Sommer? (Symbolfoto)
Mücken sind auf dem Vormarsch in Berlin. Wird es ein mückenreicher Sommer? (Symbolfoto)Evgeniia Gordeeva/Imago

Wird es ein Mückensommer oder ein Wespensommer? Viele Berliner haben derzeit einen klaren Eindruck: Es krabbelt und sticht schon, lange bevor die Hochsaison überhaupt begonnen hat – und zwar vor allem wegen der Mücken. Während in Parks und auf Balkonen bereits fleißig gekratzt wird, halten sich Wespen bislang auffallend zurück. Ein Zufall ist das nicht.

Warum Mücken dieses Jahr früh und stark auftreten

Als ob die Eichenprozessionsspinner-Plage nicht gereicht hätte, hat auch noch die Mückensaison 2026 ungewöhnlich früh begonnen. Experten führen das vor allem auf den milden Winter zurück: Es gab kaum längere Frostphasen, viele Insekten konnten problemlos überleben. Gleichzeitig startete der Frühling mit vergleichsweise warmen Temperaturen. Pflanzen blühen früher, Tiere werden früher aktiv – und damit eben auch Stechmücken.

Entscheidend ist zudem das Zusammenspiel aus Wärme und Feuchtigkeit. Genau diese Mischung herrschte in den vergangenen Wochen auch in Berlin und Brandenburg: Auf warme Tage folgten immer wieder Regenfälle.

Die gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist dieses Jahr besonders früh in Berlin unterwegs.
Die gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist dieses Jahr besonders früh in Berlin unterwegs.Niehoff / Imago

Für Mücken ideale Bedingungen, denn ihre Entwicklung ist an Wasser gebunden. Pfützen, Regentonnen oder auch Untersetzer auf Balkonen werden schnell zu Brutstätten. Schon nach rund drei Wochen kann aus Eiern eine neue Generation werden, und eine einzelne Mücke legt bis zu 400 Eier. Steigen die Temperaturen weiter, beschleunigt sich dieser Prozess zusätzlich. So können sich innerhalb eines Sommers mehrere Generationen entwickeln.

Warum Wespen noch auf sich warten lassen

Während Mücken also bereits Hochkonjunktur haben, bleiben Wespen aktuell noch im Hintergrund. Das liegt vor allem an ihrem Jahresrhythmus. Ihre Population wächst langsamer und erreicht ihren Höhepunkt meist erst im Hoch- und Spätsommer. Erst dann sind die Staaten groß genug, damit viele Tiere gleichzeitig auf Nahrungssuche gehen – und genau dann werden sie für Menschen wirklich lästig.

Die Berliner sind leider noch nicht aus dem Schneider, was Wespen angeht.
Die Berliner sind leider noch nicht aus dem Schneider, was Wespen angeht.Mis / Imago

Auch das Wetter spielt eine Rolle: Wespen profitieren eher von länger anhaltender Hitze und trockenen Phasen. Erst wenn diese Bedingungen stabil bleiben, nehmen Sichtbarkeit und Aktivität deutlich zu. Etwa auf Kuchenbuffets, Grillpartys oder in Biergärten. Dass sie jetzt noch selten sind, heißt leider nicht, dass das so bleibt.

Kein Entweder-oder – aber eine klare Tendenz

Ein striktes „Mücken- oder Wespensommer“ gibt es übrigens offiziell nicht. Beide Arten können grundsätzlich gleichzeitig häufig auftreten. Doch je nach Wetter verschieben sich die Kräfteverhältnisse deutlich. 2026 spricht zum jetzigen Zeitpunkt vieles für einen starken Mückenstart – mit der Möglichkeit, dass die Wespen erst später nachziehen.

Für Berliner bedeutet das: Der Sommer beginnt mit Stichen – und könnte erst später mit summenden Gästen am Kaffeetisch weitergehen. Wie ist Ihr Eindruck bisher? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.