Für viele Familien sind Erdbeerfelder, auf denen man die süßen Früchte selber pflücken kann, ein herrliches Ausflugsziel für den Sommer. Doch ein Landwirt in Sachsen zieht nun die Reißleine! Auf einem beliebten Erdbeerfeld bei Hoyerswerda dürfen Kinder unter 12 Jahren jetzt nicht mehr pflücken – denn die wirtschaftlichen Schäden, die dadurch verursacht werden, sind zu groß. Wir wollen dazu Ihre Meinung hören: Ist diese Maßnahme gerechtfertigt – oder geht das zu weit?
Pflück-Verbot für Kinder sorgt in Sachsen für Wirbel
Das neue Pflück-Verbot sorgt vor allem in Sachsen seit Tagen für Wirbel. Es geht um das Erdbeerfeld des Bauern Kubitz Bröthen bei Hoyerswerda – hier wurden einige Familien, die bereits Erdbeeren pflücken wollten, schon von der neuen Regel überrascht.
„Wir kommen seit über fünf Jahren regelmäßig zum Erdbeerfeld Kubitz und waren immer gerne dort“, schreibt etwa eine Frau in einer Facebook-Gruppe für Anwohner von Hoyerswerda und Umgebung. „Umso enttäuschter sind wir über die neue Regel, dass Kinder unter 12 Jahren keine Erdbeeren pflücken dürfen.“
Die Entscheidung sei „alles andere als familienfreundlich“. Aber: Was steckt überhaupt dahinter? Obstbauer Edmund Kubitz hat das Verbot ausgerufen, weil in der Vergangenheit immer wieder Erdbeerpflanzen zertrampelt wurden, sagte er gegenüber dem MDR. Das habe zu erheblichen Ernteverlusten geführt – und inzwischen sei die Situation so schlimm geworden, dass er Grenzen setzen musste, um seine Existenz zu schützen.

Das Problem ist simpel: Kubitz habe beobachtet, dass Kinder oft die Reihe wechseln, wenn sie in der nächsten Pflanzenreihe eine besonders schöne, rote Erdbeere entdecken.
Doch oft sind die Beine einfach nicht lang genug. Die kleinen Besucher latschen also einfach durch die Pflanzen oder schaffen es nicht, darüber zu steigen – die Erdbeeren werden zertrampelt. Doch das Zerstören der Pflanzen durch noch etwas ungeschickte Kinder ist nur eines von mehreren Problemen der Selbstpflückbetriebe.
Das Erdbeerfeld ist kein Buffet für Familien
Zwischen den Pflanzenreihen wird nämlich auch ordentlich genascht! Bei vielen Besuchern gilt die Regel: Eine Beere ins Körbchen, eine in den Mund. Erlaubt ist das nicht, die meisten Landwirte sehen aber darüber hinweg. Aber: Für einige Familien werde das Feld zum All-You-Can-Eat-Buffet.
Es wird eine große Menge Erdbeeren gegessen, aber nur wenige werden am Ende im Körbchen bezahlt. Die Verluste dadurch sind riesig – und für einige Betriebe nur noch über Pflück-Pauschalen zu stemmen. Dann wird quasi ein Eintritt von fünf Euro fällig, wenn es aufs Feld geht.

Keine Erdbeeren für Kinder: Viel Zuspruch für den Bauern
Für den Landwirt gab es aufgrund des Verbots heftige Kritik, sagte er der „Sächsischen Zeitung“. „Ich wurde schon häufig von Eltern beschimpft, weil ich deren Kindern, die noch nicht zwölf Jahre alt sind, den Zutritt zum Erdbeerfeld verwehrt habe.“
Auf der besagten Facebook-Seite pflichten viele Menschen dem Bauern aber bei. „Es ist immer noch ein landwirtschaftlicher Betrieb und kein kostenloses Kinderparadies, wie manche Eltern glauben“, heißt es etwa in einem Kommentar. Ein anderer: „Es ist letztlich seine Existenz. Und wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder ordentlich zu beaufsichtigen oder gar einfache Regeln beizubringen, dann halt so.“


