Wer soll das bezahlen?

Preis-Horror bei den Erdbeeren: Acht Euro pro Kilo dieses Jahr normal!

Erdbeeren werden 2026 deutlich teurer: Experten warnen vor Preisen von bis zu 12 Euro pro Kilo. Das steckt hinter dem Preis-Schock.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Erdbeeren sind lecker und beliebt, aber 2026 auch leider sehr teuer. Die Preise werden laut Experten im Vergleich zu den Vorjahren ordentlich steigen.
Erdbeeren sind lecker und beliebt, aber 2026 auch leider sehr teuer. Die Preise werden laut Experten im Vergleich zu den Vorjahren ordentlich steigen.Zoonar/imago

Na, sind Sie auch schon an den duftenden Verkaufsständen für Erdbeeren vorbeigekommen? Überall im Land tauchten die roten Hütten aktuell wieder auf, der Geruch der süßen Früchte quillt schon daraus hervor. Und auch den Weg in die Supermärkte haben die Beeren bereits gefunden. Wer allerdings auf die Preise guckt, dem könnte der Appetit schnell vergehen. Der Vizepräsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg warnte jetzt vor den hohen Preisen.

Erdbeer-Preise nicht viel niedriger als 8 Euro pro Kilo

Gibt es in diesem Jahr Hoffnung für Erdbeer-Fans – und werden die süßen Früchte mal wieder günstig? Wer das geglaubt hat, der wird leider eines Besseren belehrt werden. Thomas Bröcker vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg hat bereits vor den hohen Preisen gewarnt: Erdbeeren aus dem heimischen Anbau seien in diesem Jahr relativ teuer. Die ersten Ernten seien bei einem Preis von rund 6 Euro pro Pfund – das entspricht einem Kilopreis von 12 Euro.

Im Laufe der Erdbeersaison wird es dann meist etwas günstiger. Doch Bröcker stellt klar: „Weit unter 8 Euro je Kilo wird es nicht gehen.“ Der Grund: Die Landwirte haben mit hohen Produktionskosten zu kämpfen. Rund 60 Prozent der Investitionen gehen demnach in die Löhne. Die Verbraucher müssen es zahlen, wenn sie Lust auf die Beeren haben.

Besonders heftig fällt einem der hohe Preis der Erdbeeren auf, wenn man mit den vergangenen Jahren vergleicht. Laut Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft lag der Preis für ein Kilogramm Erdbeeren aus heimischem Anbau im vergangenen Jahr bei 6,90 Euro.

An den ersten Verkaufsständen für Erdbeeren wurden die Geschäfte bereits aufgenommen. Doch die Preise fallen in diesem Jahr wieder höher aus.
An den ersten Verkaufsständen für Erdbeeren wurden die Geschäfte bereits aufgenommen. Doch die Preise fallen in diesem Jahr wieder höher aus.Christoph Reichwein/dpa

Blickt man weiter zurück, wird es noch schmerzhafter: Im Vergleich zum Jahr 2015 ist von einem Preisanstieg von rund 70 Prozent die Rede. 2015 lag der durchschnittliche Preis pro Kilogramm noch bei 3,90 Euro, 2024 bei 6,65 Euro. Wer soll sich das noch leisten?

Selber pflücken wird immer mehr zum Trend

Man darf gespannt sein, ob die Verbraucher beim Erdbeerverkauf auch dieses Jahr kräftig zulangen – oder ob sie die hohen Preise wie auch bei der Schokolade vor Ostern eher mit Zurückhaltung quittieren. Einzige Option, um es etwas günstiger zu bekommen: Selber pflücken! Das bieten laut Verband inzwischen immer mehr Betriebe an, weil dadurch die Lohnkosten nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Die hohen Preise für Erdbeeren führen dazu, dass immer mehr Betriebe die Selbstpflücke anbieten. Denn so lassen sich zumindest die hohen Personalkosten für die Ernte sparen.
Die hohen Preise für Erdbeeren führen dazu, dass immer mehr Betriebe die Selbstpflücke anbieten. Denn so lassen sich zumindest die hohen Personalkosten für die Ernte sparen.Zoonar/imago

Wie wird die Erdbeer-Ernte überhaupt ausfallen? Immerhin ist das Wetter in diesem Jahr sehr durchwachsen – und auch im April gab es noch einmal Kälte. Bröcker gibt Entwarnung: Zwar können die Temperaturen einzelne Schäden verursacht haben, insgesamt rechnet der Obst-Experte aber mit normalen Erträgen.

Anbauflüchen für Erdbeeren gingen stark zurück

Allerdings sind die Anbauflächen in Brandenburg in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Offiziell eröffnet wird die Erdbeersaison in diesem Jahr am 28. Mai auf dem Spreewaldhof Niewitz (Kreis Dahme-Spreewald).

Geben Sie in diesem Jahr Geld für Erdbeeren aus? Oder gehen Sie lieber selber pflücken? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!