Der Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow läuft weiter – nachdem es in dieser Woche wieder eine Verhandlung gab, ist der nächste Termin für den 21. Mai angesetzt. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden und bei der Suche nach der Wahrheit helfen. Neben der Tatverdächtigen Gina H. steht dabei auch eine Frau im Rampenlicht: Fabians Mama Dorina L., die als Nebenklägerin am Prozess teilnimmt. Die Aussagen mehrerer Zeugen sorgten bei ihr bei der vergangenen Verhandlung für Tränen – und werfen bei Prozessbeobachtern im Fall Fabian aus Güstrow weitere Fragen auf.
Mord an Fabian aus Güstrow: Wer ist der Täter?
Wer hat den kleinen Fabian aus Güstrow getötet? Es ist die zentrale Frage, um die es im Mordprozess vor dem Landgericht Rostock geht. Die 30 Jahre alte Gina H. muss sich vor Gericht verantworten – sie ist die Ex-Freundin von Fabians Vater, soll laut Staatsanwaltschaft verantwortlich für den Tod des Jungen sein.
Die Ermittler sind sicher, dass sie den acht Jahre alten Fabian am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen tötete. Ob es wirklich stimmt, soll nun geklärt werden. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Die eigentliche Klärung der Frage, wer den Jungen getötet hat, rückte beim letzten Verhandlungstermin dann aber zumindest kurzzeitig in den Hintergrund. Denn eine Lehrerin von Fabian und die Mutter seiner besten Freundin wurden in den Zeugenstand gerufen.
Ihre Aussagen sorgten für Wirbel. Und für Tränen bei Fabians Mutter Dorina L. Die Mutter von Fabians Freund sagte etwa vor Gericht aus, dass Fabian ein sehr lieber Junge war, der aber auch sehr verschlossen war. „Der Junge hat nach Liebe gesucht“, sagte sie bei der Befragung vor Gericht.
Heftige Aussagen im Prozess um Fabian aus Güstrow
Am Dienstag vor seinem Verschwinden sei Fabian bis abends zum Spielen bei seinem Freund gewesen, habe auch am Wochenende bei der Familie übernachten wollen. Die Mutter seines Freundes habe ihn nach seiner Mutter gefragt. „Ich glaube, meine Mutti ist froh, wenn ich nicht da bin“, soll der Junge geantwortet haben.
Außerdem habe er sich ungeliebt gefühlt. Auf die Frage, von wem, antwortete die Zeugin laut Berichten: „Von seiner Mutter.“ Fabians Mama Dorina L. brach daraufhin im Gerichtssaal in Tränen aus, schildern Beobachter des Prozesses.

Und die Vorwürfe gegen Dorina L. wurden noch schlimmer. Die Zeugin wirft ihr vor, nicht fürsorglich gewesen zu sein. „Der Junge wollte nicht nach Hause“, sagte sie. Fabian habe sich sein Essen selbst kaufen und zubereiten müssen. Auch Fabians Lehrerin sagte aus – und überraschte mit einem Statement. „Fabian kam oft allein zur Schule. Er hatte oft auch Schulmaterialien nicht dabei“, sagte sie. Der Junge habe oft einen schwierigen Start in den Tag gehabt.“ Allerdings sei er trotzdem ein toller Schüler gewesen. „Er war ein besonderer Teil unserer Klasse.“
Fabians Mama Dorina L. will Gerechtigkeit für ihren Sohn
Es sind harte Aussagen, die sich Fabians Mama Dorina L. gefallen lassen muss. Und die zugleich Fragen aufwerfen und schrecklich sind. Denn wie viel muss die Frau, die ihren Sohn durch einen brutalen Mord verlor, noch ertragen? In einem Interview hatte sie zuletzt gesagt, dass sie gerade jeden Verhandlungstag für ihren Sohn mitmacht. „Ich mache das für Fabi. Ich möchte für Fabian Gerechtigkeit – und das wird sich nicht ändern.“


