Wer in diesen Tagen in den Süden aufbricht, sollte sich auf einiges gefasst machen. Eine außergewöhnliche Hitzewelle hat weite Teile Europas im Griff, vielerorts klettern die Temperaturen auf 40 Grad und mehr. In den beliebtesten Urlaubsländern bedeutet das nicht nur Schwitzen am Strand, sondern auch geschlossene Schulen, abgesagte Veranstaltungen und gestrichene Zugverbindungen. Wir zeigen, was in welchem Land los ist.
Der Höhepunkt der Hitze steht noch bevor
Besonders heftig trifft es Spanien. Auslöser ist warme, trockene Luft aus Afrika, die nach Norden zieht. Laut dem EU-Klimadienst Copernicus gehört das Land zu den am stärksten betroffenen Gebieten, in den heißesten Regionen sind 40 bis 45 Grad möglich, wie Euronews berichtet. Am Sonntag galt für 13 der 17 Regionen die zweithöchste Alarmstufe, im nördlichen Baskenland sogar die höchste.
Montag und Dienstag werden nach Angaben des Wetterportals Meteored die härtesten Tage, vielerorts sinken die Temperaturen selbst nachts nicht unter 25 Grad. Der Meteorologe José Antonio Maldonado warnte im Radiosender COPE: „Wir haben den Gipfel noch nicht erreicht." Wie ernst die Lage ist, zeigt ein prominentes Beispiel: In Madrid sagten Stadtrat und Fußballverband RFEF das geplante Public Viewing zum WM-Spiel gegen Saudi-Arabien ab, nachdem die Wetterbehörde AEMET vor bis zu 40 Grad gewarnt hatte. Fans sollten das Spiel lieber in klimatisierten Räumen verfolgen.
Auch Frankreich ächzt unter der Glut. Der Wetterdienst Météo France rief für 35 Départements die höchste Warnstufe Rot aus. Am Montag bleiben landesweit 845 Grund- und Mittelschulen geschlossen oder im Notbetrieb, rund 1.800 weitere schicken ihre Schüler am frühen Nachmittag nach Hause.
Wichtig für Bahnreisende: Die französische Bahn SNCF hat vorsorglich Züge gestrichen, bis Montag sind 71 Intercités-Verbindungen betroffen, vor allem von Paris in die Mitte und den Süden des Landes. Grund ist die Sorge vor ausfallenden Klimaanlagen in älteren Wagen.

Für Adria-Urlauber besonders relevant: Auch Kroatien steckt mitten in der Hitzewelle. Der staatliche Wetterdienst DHMZ hat seine Warnung für die Region Rijeka an der Nordadria ab Montag auf die orange Stufe 2 angehoben, was große Gefahr bedeutet. Für die Region Split gilt ab Dienstag ebenfalls oranger Alarm. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 32 und 35 Grad, durch den Föhneffekt der Bura kühlt es an manchen Küstenabschnitten auch nachts kaum ab.
Griechenland, Polen und Tschechien: Brände und Unwetter
Auf der griechischen Insel Euböa wütete der erste größere Waldbrand des Jahres, der inzwischen gelöscht ist. In Tschechien und Polen kippte das Wetter in heftige Unwetter: Allein am Samstag rückte die tschechische Feuerwehr nach Angaben des Bayerischen Rundfunks zu mehr als 700 Einsätzen aus, Bäume stürzten auf Straßen und Gleise, Keller liefen voll.


