Der Sommer hat den Turbo eingelegt, die Temperaturen steigen hoch bis weit über 30 Grad, es gibt amtliche Warnungen vor extremer Hitze. Für viele Menschen ist dieses Wetter eine enorme Belastung – nicht nur unangenehm, sondern im Extremfall sogar lebensgefährlich. Damit Sie gut durch die heißen Tage kommen, hier die wichtigsten Empfehlungen von Gesundheits-Experten für Herz und Kreislauf an heißen Tagen.
So wirkt Hitze auf Herz und Kreislauf
Hohe Temperaturen führen dazu, dass sich die Blutgefäße erweitern, um Wärme abzugeben. Das Herz muss stärker pumpen, um den Blutdruck stabil zu halten. Die Hitze verschlimmert bestehende Herz-Kreislauf-Beschwerden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen, die bestimmte Herz- oder Blutdruckmedikamente einnehmen.
Warnsignale wie starker Schwindel, Herzrasen, ungewöhnliche Müdigkeit, Verwirrtheit oder Atemnot sind ernst zu nehmen. Sie können Hinweise auf einen Hitzekollaps oder Herzprobleme sein. In solchen Fällen gilt: sofort kühlen, hinlegen, trinken – und bei anhaltenden Beschwerden den Notruf wählen.
Sich hitzegerecht verhalten, auf den Körper hören!
Damit es gar nicht erst zu Hitzekollaps und Herzproblemem, empfehlen Medizin-Experten folgende Maßnahmen. Grundsätzlich gilt: Planen Sie Ihren Tag hitzegerecht und hören Sie auf Ihren Körper.
1. Viel trinken – aber nicht zu kalt
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend ist, um den Kreislauf stabil zu halten. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. Wichtig: Getränke sollten nicht eiskalt sein. Sehr kalte Flüssigkeiten können den Magen reizen und bei manchen Menschen sogar kurzfristig Kreislaufreaktionen auslösen, weil der Körper den Temperaturunterschied ausgleichen muss. Menschen mit Herzschwäche sollten ihre Trinkmenge mit ihrem Arzt abstimmen.
2. Wohnung kühl halten
Die Wohnung tagsüber konsequent abzuschotten: Fenster geschlossen halten, Rollläden oder Vorhänge zuziehen, nur früh morgens und spät abends lüften. Ventilatoren können die gefühlte Temperatur senken, ersetzen aber keine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wer kann, sollte sich in den kühlsten Raum der Wohnung zurückziehen.
3. Körperliche Belastung vermeiden
Die Deutsche Herzstiftung rät, körperliche Anstrengung – Sport, schwere Hausarbeit, Einkäufe – in die frühen Morgenstunden zu verlegen. In der Mittagshitze steigt die Belastung für Herz und Kreislauf deutlich. Auch Spaziergänge sollten in schattige Bereiche oder in die Abendstunden verlegt werden. Wer Medikamente wie Betablocker einnimmt, sollte besonders vorsichtig sein, da diese die Anpassung des Körpers an Hitze beeinflussen können.
4. Arbeit bei Hitze – Belastung reduzieren
Viele Menschen müssen trotz hoher Temperaturen arbeiten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass Hitze die Konzentration senkt, den Kreislauf belastet und das Unfallrisiko erhöht. Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass Beschäftigte nicht unnötig gefährdet werden.
In Innenräumen sollten Sonnenschutz, Ventilatoren oder mobile Kühlgeräte eingesetzt werden. Ab etwa 30 Grad Raumtemperatur empfehlen Arbeitsschutzexperten zusätzliche Maßnahmen wie Gleitzeit, häufigere Pausen oder das Verlegen belastender Tätigkeiten in kühlere Tageszeiten.
Wer im Freien arbeitet – etwa auf Baustellen, im Lieferdienst oder in der Landwirtschaft – sollte direkte Sonne möglichst meiden, regelmäßig trinken und Pausen im Schatten einlegen. Leichte, luftige Kleidung und Kopfbedeckungen schützen zusätzlich.

5. Leichte Mahlzeiten bevorzugen
Schwere, fettige Speisen belasten den Kreislauf zusätzlich, weil der Körper viel Energie für die Verdauung benötigt. Fachstellen empfehlen daher mehrere kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt. Ideal sind wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Tomaten, Beeren, Melonen oder Joghurt. Sie unterstützen den Flüssigkeitshaushalt und sind gut verträglich.
6. Medikamente prüfen lassen
Hitze kann die Wirkung verschiedener Medikamente verändern – darunter Blutdrucksenker, Diuretika (Entwässerungsmittel) oder Herzmedikamente. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, bei längeren Hitzeperioden ärztlich prüfen zu lassen, ob Dosierungen angepasst werden müssen. Wichtig: Medikamente niemals eigenständig verändern oder absetzen.
7. Hitze-Warnungen beachten
Der Deutsche Wetterdienst betreibt ein bundesweites Hitzewarnsystem. Es informiert frühzeitig über bevorstehende starke Belastungen. Wer die Warnungen nutzt, kann seinen Tagesablauf anpassen, Termine verschieben und Risiken minimieren. Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten diese Hinweise ernst nehmen.


