Sommer-Aussichten

Urlaubs-Wetter im Sommer: Erst Gluthitze, dann droht der Absturz durch El Niño

Experten erwarten durch das weltweite Wetterphänomen einen heißen und trockenen Start in den Sommer. Doch das bleibt nicht so!

Author - Stefan Doerr
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Der Sommer 2026 könnte zur Hälfte ins Wasser fallen.
Der Sommer 2026 könnte zur Hälfte ins Wasser fallen.Erstellt durch KI/Berliner Kurier

Das nächste große Wetterdrama braut sich bereits über dem Pazifik zusammen und könnte schon bald auch Deutschland treffen. Die Anzeichen für ein starkes El-Niño-Phänomen verdichten sich nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO immer mehr. Die Auswirkungen könnten bereits ab Mai spürbar werden und im August für eine echte Wetter-Überraschung sorgen!

El Niño wirbelt drei Monate lang das Wetter durcheinander

Die Warnsignale aus dem Pazifik werden immer deutlicher: Die Meeresoberflächen im äquatorialen Pazifik heizen sich rasant auf. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich ein kräftiger El Niño zusammenbraut, meldet die WMO in Genf.

Und die Folgen könnten weltweit spürbar werden. Laut den Prognosen stehen die Chancen gut, dass die Temperaturen an Land in den kommenden drei Monaten weit über dem Durchschnitt liegen.

Der Juni wird laut Experten ein sehr heißer Monat werden.
Der Juni wird laut Experten ein sehr heißer Monat werden.Jens Büttner/dpa

Während einige Regionen der Erde mit sintflutartigen Regenfällen rechnen müssen, drohen andernorts extreme Trockenheit und Hitzewellen. Auch Europa könnte nach Einschätzung von Experten in eine ungewöhnlich heiße und trockene Wetterphase rutschen.

Bisher wurde 2024 durch El Niño zum heißesten jemals gemessenen Jahr. Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert normalerweise zwischen neun und zwölf Monate.

Wie stark das Klimaphänomen El Niño diesmal zuschlägt, ist allerdings noch offen. Einige Meteorologen halten sogar einen Super‑El‑Niño für möglich, der den Pazifik erst aufheizt und dann die Hitze in wenigen Monaten bis nach Deutschland treibt. Wilfran Moufouma Okia, Chef der Klimavorhersage bei der WMO, hält dieses Szenario für denkbar.

In diesem Fall wären neue Hitzerekorde wahrscheinlich und gleichzeitig abrupte Unwetterlagen, weil mehr Energie in der Atmosphäre steckt.

Dürre auf den Philippinen 2010: Das Wetterphänomen El Niño ließ Kanäle austrocknen.
Dürre auf den Philippinen 2010: Das Wetterphänomen El Niño ließ Kanäle austrocknen.Francis R. Malasig/dpa

El Niño bringt heißen Start in den Sommer

Zum Glück stehen die Chancen für einen Super‑El‑Niño nicht besonders hoch. Meteorologe Jan Schenk schätzt sie auf rund 25 Prozent. Und selbst wenn er kommt, spielt ein Super‑El‑Niño für den Sommer 2026 keine Rolle. „Das kommt, wenn überhaupt, erst zum Winter“, sagt Schenk im Wetter‑Talk mit Focus Online.

Bei den vergangenen drei Super-El-Niño-Ereignissen, zuletzt 2015/16, fielen die Wintermonate in Mitteleuropa überdurchschnittlich mild aus.

Einen heißen Sommer erwarten Wetter-Experten trotzdem. Das europäische Wettermodell ECMWF sieht in allen über 20 Modellläufen einen starken El Niño bis Mitte Juni. Einige Szenarien sprechen sogar vom stärksten Ereignis seit 140 Jahren.

Auch Jan Schenk erwartet einen heißen Start in den Sommer mit viel Sonne, hohen Temperaturen und immer wieder Gewitter-Unterbrechungen. Wer seinen Sommerurlaub in Deutschland plant, dem sind in den beiden Monaten Juni und Juli Sonne mit hohen Temperaturen sicher, örtlich womöglich sogar mit Werten nahe der 40-Grad-Marke.

Den Berlinern droht bald nach heftigem Wetterumschwung eine Abkühlung.
Den Berlinern droht bald nach heftigem Wetterumschwung eine Abkühlung.Rolf Kremming/Imago

Wetter dreht sich schlagartig

Doch genau danach könnte sich die Wetterlage abrupt drehen. Im August könnte sich die Wetterlage laut japanischen Modellen deutlich ändern, warnt Schenk. Kühlere Luft aus dem Norden könnte die Sommerhitze beenden. Und das mitten in der Ferienzeit.

Schenk erinnert dabei an einen ähnlichen Verlauf im Jahr 2006. „Juni super, Juli brutal heiß und dann kam im August ein richtiger Absturz“, so der Experte zu Focus. „Im August war es plötzlich sehr nass in Deutschland“, erinnert sich Schenk. Ein ähnliches Muster sei auch 2026 denkbar, bevor der September wieder wärmer wird.

Wer also während der Berliner Sommerferien vom 9. Juli bis 22. August 2026 seinen Sommerurlaub in Deutschland plant, sollte lieber auf den Juli setzen. Der könnte der sicherste Sonnenmonat des Sommers werden.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com