Unwetter im Anzug

Erst bis zu 37 Grad, dann Unwetter: So heftig wird der Wetterumschwung

Deutschland schwitzt weiter – doch jetzt kommen Gewitter, Starkregen, Hagel und Sturmböen. So wird das Wetter bis zum Wochenende.

Author - Stefan Henseke
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Im Laufe der Woche ziehen sich lokal über Deutschland Gewitterwolken zusammen, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.
Im Laufe der Woche ziehen sich lokal über Deutschland Gewitterwolken zusammen, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.wetter.net/youtube

Deutschland trocknet aus. Bisher gab es im Juli nur rund 15 Prozent der erwarteten Regenmenge – durchschnittlich 13 Liter pro Quadratmeter. Heiß wie bisher bleibt es weiterhin, doch im Laufe der Woche ziehen teils heftige Gewitter und Unwetter auf. Da sind sich Dominik Jung von wetter.net und die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) einig. Wo es knallt, wo es lokal Starkregen, Hagel und Sturmböen geben könnte und wo es besonders schwül werden wird.

Ab Dienstag wird das Wetter wechselhafter

Der Wetterstart in die Woche unterschied sich nicht vom Wochenende. Sehr heiß im Südwesten (bis zu 35 Grad), angenehme Sommertemperaturen im Norden und Nordosten. In Norddeutschland wurden 26 bis 29 Grad erwartet, in Berlin, Brandenburg, Thüringen und Sachsen bis zu 30 Grad.

Doch laut Dominik Jung könnte es dann etwas wechselhafter werden. „Der Regen tut der Natur auch richtig gut“, sagt der Experte von wetter.net. Am Abend sind in Richtung Nordseeküste erste Schauer und Gewitter möglich, die sich in der kommenden Nacht weiter Richtung Mitte und Süden Deutschlands ausbreiten.

Dienstag: Sehr sonnig, Unwetter möglich

wetter.net: Der Dienstag ist zunächst wieder sehr sommerlich. Mit Temperaturen um die 26 bis 32 Grad in der Nordhälfte, mit 32 bis 35 Grad in der Südhälfte. Nachmittags ziehen örtlich dunkle Wolken auf. In der Mitte sowie nach Osten und Südwesten hin gibt es kräftige Schauer und Gewitter.

Der DWD sagt für den Süden Deutschlands heftige Gewitter mit Hagel voraus.
Der DWD sagt für den Süden Deutschlands heftige Gewitter mit Hagel voraus.Christoph Trost/dpa

DWD: Auch die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst sagen über der Mitte und dem Süden Deutschlands teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel voraus. Örtlich ist extremes Unwetter durch Starkregen möglich.

Mittwoch: Hochsommerlich heiß, kräftige Gewitter

wetter.net: Der Mittwoch ist weiterhin hochsommerlich heiß, verspricht Dominik Jung. Die Temperaturen verharren auf dem Niveau des Vortages, dazu gibt es lokal eng begrenzte Schauer und Gewitter. Das sei aber in Sachen Regen der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

DWD: Im Süden und Osten sind kräftige Gewitter möglich. Es besteht lokal Unwettergefahr, vor allem durch Starkregen.

Donnerstag: Hitze ballert, Starkregen droht

wetter.net: Kein Schatten nirgends. Selbst an der Ostsee wird man bei 31 Grad gebrutzelt. 33 Grad in Berlin, 37 Grad im Südwesten. Nachmittags ziehen Schauer und Gewitter auf, die örtlich auch mal unwetterartig ausfallen können.

DWD: Am Donnerstag drohen vor allem im Nordosten und Süden teils heftige Gewitter. Lokal besteht Unwettergefahr durch Starkregen. In der Nacht zum Freitag zieht von Frankreich aus gebietsweise gewittriger, mehrstündiger Dauerregen auf – örtlich in unwetterartigen Mengen.

Freitag: Superhitze an Ostsee, Hagel im Süden und Osten

wetter.net: An der Ostsee hält man es ohne Sonnenschirm kaum aus. Bis zu 33 Grad werden erwartet. Auch in Berlin und Brandenburg wird es wieder 35 Grad heiß. Einzige „kühle“ Oase in Deutschland: der Nordwesten mit 25 Grad. Aber: „Es wird noch ekliger werden beim Wetter, drückende Schwüle im ganzen Land“, verspricht Dominik Jung. „Da empfinden wir schon 25 Grad wie 30 Grad.“

Ein heißer Sommertag an der Ostsee in Kühlungsborn: Ohne Sonnenschirm wird man es am Freitag kaum aushalten.
Ein heißer Sommertag an der Ostsee in Kühlungsborn: Ohne Sonnenschirm wird man es am Freitag kaum aushalten.IP/imago

DWD: Vor allem im Süden und Osten werden wieder teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen erwartet. Auch lokale Unwetter sind möglich, im Süden auch durch größeren Hagel.

Samstag: Krasser Temperatursturz, Gewitter auf dem Rückzug

wetter.net: Die Gewitter vom Abend davor drücken die Temperaturen nach unten. Vor allen Dingen in der Nordhälfte. Nur noch 18 bis 24 Grad werden hier bei Schauern erwartet. Der Süden heizt sich aber schon wieder auf. Bei viel Sonne steigen die Temperaturen auf 25 bis 31 Grad.

DWD: Die Gewitter ziehen langsam ab, nur noch im Osten sowie im Süden Bayerns sind örtlich starke Gewitter wahrscheinlich.

Sonntag: Wechselhaft, örtlich Gewitter

wetter.net: Der Süden Deutschlands markiert schon wieder Sommer. Bei 25 bis 31 Grad. Die Nordhälfte kämpft noch mit Wolken, hier ist es deutlich kühler. Zwischen 20 Grad (Berlin) und 24 Grad (Ostsee, Köln). Hier gibt es dichtere Wolken und nur etwas Sonnenschein.

DWD: Die Warnlage ist ähnlich wie am Samstag. Im Osten gewittert es, im Süden Bayerns auch mal stärker.

Übrigens: Der Juli war bisher 2,5 Grad wärmer als das Mittel der Jahre 1961 bis 1990 und 1,5 Grad wärmer als das Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Mit durchschnittlich 13 Litern Regen pro Quadratmeter liegen wir auch erst bei rund 15 Prozent der erwarteten Regenmenge für den Juli. Bisher ist der Monat deutlich zu warm und deutlich zu trocken, sagt Dominik Jung von wetter.net.