Werden Flugreisen zum Luxus? Schnäppchenpreise von 10 oder 20 Euro für einen Flug gehören längst der Vergangenheit an. Im Gegenteil: Im Sommer 2026 sind Flugreisen für deutsche Verbraucher erneut teurer geworden.
Selbst die früheren Billigflieger werden immer teurer
Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe. Das Flugangebot schrumpft, während an deutschen Flughäfen Gebühren und Steuern steigen. Hinzu kommen höhere Kerosinpreise, die Tickets zusätzlich verteuern.
Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) kostete ein One-Way-Ticket ohne Gepäck im Jahr 2025 durchschnittlich zwischen 67 und 130 Euro. Inzwischen beginnen die Preise bei 81 Euro (Wizz Air) und reichen bis 141 Euro (Eurowings). Ryanair (89,73 Euro) und Easyjet (107,32 Euro) liegen dazwischen. Die einstigen Billigflieger sind also längst nicht mehr billig. Wer von Berlin aus preiswert verreisen möchte, braucht mittlerweile Glück. Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen.

Zuletzt kündigte Ryanair an, im Herbst die verbliebenen sieben Maschinen aus Berlin abzuziehen. Während in Deutschland der Markt für Billigflieger schrumpft, wächst er in vielen anderen europäischen Ländern weiter. Besonders in Spanien, Italien, Großbritannien, Irland und Osteuropa gewinnen Low-Cost-Airlines zunehmend an Bedeutung.
Ryanair macht Deutschlands hohe Steuern und Gebühren für den Rückzug aus Berlin verantwortlich
Ryanair-Chef Eddie Wilson kritisiert zuletzt die deutsche Politik scharf: „Während andere europäische Länder die Luftverkehrsteuer abgeschafft und die Zugangskosten gesenkt haben, wird Deutschland zunehmend zu teuer für Wachstum. Die Entscheidung von Ryanair, ihre Berliner Basis ab dem Winterflugplan 2026 zu schließen, sowie die Streichung tausender Flüge durch Lufthansa sind klare Konsequenzen dieser verfehlten Politik."
Was Wilson meint: Lufthansa baut das Angebot zurück. Mit dem Aus der Regionaltochter Cityline werden Zehntausende Flüge gestrichen, weil sie als unrentabel gelten. Die Folgen sind bereits spürbar: Das Drehkreuz Frankfurt verzeichnet sinkende Passagierzahlen. Berlin steht mit seinen Problemen also nicht allein da.
Fallen Flugstrecken weg, sinkt die Auswahl für Urlauber. Weniger Konkurrenz führt häufig zu höheren Preisen. Hinzu kommen steigende Kerosinkosten sowie höhere Ausgaben für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal.





