Kein Wiedersehen

Urs Fischer gibt Union-Liebling einen Korb

Der Trainer des FSV Mainz 05 ist auf der Suche nach einem neuen Verteidiger fündig geworden – ein Ex-Spieler des 1. FC Union wird es nicht.

Author - Sebastian Schmitt
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Urs Fischer, Cheftrainer des FSV Mainz 05, verpflichtet nun doch keinen ehemaligen Spieler des 1. FC Union Berlin.
Urs Fischer, Cheftrainer des FSV Mainz 05, verpflichtet nun doch keinen ehemaligen Spieler des 1. FC Union Berlin.imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Es sah nach einem eisernen Wiedersehen aus. Urs Fischer, Architekt der größten Union-Erfolge, streckte in Mainz die Fühler nach einem alten Musterschüler aus Köpenick aus. Marvin Friedrich galt als Wunschlösung – doch nun läuft alles anders. Der Poker zieht sich, die Zeit drängt, und Fischer hat offenbar umdisponiert.

Die Verbindung war fast zu perfekt, um nicht wahr zu werden. Urs Fischer, Ex-Trainer des 1. FC Union Berlin, steht wieder an der Seitenlinie – nun beim 1. FSV Mainz 05. Und plötzlich tauchte ein alter Name wieder auf: Marvin Friedrich (30). Fischers einstiger Abwehrchef, Leistungsträger, Führungsspieler.

Verteidiger Marvin Friedrich war unter Trainer Urs Fischer beim 1. FC Union Berlin absoluter Stammspieler. Zum eisernen Wiedersehen in Mainz kommt es jetzt vorerst nicht.
Verteidiger Marvin Friedrich war unter Trainer Urs Fischer beim 1. FC Union Berlin absoluter Stammspieler. Zum eisernen Wiedersehen in Mainz kommt es jetzt vorerst nicht.Matthias Koch via www.imago-images.de

Zwischen 2018 und 2022 absolvierte Friedrich 129 Pflichtspiele für die Eisernen, wurde unter Fischer zum Abwehr-Bollwerk. Kopfballstark, kompromisslos, verlässlich. Seine beste Zeit – ohne Frage. Der Abschied kam im Januar 2022, als Friedrich per Ausstiegsklausel für 5,5 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Dort sollte er Matthias Ginter ersetzen. Doch daraus wurde nichts.

Marvin Friedrich in Gladbach auf dem Abstellgleis

Verletzungen, Formschwankungen, harte Konkurrenz – aktuell steht Friedrich am Niederrhein auf dem Abstellgleis. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Mainz schien für Friedrich die logische Option. Fischer kennt ihn, schätzt ihn, vertraut ihm.

Doch nun die Wende.

Marvin Friedrich kam nach seinem Wechsel vom 1. FC Union zu Borussia Mönchengladbach nicht mehr wie gewohnt zum Zug. Jetzt sucht er einen neuen Klub.
Marvin Friedrich kam nach seinem Wechsel vom 1. FC Union zu Borussia Mönchengladbach nicht mehr wie gewohnt zum Zug. Jetzt sucht er einen neuen Klub.Matthias Koch/imago

Kein Friedrich-Transfer: Fischer setzt in Mainz auf Posch

Bei der Suche nach Verstärkung in der Abwehr hat sich offenbar Stefan Posch (28) als Favorit der Rheinhessen herauskristallisiert. Der österreichische Nationalspieler, aktuell vom FC Bologna an Como verliehen, soll Medienberichten bereits zum Medizincheck in Mainz sein. Geplant ist eine halbjährige Leihe. Schnell. Pragmatisch. Ohne großes Risiko.

Damit ist klar: Der Poker um Marvin Friedrich ist vorerst vom Tisch.

Mainzer Poker mit Marvin Friedrich dauerte zu lange

Der Poker mit Friedrich scheint sich zu lange gezogen zu haben. Eine Leihe kam wegen des auslaufenden Vertrags nicht infrage, ein fester Wechsel hätte finanziell wie sportlich Risiko bedeutet – zumal Mainz auf dem nur noch bis zum 2. Februar geöffneten Transfermarkt unter Zugzwang steht.

So bitter es für Friedrich ist: Selbst alte Verdienste schützen im Profifußball nicht vor neuen Entscheidungen. Das eiserne Wiedersehen bleibt aus. Vorerst.