Der Berliner KURIER veröffentlicht exklusiv Auszüge aus dem neuen „Großen Tagebuch von Union Berlin“. Die Serie folgt der Geschichte des Vereins chronologisch – von den Anfängen des SC Union Oberschöneweide bis in die Gegenwart.
Union trickst Meister Hertha BSC aus und gewinnt
24. August 1930: Zum Saison-Auftakt verzichtet Union auf größere Einnahmemöglichkeiten und will gegen den Deutschen Meister Hertha BSC vor eigenem Publikum spielen. Der Plan geht auf. Union gewinnt nach zweimaligem Rückstand mit 4:3.
27. April/5. Mai 1940: Seit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist der Spielbetrieb stark eingeschränkt. Überraschend holt Union am Ende der Kriegsmeisterschaft 1940 den Titel. In den Finalspielen heißt es 1:1 und 3:0 gegen Blau-Weiß 90.
23./30. Juni 1940: Union scheitert in der DM-Endrunde an Rapid Wien. Nach dem 2:3 im Praterstadion gibt es im Rückspiel vor 70.000 Zuschauern im Olympiastadion ein 1:3. Es ist das erste Fußballspiel, das direkt im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird.
September 1945: Zum Neubeginn nach dem Krieg werden alle von den Nazis gleichgeschalteten Vereine von den Siegermächten verboten. An ihre Stelle treten kommunale Sportgruppen der Stadtbezirke
20. Oktober 1948: Das Berliner Fußballprogramm berichtet, dass Hertha-Legende Hanne Sobek das Training beim SC Union übernommen hat: „Union ist die reifste, fortgeschrittenste Mannschaft in Berlin.“

29. April 1950: Das letzte Pflichtspiel zwischen Union Oberschöneweide und Hertha BSC endet in der Stadtliga mit einem 5:1 der Köpenicker vor 9000 Besuchern im Poststadion.
22. Mai 1950: Nach dem praktisch vollzogenen Übertritt eines Großteils der Mannschaft in den Westen Berlins gibt sich der neue Verein eine Satzung als SC Union 06 Berlin.
17. September 1950: Obwohl nur noch Reste der einst so erfolgreichen Mannschaft im Ostteil Berlin geblieben sind, wird die SG Union Oberschöneweide in die DDR-Oberliga eingestuft.
20. August 1951: Mit der Eingliederung in die Betriebssportgemeinschaft Motor Oberschöneweide verschwindet die Bezeichnung Union aus dem Vereinsnamen.
26. Dezember 1953: Im Jahnsportpark kommt es zum Treffen der beiden Berliner Teams mit denselben Union-Wurzeln aus Ost und West. Vor 8000 Besucher spielen die aus der Oberliga abgestiegene BSG Motor Oberschöneweide und der Westberliner Meister Union 06 1:1.
24. April 1955: Nach Ende der Spielzeit 1954/55 wird die DDR-Liga neu strukturiert. Da sie im abgelaufenen Spieljahr nicht über Platz sieben hinausgekommen sind, spielen die Köpenicker ab sofort nur noch drittklassig.

20. Januar 1966, 17.00 Uhr: Nach 14 Jahren ist der Name Union zurück an der Alten Försterei. Im Kulturhaus des Transformatorenwerkes „Karl Liebknecht“ wird der 1. FC Union gegründet.




