Ärger auf dem S-Bahnhof

Bahn nennt Plakat-Aktion der Union-Ultras klaren Vandalismus

Ultras des 1. FC Union plakatieren illegal am S-Bahnhof Rummelsburg – die Bahn spricht von Vandalismus.

Author - Sebastian Karkos
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Die Plakate der Szene Köpenick auf dem S-Bahnhof Rummelsburg sind auch Mittwoch nicht zu übersehen.
Die Plakate der Szene Köpenick auf dem S-Bahnhof Rummelsburg sind auch Mittwoch nicht zu übersehen.Sebastian Karkos

Fußball-Fans sorgen immer wieder für Ärger. Aktuell vor allem durch eine zunehmend verbreitete Unsitte: das Bekleben öffentlicher Flächen mit Aufklebern. Ob Verkehrsschilder, Bahnen, Stromkästen oder Briefkästen – kaum ein Ort bleibt verschont. Erlaubt ist das nicht: Das Anbringen solcher Sticker ohne Genehmigung gilt als unerlaubte Nutzung fremden Eigentums und damit als Sachbeschädigung.

Plakate wurden ohne Erlaubnis angebracht

Doch dabei bleibt es nicht. Am S-Bahnhof Rummelsburg in Lichtenberg haben Fans des 1. FC Union nun Plakate angebracht, mit denen um Spenden geworben wird – ebenfalls ohne Erlaubnis und ohne dafür zu bezahlen.

Aus Sicht der Deutschen Bahn ist das eindeutig: „In diesem Fall wurden augenscheinlich unerlaubt Plakate an einer unserer Stationen angebracht. Wir tolerieren dies nicht, da es sich hierbei um eine Form von Vandalismus handelt, die das Erscheinungsbild unserer Bahnhöfe beeinträchtigt.“

Choreographien, wie hier im Februar 2026 im Union-Heimspiel gegen Frankfurt, kosten viel Geld.
Choreographien, wie hier im Februar 2026 im Union-Heimspiel gegen Frankfurt, kosten viel Geld.Matthias Koch/IMAGO

Der Absender der Plakate ist klar erkennbar: die sogenannte „Szene Köpenick“. Unter diesem Namen werden Ultra-Gruppen von Union Berlin zusammengefasst, darunter das „Wuhlesyndikat“ sowie die Jugendorganisation „Teen Spirit Köpenick“. Eine weitere Ultra-Gruppierung: die „HammerHearts“.

Union-Ultras bitten um Spenden in Höhe von 15 Euro

Inhaltlich werben die Plakate für Spenden in Höhe von 15 Euro – mutmaßlich zur Finanzierung von Bannern, Fahnen und aufwendigen Choreografien im Stadion. Genehmigt ist diese Form der Werbung jedoch nicht: Weder wurde die Fläche angemietet noch eine Erlaubnis bei der Bahn eingeholt. Damit handelt es sich rechtlich ebenfalls um unerlaubte Plakatierung.

Union-Ultras protestierten Anfang Mai in Mainz mit selbst gemachten Plakaten gegen Sonntagspiele und die Anstoßzeiten.
Union-Ultras protestierten Anfang Mai in Mainz mit selbst gemachten Plakaten gegen Sonntagspiele und die Anstoßzeiten.Matthias Koch/IMAGO

Die Konsequenz: Bahnmitarbeiter sollen nun die betroffenen Stationen entlang der S3 kontrollieren und Plakate entfernen. Auf dem Bahnhof Rummelsburg wurden sie rund um einen Snack-Automaten der Firma Sielaff angebracht. Das fränkische Unternehmen reagierte auf Anfrage nicht. Die Arbeit übernimmt nun die Deutsche Bahn.

Zur Verantwortung gezogen werden können die Urheber nur, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden. Denn selbst wenn der Absender offensichtlich ist, lässt sich ohne Weiteres nicht nachweisen, wer die Plakate tatsächlich angebracht hat.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Was halten Sie von den Plakaten der Union-Ultras? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com