Es sind Bilder, die bleiben. Beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC eskaliert die Gewalt – mitten im Stadion. Während auf dem Platz um Punkte gekämpft wird, verlieren einige Chaoten auf den Rängen jede Kontrolle. Besonders einer wirkt danach tief getroffen: Hertha-Boss Dr. Peter Görlich.
Hertha in Dresden: Chaos statt Fußball
Dieses Spiel ist mehr als ein Skandal. Es ist ein Rückschlag.
Als in Dresden Böller detonieren, Raketen durch das Stadion fliegen und Fans den Innenraum stürmen, kippt ein Fußballabend in ein Gewalt-Protokoll der Schande. Szenen, die verstören. Szenen, die man so nicht mehr sehen wollte.
Und mittendrin: ein Verein, der eigentlich für etwas anderes stehen will.
Hertha-Boss Görlich tief getroffen
Herhas Geschäftsführer wirkt nach dem Spiel fassungslos. Görlich ist nicht laut, nicht wütend – sondern enttäuscht. Tief enttäuscht. Zuletzt hatte er nach den Vorfällen rund um das Hertha-Heimspiel gegen Schalke im Berliner Abgeordnetenhaus für die Fankultur geworben, für Dialog statt Konfrontation, für Vertrauen statt Repression.

Jetzt steht er da. Fassunglos wie so viele. Dennoch findet Görlich die richtigen Worte. Er sagt: „Das entspricht nicht meinem Wertegerüst. Sobald Gewalt im Spiel ist, sobald man auf andere Menschen mit Pyrotechnik schießt, hört es bei mir einfach auf. Ich möchte da überhaupt kein Verständnis in irgendeiner Art und Weise aufbringen. Der zweite Aspekt ist: Fans haben im Innenraum nichts zu suchen. Wir müssen Grenzen abstecken und werden in eine andere Dimension kommen. Wie die aussieht, kann ich im Moment noch nicht absehen.“
Chaoten fackeln alle Fan-Hoffnungen ab
Klare Worte. Worte, die notwendig sind. Denn was in Dresden im Rudolf-Harbig-Stadion passiert ist, trifft nicht nur Hertha und Dynamo. Es trifft eine ganze Fanszene, die gerade versucht, sich neu zu positionieren. Gespräche mit der Politik, Annäherung an die Sicherheitsbehörden, gemeinsame Proteste – zuletzt in Leipzig. Fans, die zeigen wollten: Wir können auch anders.
Und dann das. Chaoten, die genau diese Bemühungen mit Füßen treten. Die Argumente liefern für schärfere Maßnahmen, für mehr Kontrolle, für genau das, was viele in den Kurven verhindern wollen.
Gewalt in Dresden: Fanszene verspielt Vertrauen
„Pyrotechnik ist kein Verbrechen“, singen die Fans gerne. Doch dieser Satz wirkt an solchen Abenden wie Hohn. Denn was hier passiert, hat mit kontrollierter Fankultur nichts zu tun. Die Innenminister dürften genau hingesehen haben. Wenn Raketen in neutrale Zuschauerbereiche fliegen, wenn Menschen in Gefahr geraten, dann ist das nicht Stimmung – dann ist das Gewalt.

Und die wird Konsequenzen haben. Die Polizei und der DFB ermitteln, beiden Klubs drohen empfindliche Strafen, Auflagen, vielleicht mehr. Ein Nachspiel, das wehtun wird.
Die Innenminister werden sich bestätigt fühlen
Doch der eigentliche Schaden ist größer. Vertrauen geht verloren. Gesprächsbereitschaft bröckelt. Die Fronten verhärten sich wieder.
Görlich weiß das. Und genau deshalb trifft ihn dieser Abend so hart. Denn während auf dem Platz eine Mannschaft Moral zeigt, sich in Unterzahl wehrt und mit dem 1:0-Sieg im Aufstiegskampf ein Zeichen setzt, zerstören andere genau das Bild, das der Fußball gerade dringend braucht. Görlich: „Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst.“




