Dieses Spiel hatte alles – und war doch kaum zu ertragen. Beim Duell zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC eskaliert die Lage früh, Fan-Gewalt überschattet den Abend. Doch danach zeigt Hertha plötzlich etwas, das lange fehlte. Und genau das könnte nach dem 1:0 (0:0) Sieg im Aufstiegsrennen den Unterschied machen.
Chaos in Dresden: Polizei auf dem Rasen
Hertha-Trainer Stefan Leitl ringt nach dem Skandal-Spiel nach Worten: „Wir sollten uns freuen, so ein unfassbar emotionales Spiel gewonnen zu haben. Aber wir sind uns alle einig: solche Bilder haben im Fußball nichts verloren. Das ist ein trauriger Tag. “
20 Minuten Fußball – dann bricht das Chaos los.
Beim Zweitliga-Spiel in Dresden eskaliert die Situation komplett. Fans stürmen den Innenraum, rennen über den Platz, stellen sich vor den Hertha-Block. Böller detonieren, Raketen fliegen, Pyro schießt quer durch das Stadion – auch in neutrale Bereiche. Schiedsrichter Sven Jablonski reagiert sofort, unterbricht die Partie und schickt beide Teams in die Kabinen.
Es sind brutale, verstörende Szenen. Szenen, die dem Fußball schaden.
Pyro, Platzsturm und Polizei
Und doch wird dieses Spiel später noch eine andere Geschichte schreiben.

Denn sportlich geht es für Hertha um alles. Noch vor Anpfiff wächst die Hoffnung: Konkurrent Darmstadt patzt in Bielefeld (1:2). Plötzlich lebt der Traum vom Aufstieg wieder. Und Hertha nimmt das an.
Rot für Brekalo: Hertha in Unterzahl
In der ersten Halbzeit wirkt das Team von Trainer Stefan Leitl wach, kontrolliert das Spiel, ohne wirklich gefährlich zu werden. Nach der Pause dreht Hertha auf. Mehr Tempo, mehr Druck. Kapitän Fabian Reese prüft Dynamo mit einem wuchtigen Distanzschuss (58.).

Dann der Bruch: Hertha-Hoffnung Brekalo geht mit offener Sohle rein und sieht Rot (66.). Unterzahl. Wieder so ein Moment, an dem Hertha früher zerfallen ist. Doch diesmal passiert das Gegenteil. Die Blau-Weißen stemmen sich dagegen, verteidigen leidenschaftlich, bleiben klar im Kopf. Und sie haben ihren Rückhalt: Nach einem Handspiel von Seguin zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt – Handelfmeter für Dresden. Vermeij tritt an, doch Torhüter Tjark Ernst pariert stark (77.). Ein Moment, der das Spiel dreht.
Tjark Ernst wird zum Hertha-Helden
Plötzlich liegt alles wieder bei Hertha. Und sie nutzen es. Reese bringt den Ball scharf rein, Winkler zwingt Rossipal zum Eigentor – 0:1 (80.). Kein Glanz, aber pure Entschlossenheit.


