Dieses Spiel hat Spuren hinterlassen – auf den Rängen und auf dem Platz. Mit dem 1:0 (0:0) im Skandal‑Spiel bei Dynamo Dresden nimmt Hertha BSC sportlich genau das mit, was so lange gefehlt hat: einen Sieg im richtigen Moment. Plötzlich rückt der Aufstieg wieder ins Blickfeld. Und selbst Trainer Stefan Leitl kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
Hertha-Sieg im Hexenkessel von Dynamo
Dieses Spiel war alles – nur kein normales. Fan‑Gewalt, Unterbrechungen, Ausnahmezustand. Dresden liefert Bilder, die verstören und Fußball-Deutschland und die Fanszene noch lange beschäftigen werden. Doch nach dem Chaos neben dem Rasen passiert auf dem Platz etwas anderes: Hertha gewinnt.
1:0 in Dresden. Ausgerechnet in diesem Hexenkessel. Ausgerechnet im ersten echten Endspiel dieser Saison. Ein Sieg, der mehr ist als drei Punkte – es ist ein Signal.
Denn seit der Pleite in Paderborn hatte Stefan Leitl das Wort Aufstieg konsequent vermieden. Zu groß die Rückstände, zu wenig Konstanz. Doch nach diesem Abend bricht selbst er sein Schweigen – zumindest ein bisschen. Auf die Frage nach der Tabelle grinst Leitl nur kurz: „Sieht gut aus!“ Mehr sagt er nicht. Und doch sagt es alles.
Hertha-Trainer Stefan Leitl bleibt ruhig
Denn wer jetzt glaubt, Herthas Trainer bläst zur großen Aufholjagd, liegt daneben. Leitl bleibt seiner Linie treu und bremst sofort: „Wir wollen diese Saison nicht abschenken und das Maximum rausholen.“ Klingt nüchtern – ist aber brutal erfolgreich.

Denn genau das passiert gerade. Hertha punktet. 13 Zähler aus den letzten fünf Spielen sprechen eine klare Sprache. Die Mannschaft funktioniert, wirkt stabil, glaubt wieder an sich. Und plötzlich passt auch die Tabelle.
Hertha verkürzt im Aufstiegsrennen zur Bundesliga
Darmstadt patzt in Bielefeld, Hannover und Elversberg nehmen sich gegenseitig die Punkte weg. Hertha rückt ran. Vor dem Spiel in Dresden waren es noch sieben Punkte Rückstand – jetzt sind es nur noch fünf auf Rang drei.

Der Traum vom Aufstieg lebt. Auch, weil der Spielplan mitspielt. Während sich die Konkurrenz oben gegenseitig bekämpft, trifft Hertha BSC nur noch auf Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Leitl wiegelt ab: „Wir haben heute gesehen, wie schwer es ist. Und diese zweite Liga ist verrückt.“
Toni Leistner lüftet Hertha-Geheimnis
Das Gute: Hertha ist unter all den Verrückten derzeit das verrückteste Team. Vor allem, weil Leitls Spieler Rückschläge plötzlich wegstecken und nicht mehr zerbrechen. Das spürt auch Abwehr‑Haudegen Toni Leistner: „Die Konkurrenz schwächelt ein bisschen. Wir wollen oben noch einmal Druck ausüben. Es tut uns vielleicht ganz gut, dass wir die Saison schon ein bisschen abgeschrieben haben. Wir spielen ohne Druck.“




