Wunderkind wunderbar

King Kenny: Hertha-Trainer Leitl macht Eichhorn zum Nationalspieler

Mit 16 Jahren der Trumpf von Hertha BSC im Aufstiegsrennen: Mega-Juwel Kennet Eichhorn begeistert Trainer Stefan Leitl – und ganz Fußball‑Deutschland.

Author - Sebastian Schmitt
Teilen
Hertha-Juwel Kennet Eichhorn kehrte nach seiner Verletzung in Dresden zurück und leitete den blau-weißen Siegtreffer ein.
Hertha-Juwel Kennet Eichhorn kehrte nach seiner Verletzung in Dresden zurück und leitete den blau-weißen Siegtreffer ein.Jan-Philipp Burmann

Mitten im Chaos von Dresden setzt Hertha-Trainer Stefan Leitl auf einen 16-Jährigen – und bekommt die perfekte Antwort. Kennet Eichhorn entscheidet das Spiel mit. Doch noch spannender als seine Leistung beim so wichtigen 1:0-Sieg bei Dynamo Dresden ist das, was danach folgt. Leitl findet für das Wunderkind von Hertha BSC Worte, die weit über dieses Spiel hinausgehen.

Leitl-Liebeserklärung an Kennet Eichhorn

Dieses Lob hat es in sich. Sehr sogar. Denn was Herthas Cheftrainer Stefan Leitl nach dem Skandal-Spiel von Dresden über Kennet Eichhorn sagt, ist mehr als Anerkennung. Es ist eine Ansage an ganz Fußball-Deutschland. „Ich glaube, es wurden schon so viele Geschichten erzählt. Ich hoffe einfach nur, dass er gesund bleibt. Dann werden alle in diesem Land noch sehr viel Freude an ihm haben.“

Ein Satz, der einen 16-Jährigen plötzlich größer macht als dieses Spiel. Größer als diesen Moment. Leitl adelt sein Juwel – und denkt dabei längst weiter. An Fußball-Deutschland und die Nationalmannschaft.

Kennet Eichhorn feiert Blitz-Comeback für Hertha

Dass überhaupt wieder über Eichhorn bei Hertha BSC gesprochen wird, grenzt an ein Wunder. Im Januar wird Eichhorn gegen Schalke 04 brutal abgeräumt, verletzt sich schwer am Sprunggelenk. Sogar ein Saison-Aus steht im Raum. Doch Eichhorn kämpft sich in den vergangenen Wochen eindrucksvoll zurück.

Trainer Stefan Leitl bringt in der Schlussphase des Skandal-Spiels bei Dynamo Dresden nicht Pascal Klemens oder Diego Demme, sondern den gerade erst genesenen Kennet Eichhorn.
Trainer Stefan Leitl bringt in der Schlussphase des Skandal-Spiels bei Dynamo Dresden nicht Pascal Klemens oder Diego Demme, sondern den gerade erst genesenen Kennet Eichhorn.Jan-Philipp Burmann

Doch nicht nur wegen seiner Blitzheilung reiben sich viele Fans die Augen. Denn Leitl schmeißt das blau-weiße Eigengewächs in der Schlussphase ausgerechnet ins hitzige und verdammt intensive Duell mit Dynamo Dresden. „Bei Kenny ist es einfach“, sagt er später. „Du hast Diego Demme, du hast Pascal Klemens – und trotzdem ist das Herz dann bei Kenny.“

Kennet Eichhorn leitet Hertha-Sieg in Dresden ein

Leitls Liebeserklärung ist eine Entscheidung aus Überzeugung. Und Eichhorn zahlt alles zurück. Mit dem Ball am Fuß sprintet das Mega-Talent in der 80. Minute über das halbe Spielfeld und bedient im perfekten Moment Kapitän Fabian Reese, der Marten Winkler per Flanke den Siegtreffer auflegt.

Vorlagengeber Fabian Reese bedankt sich bei Kennet Eichhorn für den Pass. Hertha BSC siegt auch wegen des Wunderkinds in Dresden und träumt vom Aufstieg.
Vorlagengeber Fabian Reese bedankt sich bei Kennet Eichhorn für den Pass. Hertha BSC siegt auch wegen des Wunderkinds in Dresden und träumt vom Aufstieg.Jan-Philipp Burmann

Dass Herthas Coach den gerade erst wieder genesenen Eichhorn in so einem schweren Auswärtsspiel einem Routinier wie Diego Demme vorzieht, überrascht viele. Doch Leitl weiß längst, was er an Eichhorn hat: einen Spieler, der Spiele lesen kann, der Räume sieht, bevor sie entstehen. Der nicht zögert.

King Kenny wird zum Trumpf im Aufstiegsrennen

Und genau deshalb kann Eichhorn im Aufstiegsrennen zum entscheidenden blau-weißen Faktor werden. Hertha BSC braucht genau diesen Spielertyp im Endspurt. Kreativ. Mutig. Unberechenbar.

Fakt ist: Sechs Spieltage vor Schluss lebt der blau-weiße Traum von der Bundesliga-Rückkehr wieder. Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Sonnabend, 13 Uhr, Sky) fehlen nur noch fünf Punkte auf Rang drei. Klingt machbar. Vor allem, weil Hertha im Aufstiegskampf plötzlich einen weiteren Trumpf hat: King Kenny.