Mitten im Chaos von Dresden setzt Hertha-Trainer Stefan Leitl auf einen 16-Jährigen – und bekommt die perfekte Antwort. Kennet Eichhorn entscheidet das Spiel mit. Doch noch spannender als seine Leistung beim so wichtigen 1:0-Sieg bei Dynamo Dresden ist das, was danach folgt. Leitl findet für das Wunderkind von Hertha BSC Worte, die weit über dieses Spiel hinausgehen.
Leitl-Liebeserklärung an Kennet Eichhorn
Dieses Lob hat es in sich. Sehr sogar. Denn was Herthas Cheftrainer Stefan Leitl nach dem Skandal-Spiel von Dresden über Kennet Eichhorn sagt, ist mehr als Anerkennung. Es ist eine Ansage an ganz Fußball-Deutschland. „Ich glaube, es wurden schon so viele Geschichten erzählt. Ich hoffe einfach nur, dass er gesund bleibt. Dann werden alle in diesem Land noch sehr viel Freude an ihm haben.“
Ein Satz, der einen 16-Jährigen plötzlich größer macht als dieses Spiel. Größer als diesen Moment. Leitl adelt sein Juwel – und denkt dabei längst weiter. An Fußball-Deutschland und die Nationalmannschaft.
Kennet Eichhorn feiert Blitz-Comeback für Hertha
Dass überhaupt wieder über Eichhorn bei Hertha BSC gesprochen wird, grenzt an ein Wunder. Im Januar wird Eichhorn gegen Schalke 04 brutal abgeräumt, verletzt sich schwer am Sprunggelenk. Sogar ein Saison-Aus steht im Raum. Doch Eichhorn kämpft sich in den vergangenen Wochen eindrucksvoll zurück.

Doch nicht nur wegen seiner Blitzheilung reiben sich viele Fans die Augen. Denn Leitl schmeißt das blau-weiße Eigengewächs in der Schlussphase ausgerechnet ins hitzige und verdammt intensive Duell mit Dynamo Dresden. „Bei Kenny ist es einfach“, sagt er später. „Du hast Diego Demme, du hast Pascal Klemens – und trotzdem ist das Herz dann bei Kenny.“
Kennet Eichhorn leitet Hertha-Sieg in Dresden ein
Leitls Liebeserklärung ist eine Entscheidung aus Überzeugung. Und Eichhorn zahlt alles zurück. Mit dem Ball am Fuß sprintet das Mega-Talent in der 80. Minute über das halbe Spielfeld und bedient im perfekten Moment Kapitän Fabian Reese, der Marten Winkler per Flanke den Siegtreffer auflegt.

Dass Herthas Coach den gerade erst wieder genesenen Eichhorn in so einem schweren Auswärtsspiel einem Routinier wie Diego Demme vorzieht, überrascht viele. Doch Leitl weiß längst, was er an Eichhorn hat: einen Spieler, der Spiele lesen kann, der Räume sieht, bevor sie entstehen. Der nicht zögert.
King Kenny wird zum Trumpf im Aufstiegsrennen
Und genau deshalb kann Eichhorn im Aufstiegsrennen zum entscheidenden blau-weißen Faktor werden. Hertha BSC braucht genau diesen Spielertyp im Endspurt. Kreativ. Mutig. Unberechenbar.



