Hertha BSC

Görlich packt aus: Rassismusvorwurf gegen Polizisten

Im Sportausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses macht Hertha-Geschäftsführer Görlich einen Rassismusvorwurf gegen einen Polizisten öffentlich.

Author - Wolfgang Heise
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Vor 13 Tagen setzte die Polizei gegen Hertha-Fans Pfefferspray am Eingang der Ostkurve ein. Jetzt beschäftigt sich das Abgeordnetenhaus mit dem Vorfall.
Vor 13 Tagen setzte die Polizei gegen Hertha-Fans Pfefferspray am Eingang der Ostkurve ein. Jetzt beschäftigt sich das Abgeordnetenhaus mit dem Vorfall.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Jetzt wird es  heftig! Freitag tagte der Sportausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses wegen des massiven Polizeieinsatzes mit Pfefferspray gegen Hertha-Fans vor dem Heimspiel gegen Schalke vor 13 Tagen. Auch Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer von Hertha BSC, war geladen und enthüllte, dass am Rande der Auseinandersetzungen am Osttor ein Polizist ein Präsidiumsmitglied wegen seiner Hautfarbe rassistisch beleidigt haben soll.

Hertha-Boss Görlich: „Ich habe das schriftlich“

Die Berliner Morgenpost berichtet zuerst über die Anhörung im Senatshaus. Wenn dieses so ist, weitet sich alles in einen  ungeheuerlichen Polizeiskandal aus.  Görlich wird in der Morgenpost so zitiert: „Ich habe das schriftlich.“

Die „Welt“ legte mit ergänzenden Zitaten Görlichs nach: „Ein Präsidiumsmitglied wurde aufgrund seiner Hautfarbe und einer Zuordnung eines Landes vom Polizisten nicht in der feinsten Art angesprochen. Es wurde einfach so lapidar gesagt: ‚Da, wo Sie herkommen, spielt es ja eh keine Rolle, was ich sage.‘ Es ist einfach ein Faktum, das liegt mir auch schriftlich vor.“

Saravanan Sundaram ist seit 2023 Mitglied des Hertha-Präsidiums.
Saravanan Sundaram ist seit 2023 Mitglied des Hertha-Präsidiums.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Beim von der Polizei Beleidigten handelt es sich um Saravanan Sundaram, der seit 2023 Präsidiumsmitglied ist. Der Marketingfachmann wurde 1982 im Wedding geboren und ist seit dem siebten Lebensjahr Hertha-Fan.

Polizeipräsidentin kündigt interne Untersuchung an

Innensenatorin Spranger wurde über den Vorfall schon vor der Ausschusssitzung in Kenntnis gesetzt. Bisher gibt es zwei Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt und zehn Beschwerden gegen Polizeibeamte.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel geht davon aus, dass eine der Beschwerden den Rassismusvorwurf betrifft. Sie kündigte an, dass der Vorfall auf ein strafrechtlich relevantes oder disziplinarwürdiges Verhalten überprüft werde.