Fünftes Unentschieden, nur 2:2 gegen SV Darmstadt 98. Hertha BSC verliert schleichend den Anschluss an die Aufstiegsplätze. Schon sieben Punkte Rückstand auf Platz 2 und 3. Die Blau-Weißen drehen sich nicht nur sprichwörtlich im Kreis …
Ernst trommelt die Mannschaft zusammen
Es war die Szene des Spiels, die man im Fußball nur ganz selten sieht. Nach dem 2:2-Ausgleich der Darmstädter In der 62. Minute rannte Torwart Tjark Ernst aus dem Strafraum und trommelte die gesamte Mannschaft zusammen. Kapitän Fabian Reese winkte dabei die Offensivspieler hinzu. Arm in Arm bildeten sie einen Kreis. Es war eine Mischung aus Wachrütteln und Teamgeistschwur.
Trainer Stefan Leitl kann darauf stolz sein. Vor zehn Monaten rief er das Team beim 0:4-Debakel in Elversberg noch zusammen. Krisensitzung am Spielfeldrand. Jetzt machen es die Spieler selbst. Die Mannschaft lebt, die Moral ist komplett intakt.
Auch nach dem Platzverweis von Stürmer Dawid Kownacki in der 79. Minute kämpften die zehn blau-weißen Profis, um doch noch irgendwie zu gewinnen. Klappte nicht, Hertha dreht sich im Kreis.
Spielanlage, Teamspirit, alles ist okay. Doch vorne werden zu viele Torchancen vergeben und in der Defensivarbeit gibt es immer mal wieder Aussetzer. Dazu immer wieder ein kollektives Nachlassen.
Seguin sauer, aber der Aufstiegsglaube ist noch da
Taktgeber Paul Seguin brachte es nicht nur auf die Palme, sondern auch zur Sprache: „Das ist zum wiederholten Male so passiert. Wie wir in der ersten Viertelstunde nach der Halbzeit die Bälle verlieren. Das geht so nicht. Das müssen wir ändern. Ich werde es ansprechen und einfordern.“

Seguin weiter: „Ich bin jetzt erst mal verärgert. Aber in der Saison sind noch 14 Spiele zu spielen. Die Leistung stimmt über die meiste Zeit. Ich glaube noch an das große Ziel und wir werden alles dafür geben!“ Der letzte Satz ist interessant und sagt viel aus. Der Glaube an den Aufstieg ist noch da.


