Nur drei Folgen und dann war Schluss. Kaum ist der „Polizeiruf 110“ aus Halle richtig angelaufen, wurde er auch schon abgesetzt. Nicht nur die Schauspieler sind wütend, auch die Zuschauer fühlen sich übergangen.
Zuschauer sind erzürnt über das Halle-Aus
Die DDR-Kult-Krimireihe „Polizeiruf 110“ läuft seit 1971 im Fernsehen. Nach der Wiedervereinigung führten mehrere ARD-Sender das Format weiter.
Seit 2021 sind die TV-Stars Peter Schneider (51) und Peter Kurth (68) als Ermittler-Duo in Halle an der Saale vor der Kamera. Schneider und Kurth stammen beide aus Ostdeutschland und konnten ihre Liebe zum Osten in der Serie lebendig werden lassen.
Trotz hervorragender Einschaltquoten hat die ARD den Halle-„Polizeiruf“ abrupt abgesetzt – und das ohne Absprache mit den Hauptdarstellern.

Viele Zuschauer sind wütend. KURIER-Leser Edgar K. wird deutlich: „Ist doch klar, alles, was nach dem Osten oder der ehemaligen DDR riecht, muss abgeschafft werden. Die Diskriminierung nimmt kein Ende. So wird das nichts mit der ‚deutschen Einheit‘.“
Ostdeutsche fühlen sich nicht genug repräsentiert
Leserin Karin W. meint: „Den Polizeiruf kann man noch ansehen, im Gegensatz zu manchem Tatort, der eine Zumutung ist!“ Familie Mula aus Börde freute sich jedes Mal, den Krimi zusammen anzuschauen. „Es war ein Highlight, worauf man sich die ganze Woche gefreut hat.“

Leserin Elisabeth B. wittert eine Abneigung gegen die DDR und macht ihrem Ärger Luft: „Jetzt müssen nur noch die Menschen aussterben, die in der DDR gelebt haben. Dann gibt’s Ruhe und man muss nicht mehr suchen, was man aus dem Ostland vernichten kann. Ich weiß, Ironie, aber es verschwindet einfach zu viel. Es ist so traurig.“



