Von der ARD abgesetzt

Zuschauer sind wütend über Halle-Aus beim Polizeiruf

Großer Ärger im Osten. Der „Polizeiruf 110“ aus Halle wurde nach nur drei Folgen abgesetzt. Für Fans ist das ein weiterer Fall von Ost-Diskriminierung.

Author - Mariella Mandurino
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<a target="_blank" href="https://www.berliner-kurier.de/show/polizeiruf-110-schmeisst-tatort-aus-dem-programm-li.10018897"><strong>Peter Schneider</strong>&nbsp;und <strong>Peter Kurth</strong></a>&nbsp;als Ermittler-Duo in Halle an der Saale
Peter Schneider und Peter Kurth als Ermittler-Duo in Halle an der SaaleMDR/HA Kommunikation

Nur drei Folgen und dann war Schluss. Kaum ist der „Polizeiruf 110“ aus Halle richtig angelaufen, wurde er auch schon abgesetzt. Nicht nur die Schauspieler sind wütend, auch die Zuschauer fühlen sich übergangen.

Zuschauer sind erzürnt über das Halle-Aus

Die DDR-Kult-Krimireihe „Polizeiruf 110“ läuft seit 1971 im Fernsehen. Nach der Wiedervereinigung führten mehrere ARD-Sender das Format weiter.

Seit 2021 sind die TV-Stars Peter Schneider (51) und Peter Kurth (68) als Ermittler-Duo in Halle an der Saale vor der Kamera. Schneider und Kurth stammen beide aus Ostdeutschland und konnten ihre Liebe zum Osten in der Serie lebendig werden lassen.

Trotz hervorragender Einschaltquoten hat die ARD den Halle-„Polizeiruf“ abrupt abgesetzt – und das ohne Absprache mit den Hauptdarstellern.

Peter Schneider als Michael Lehmann (l.) und Peter Kurth als Henry Koitzsch spielten das Kommissar-Duo im „Polizeiruf 110“ aus Halle.
Peter Schneider als Michael Lehmann (l.) und Peter Kurth als Henry Koitzsch spielten das Kommissar-Duo im „Polizeiruf 110“ aus Halle.Felix Abraham/MDR/filmpool fiction

Viele Zuschauer sind wütend. KURIER-Leser Edgar K. wird deutlich: „Ist doch klar, alles, was nach dem Osten oder der ehemaligen DDR riecht, muss abgeschafft werden. Die Diskriminierung nimmt kein Ende. So wird das nichts mit der ‚deutschen Einheit‘.“

Ostdeutsche fühlen sich nicht genug repräsentiert

Leserin Karin W. meint: „Den Polizeiruf kann man noch ansehen, im Gegensatz zu manchem Tatort, der eine Zumutung ist!“ Familie Mula aus Börde freute sich jedes Mal, den Krimi zusammen anzuschauen. „Es war ein Highlight, worauf man sich die ganze Woche gefreut hat.“

Mit Ehefrau Susanne Böwe (62) besuchte Peter Kurth am Freitagabend die Berlinale-Party der ARD und sprach mit dem Berliner KURIER über sein „Polizeiruf 110“-Aus.
Mit Ehefrau Susanne Böwe (62) besuchte Peter Kurth am Freitagabend die Berlinale-Party der ARD und sprach mit dem Berliner KURIER über sein „Polizeiruf 110“-Aus.Imago

Leserin Elisabeth B. wittert eine Abneigung gegen die DDR und macht ihrem Ärger Luft: „Jetzt müssen nur noch die Menschen aussterben, die in der DDR gelebt haben. Dann gibt’s Ruhe und man muss nicht mehr suchen, was man aus dem Ostland vernichten kann. Ich weiß, Ironie, aber es verschwindet einfach zu viel. Es ist so traurig.“

Auch auf Facebook sind die Fans traurig über das Halle-Aus. KURIER-Leserin Karin L. schreibt: „Hinter dem Polizeiruf kann sich der Tatort schon lange verstecken, und gerade die Folgen aus Halle sind spitze. Spielen die Quoten und die Wünsche der Zuschauer keine Rolle? Ich bedaure das Ende sehr!“

Der Hauptdarsteller Peter Kurth sagte wehmütig zum Berliner KURIER: „Es ist mein Herzensprojekt und das ist sehr schön aufgegangen. Mit Beendigung eines Projektes ist die Traurigkeit immer da, aber das Leben geht weiter.“

Wie sehen Sie das? Welche Kommissare mögen Sie besonders? Schreiben Sie uns per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns darauf!