Es war ein Paukenschlag im deutschen Fernsehen: Nach mehr als 15 Jahren zog das ZDF im vergangenen Jahr den Stecker bei Hannes Jaenickes erfolgreicher Umweltreihe „Im Einsatz für …“. Ein Format, das Fans, Aktivisten und TV-Macher gleichermaßen geprägt hat. Doch jetzt herrscht Fassungslosigkeit – allen voran beim Schauspieler selbst.
Hannes Jaenicke enttäuscht wegen abgesetzter ZDF-Reihe
Für Hannes Jaenicke ist das Aus der Sendung nicht einfach nur eine berufliche Zäsur, sondern ein Alarmruf an die Gesellschaft. Zuletzt dankte der Schauspieler dem ZDF noch für die jahrelange Zusammenarbeit, doch allmählich regt sich Wut in ihm.
Im Interview mit dem Berliner KURIER bei der „ARD Blue Hour“ zeigt sich der 65‑Jährige offen enttäuscht: „Ich hätte die Sendung wahnsinnig gerne weiter gemacht, aber Umweltthemen sind im Moment einfach nicht gefragt und gewünscht. Das wird sich hoffentlich wieder ändern. Das ‚Traumschiff‘ fährt weiter und meine kleine Sendung wird abgesetzt?“
Kaum ein TV-Projekt brachte Missstände im Artenschutz so schonungslos ans Licht wie „Im Einsatz für…“. Jaenicke reiste um die Welt, enthüllte skrupellose Praktiken in Aquafarmen und prangerte den massenhaften Fleisch- und Fischkonsum an – stets mit klaren Worten und einem unerschütterlichen Engagement.
Doch was war der Grund für die Absetzung des Erfolgsformats? „Die Quoten waren hervorragend, die Klickzahlen waren sensationell. Wir haben mehr Preise gewonnen als irgendeine andere Doku-Reihe“, sagt Jaenicke.

Dem ZDF waren die Quoten aber offenbar nicht stark genug. Am Ende geht es eben doch nur um den Profit, auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. „Ich glaube, der Leidensdruck muss steigen! Wir kapieren es erst, wenn wir unser Essen vergiften, wenn wir absaufen, wenn Brandenburg völlig austrocknet und wenn die Meeresspiegel weiter ansteigen. Der Mensch funktioniert nur unter Leidensdruck. Das ist die traurige Wahrheit“, lautet Hannes Jaenickes bitteres Fazit.
Hannes Jaenicke wirft junger Generation Verantwortungslosigkeit vor
Hannes Jaenicke ist schon lange als Umweltaktivist aktiv, im vergangenen Jahr wurde er mit dem Deutschen Tierschutzpreis in der Kategorie „Stimme für die Tiere“ für sein langjähriges Engagement ausgezeichnet.
Obwohl man meinen müsste, dass gerade die jungen Menschen mehr auf den Umwelt- und Tierschutz achten würden, ist das Gegenteil der Fall. Aktuell erlebt ausgerechnet der Pelzmantel ein Comeback. Jaenicke hat dazu eine klare Meinung: „Widerlich! Der häufigste verarbeitete Pelz ist der Marderhund. Den züchten die Chinesen millionenfach. Der Fleischkonsum geht auch nach oben und zwar wegen der jungen Leute. Ich denke, das hat mit dem Social-Media-Konsum zu tun und einer absoluten gewissenlosen Verantwortungslosigkeit. Tut mir leid, ich habe leider keine netten Worte dafür.“





