Ex-Trigema-Chef

Neuer Lebensmut: Wolfgang Grupps erster Auftritt nach Suizidversuch

Wolfgang Grupp spricht erstmals nach seinem Suizidversuch über seine schwere Lebenskrise und zeigt auf der Bühne neue Stärke und Hoffnung.

Author - Mariella Mandurino
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Wolfgang Grupp kam am Montagabend zu einer Talkrunde ins Neue Kunstmuseum in Tübingen (<a href="https://www.bild.de/regional/baden-wuerttemberg/home-aK1F2gtJlD2xs4m3tWkn">Baden-Württemberg</a>). Es ist sein erster Auftritt.
Wolfgang Grupp kam am Montagabend zu einer Talkrunde ins Neue Kunstmuseum in Tübingen (Baden-Württemberg). Es ist sein erster Auftritt.Dennis Duddek/Imago

Er hat das wohl schlimmste Jahr seines Lebens hinter sich. Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp (83) hat vergangenes Jahr versucht, sich das Leben zu nehmen. Am Montagabend (2. März) trat der Unternehmer erstmals nach seinem schweren Schicksalsschlag wieder auf eine Bühne.

Wolfgang Grupp hat noch immer Beschwerden

Am 7. Juli 2025 begann Wolfgang Grupp mit einer Schusswaffe einen Suizidversuch. Schwer verletzt kam er mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik.

In einem damals veröffentlichten Schreiben verriet Grupp: „Ich bin im 84. Lebensjahr und leide an sogenannten Altersdepressionen. Da macht man sich Gedanken darüber, ob man überhaupt noch gebraucht wird. Ich habe deswegen versucht, mein Leben zu beenden.“

Ex-Linken-Chef Gregor Gysi (78) lud den Unternehmer zu einer Talkrunde auf der Bühne des Neuen Kunstmuseums in Tübingen (Baden-Württemberg) ein.

Gregor Gysi (l.) empfing Wolfgang Grupp am Montagabend an seinem Auto.
Gregor Gysi (l.) empfing Wolfgang Grupp am Montagabend an seinem Auto.Dennis Duddek /Imago

Grupp erschien, wie Bild berichtet, in einem schicken Anzug, lächelte viel und sprach offen über den versuchten Suizid. Als Grupp und Gysi vor dem Talk aufeinandertrafen, offenbarte der Ex-Trigema-Chef: „Ich habe noch Beschwerden. Ich höre nicht mehr so hundertprozentig. Ich würde am liebsten alles ungeschehen machen. Aber das ist nicht mehr möglich.“

Auf der Bühne im Neuen Kunstmuseum sprachen Wolfgang Grupp (l.) und Gregor Gysi offen über Grupps Suizidversuch.
Auf der Bühne im Neuen Kunstmuseum sprachen Wolfgang Grupp (l.) und Gregor Gysi offen über Grupps Suizidversuch.Dennis Duddek/Imago

Trotzdem brachte Wolfgang Grupp das Publikum auch immer wieder zum Lachen mit lustigen Anekdoten aus seinem Leben. Das Gespräch wurde aber immer wieder ernst. Über seinen neuen Alltag erzählte Grupp: „Ich gehe jeden Morgen in meine Hauskapelle und bete.“

Grupp gab seinen Jadgschein ab

Seinen Jagdschein gab der Ex-Trigema-Chef nach dem Suizidversuch ab. Vermutlich zum eigenen Schutz. Gysi fragte offen: „Sind Sie nach dem Suizidversuch wieder in der Lage, Ihr Leben zu genießen?“

Grupp hielt kurz inne, entgegnete dann aber: „Dass der Suizidversuch nicht geklappt hat, war Vorsehung. Sonst hätte ich nicht dieses Gespräch mit Ihnen führen können.“

Vor allem zeigt der Unternehmer in dem rund 70-minütigen Gespräch, dass das Leben nicht hoffnungslos ist und dass ein Kampf heraus aus einem Loch auch möglich ist.

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