Zum Abendessen

Rezept aus dem Gastmahl des Meeres: Eingelegter Brathering nach DDR-Art

Dieses Gericht bringt den Geschmack von damals zurück. Der sauer eingelegte Fisch passt perfekt zu frischem Brot oder Bratkartoffeln.

Author - Stefan Henseke
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Bratheringe schmecken perfekt, wenn man sie zwei Tage lang sauer einlegt. Dazu passt frisches Brot.
Bratheringe schmecken perfekt, wenn man sie zwei Tage lang sauer einlegt. Dazu passt frisches Brot.D. Darius/imagebroker/imago

In der DDR dürfte er auf fast keiner Speisekarte fehlen. Der eingelegte Brathering. Mal warm, mal kalt serviert. Mit Bratkartoffeln oder auch auf Brot. Im Gastmahl des Meeres in der Berliner Karl-Liebknecht-Straße gehörte dieser leckere Klassiker zu den Standards. Den Sie ganz einfach auch zu Hause zubereiten können. Lesen Sie hier das Rezept aus dem Ost-Berliner Kultrestaurant.

Brathering mit Bratkartoffeln kostete 2,50 DDR-Mark

Auf der Speisekarte aus dem Gastmahl des Meeres, die im DDR-Museum zu sehen ist, taucht Brathering sauer nach Mutters Art mit Bratkartoffeln und gemischten Frischkostsalat auf Position 8 auf. Unter „Warme Speisen“, als preiswerte Variante – für 2,50 DDR-Mark.

Die Gerichte von damals haben Preise, von denen man heute nur träumen kann. Teuerstes Gericht ist die Stralsunder Mix-Grillplatte (Edelfisch mit verschiedenen Saucen) mit Pommes für 4,50 Mark. Ungewohnt die „kalten Speisen“ – alles kam aus der Dose. So kostete die Dose Heringsfilets in Tomate und Sahne mit Brot und Butter 3 Mark.

33 von der HO betriebene Fischgaststätten unter dem Namen Gastmahl des Meeres gab es in der DDR. Das erste eröffnete am 28. Juli 1966 in Wismar. Die bekannteste Filiale aber war die in Berlin – nah an Fernsehturm und Palast der Republik, gleich gegenüber vom noblen  Palasthotel mit den kupferfarben getönten Fenstern.

Mit dem Gastmahl des Meeres gab es in der DDR zum ersten Mal so etwas wie Systemgastronomie, so wie man sie aus dem Westen kannte. Alles war einheitlich designt: die Menüs, das Geschirr, die Kleidung.

Die alte Speisekarte aus dem DDR-Museum Berlin zeigt, was es im Gastmahl des Meeres gab – und zu welchen Preisen.
Die alte Speisekarte aus dem DDR-Museum Berlin zeigt, was es im Gastmahl des Meeres gab – und zu welchen Preisen.DDR Museum Berlin

Mitunter gab es besondere Angebote (Spezialitäten aus afrikanischen Gewässern) – drei Fischsorten (Seelachs, Dorsch und natürlich Hering) waren damals aber immer im Angebot, schreibt Wikipedia.

Die Rezepte wurden oft von Fernsehkoch Rudolf Kroboth entwickelt, der Anfang der 60er-Jahre auch das Konzept für die Restaurantkette entwickelte. Eine besondere Spezialität: die sauer eingelegten Bratheringe. Hier kommt das Rezept aus dem Gastmahl des Meeres.

Die Zutaten für eingelegte Bratheringe nach DDR-Art

Die Zutaten: Für vier Portionen benötigen Sie 10 grüne (also frische) Heringe, 1/4 Liter Wasser, 1/8 Liter Essig, 3 in Scheiben geschnittene Zwiebeln, 2 Lorbeerblätter, 8 Gewürzkörner, 1 EL Zucker, 5 EL Bratöl, 6 EL Mehl, Worcestersauce, Salz und Pfeffer.

So werden die Bratheringe nach DDR-Art zubereitet

Schritt 1: Zuerst wird die Marinade angesetzt. In einen Topf das Wasser mit Essig, den Zwiebeln, den Lorbeerblättern, Gewürzkörnern und dem Zucker kräftig aufkochen und dann ziehen lassen.

Schritt 2: Nach dem Erkalten die Marinade nochmals abschmecken. Sie muss zum Schluss pikant und angenehm säuerlich schmecken.

Schritt 3: Die Heringe putzen, unter kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen.

Die Heringe werden in Mehl gewälzt knusprig gebraten.
Die Heringe werden in Mehl gewälzt knusprig gebraten.Uwe Möller/Funke Foto Services/imago

Schritt 4: Die Fische innen und außen salzen und pfeffern, jeweils mit ein paar Tropfen Worcestersauce und Essig würzen und dann in Mehl wenden.

Schritt 5: Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Heringe knusprig braten. Die Fische dabei mehrmals wenden.

Schritt 6: Nehmen Sie eine Auflaufform und gießen die kalte Marinade über die frisch gebratenen Heringe, stellen das Ganze zugedeckt kühl und lassen die Marinade zwei Tage lang einziehen.

Schritt 7: Sie können die fertig eingelegten Bratheringe pur, auf Brot oder auch zu Bratkartoffeln servieren. Dazu passt auch ein leckerer Gurkensalat.

Welche Gerichte bereiten Sie besonders gern zu? Schicken Sie uns Ihre Ideen per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com