In den Restaurants der DDR gab es öfters Schnitzel mit Leipziger Allerlei. Was besser klang als das, was serviert wurde. Leipziger Allerlei stand auf der Karte oft nur für ein etwas aufgepimptes Mischgemüse. Erst später entdeckte ich, dass das Gericht, richtig zubereitet, etwas Leckeres sein kann. Wir stellen Ihnen ein original DDR-Rezept vor.
Warum Spargel zum Leipziger Allerlei gehört
Schon im frühen 19. Jahrhundert wurde Leipziger Allerlei erstmals erwähnt. Selbst Johann Wolfgang von Goethe ließ es sich gerne servieren.
Der Legende nach soll Leipzigs Stadtschreiber Malthus Hempel vorgeschlagen haben, die Stadt solle sich „arm kochen“, um die damals reiche Stadt Leipzig nach den napoleonischen Kriegen (1803–1815) vor Bettlern und Steuereintreibern zu schützen.
Der Leipziger Trick: Speck verstecken, nur noch Gemüse servieren –sonntags vielleicht ein Krebslein dazu. „Und wer kommt und etwas will, der bekommt statt Fleisch ein Schälchen Gemüsebrühe und all die Bettler und Steuereintreiber werden sich nach Halle oder Dresden orientieren“, wird Hempel zitiert.
Es gibt allerlei Versionen von Leipziger Allerlei. Zu DDR-Zeiten wurden oft Spargel, Morcheln und Krebse weggelassen – das war Bückware, die es nur selten zu kaufen gab.
Aber gerade jetzt, im Frühjahr, ist das Gericht perfekt, um frühes Gemüse lecker auf den Tisch zu bringen. Und da gehört (weißer) Spargel unbedingt mit dazu. Der gibt dem Gericht erst das besondere Etwas.
Mit oder ohne Fleisch? Das ist auch eine Frage. Laut DDR-Rezept gehört eine Dose Krebsfleisch dazu. Frisch ist aber besser. Flusskrebsschwänze gehen auch. Aber rein vegetarisch schmeckt die Leipziger Spezialität auch sehr gut.
Die Zutaten für Leipziger Allerlei nach DDR-Rezept
Für vier Personen brauchen Sie vier Stangen weißen Spargel, einen kleinen Blumenkohl, 250 g grüne Bohnen, 250 g Erbsen, 250 g Karotten, 250 g Morcheln, 1 Dose Krebsfleisch (oder 1 Packung Flusskrebsschwänze aus der Kühltheke), 3 EL Schlagsahne, Butter, Zucker, Mehl, Salz, Pfeffer und Muskat.
So bereiten Sie Leipziger Allerlei zu
Schritt 1: Das Gemüse putzen, waschen und in Stücke schneiden. Ausnahme: Die Spargelstangen nicht zerstückeln, den Blumenkohl in Röschen zerlegen.
Schritt 2: Da die Garpunkte der Gemüsesorten unterschiedlich ist, sollte man, wenn die Zeit da ist, jede Sorte extra in wenig Wasser mit Salz, Pfeffer, Muskat und einer kleinen Prise Zucker garen. Ausnahme: Der Blumenkohl wird nur in Salzwasser gegart.
Schritt 3: Das Gemüse aus den Töpfen herausnehmen und warmstellen. Die Gemüsebrühen in einem Topf zusammengeben.



