Die Kosten für Rohstoffe schießen in die Höhe, und am Ende landet die Rechnung wieder beim Kunden. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg ist das nun schon zum zweiten Mal bei einem Produkt des Milka-Herstellers Mondelez der Fall. Schokoladen-Fans müssen jetzt ganz stark sein.
Noch im letzten Jahr machte Milka Negativ-Schlagzeilen, denn die Schokolade „Milka Alpenmilch“ war laut einer Umfrage der Verbraucherorganisation Foodwatch die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. Weil der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht und der Inhalt von 100 auf 90 Gramm verringert wurde, bekam der Hersteller Mondelez den Schmähpreis „Goldener Windbeutel“. Doch der Kater lässt das Mausen nicht, denn nun wurde Mondelez wieder dabei erwischt, eine Mogelpackung zu verkaufen.
Preissteigerung bei „Marabou Mjölkchoklad“ um 29 Prozent
Diesmal handelt es sich um die „Marabou Mjölkchoklad“, die viele vor allem von ihrem Ikea-Einkauf kennen werden. Grund für die Rüge der Verbraucherzentrale ist die Tatsache, dass statt 220 Gramm nunmehr nur noch 170 Gramm in einer Packung enthalten sind. Der Preis bleibt jedoch bei 4,99 Euro. Das ist ein Preisanstieg um 29 Prozent.

Die Änderung ist wohl nur für das geschulte Auge erkennbar. So wurde der Schriftzug „King Size“ auf der Krone entfernt, und die Grammzahl steht jetzt in der unteren rechten Ecke auf der Vorderseite der Verpackung.
Noch mehr Schokolade von Mondelez bekommt Preiserhöhung
Die „Mjölkchoklad“ ist nur der Anfang. Der Hersteller Mondelez teilte der Verbraucherzentrale Hamburg mit, dass weitere Sorten verkleinert werden. Die Verbraucherschützer gehen davon aus, dass diese Maßnahme die Sorten Nötchoklad (Nuss), Apfelsine Krokant, Mintkrokant, Salz-Mandel, Black Salzlakritz, Oreo und Daim betreffen wird.
Die markante Preiserhöhung ist, wie bekannt ist, nicht die erste bei Mondelez, aber sie ist auch nicht mal die erste bei dem Produkt „Marabou Mjölkchoklad“. Im April 2024 hatte die 220-Gramm-Tafel noch 3,99 Euro gekostet, inzwischen kostet sie 4,99 Euro. Dass die Füllmenge nun schrumpft, ist ebenfalls eine Preiserhöhung über Umwege.
Mondelez nennt hohe Produktionskosten als Grund für Preiserhöhung
Mondelez rechtfertigt seine Preiserhöhungen mit den hohen Kosten für Kakao sowie für Energie, Verpackung und Transport. „Das bedeutet, dass die Herstellung unserer Produkte viel teurer ist.“ Doch die Verbraucherschützer lassen das nicht gelten: „Der Preis für Kakao befindet sich seit einem Jahr auf Talfahrt. Zwar wirken sich Börsenpreise zeitverzögert im Handel aus, dennoch ist die erneute massive Verteuerung im Hause Mondelez verwunderlich.“ Einige andere Hersteller reduzieren ihre Schokoladenpreise aufgrund gefallener Kakaopreise wieder.
Shrinkflation nicht nur bei Milka und Co.
Das was Mondelez ohne Skrupel mit seinen Produkten tut, ist als Shrinkflation bekannt. Der Begriff beschreibt, wie Produkte in ihrer Größe oder Menge verringert werden, während der Preis gleich bleibt oder sogar steigt. Dies passiert häufig in verschiedenen Branchen und betrifft eine Vielzahl von Produkten.

Besonders häufig betroffen sind Snackprodukte wie Chips und Süßigkeiten aber auch Säfte oder Fertiggerichte. Sogar bei Zahnpasta wurde die Methode bereits angewendet. Wie auch bei größeren Verpackungen von Reis oder Nudeln verringert sich der Inhalt, der Preis bleibt gleich oder steigt. Das Ziel ist immer das Gleiche: Kosten und Erträge für den Hersteller optimieren und verschleiern, dass der Preis steigt.



