US‑Präsident Donald Trump verschärft den Konflikt um Grönland – und setzt nun auf massiven wirtschaftlichen Druck. Mit neuen Strafzöllen gegen acht europäische Staaten will er die EU zu einem Deal über den Kauf der Arktisinsel bewegen. In Brüssel wächst die Sorge vor einer Eskalation.
Trump kündigte am Samstag an, ab Februar zusätzliche Zölle gegen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark und vier weitere europäische Länder zu verhängen. Alle betroffenen Staaten sind Mitglieder der Nato. Die Abgaben sollen schrittweise steigen. Auf seiner Plattform Truth Social drohte Trump, die Zölle erst dann zurückzunehmen, wenn ein „vollständiger Kauf“ Grönlands vereinbart sei.
Trump will seine Verbündeten einschüchtern
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Bereits am Montag reist Donald Trump zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Beobachter sehen in der Zollandrohung eine gezielte Machtdemonstration. Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik sagt: „Trump setzt auf Einschüchterung und Demütigung der eigenen Verbündeten, vor allem Dänemarks und Grönlands.“
Die EU reagiert alarmiert. Am Nachmittag kommen die Botschafter der Mitgliedstaaten zu einer Krisensitzung in Brüssel zusammen. Die Spitzen der EU warnen vor einer gefährlichen Dynamik. „Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren“, heißt es aus Brüssel.
In Trumps eigener Partei wächst der Unmut
EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa betonen: „Europa wird weiterhin geeint und koordiniert vorgehen und sich für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen.“

Auch in den USA formiert sich Widerstand. Im Kongress kritisieren sowohl Demokraten als auch Republikaner die Pläne des Präsidenten. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, kündigt an, die Zölle per Gesetz verhindern zu wollen. „Die Demokraten im Senat werden ein Gesetz einbringen, um diese Zölle zu blockieren, bevor sie der amerikanischen Wirtschaft und unseren Verbündeten in Europa weiteren Schaden zufügen“, erklärt Schumer. Die törichten Zölle hätten bereits Preise steigen lassen und der US‑Wirtschaft geschadet.
Doch nicht nur die Demokraten gehen auf Distanz. Auch in Trumps eigener Partei wächst der Unmut. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina nennt die Entscheidung „schlecht für Amerika, schlecht für die amerikanische Wirtschaft und schlecht für Amerikas Verbündete“.
Der republikanische Abgeordnete Don Bacon wird noch deutlicher. Auf CNN sagt er, dass er und „die meisten Amerikaner“ Trumps Vorgehen ablehnten. Es sei beschämend, dass der Präsident Nato‑Partner bedrohe. „Die Tatsache, dass Grönland Teil der Nato ist, gibt dem Präsidenten alles, was er braucht, um mehr Militärbasen aufzubauen.“ Auf X schreibt Bacon: „Wir klingen zu sehr wie Putin und es ist falsch.“


