Konflikt eskaliert

Jetzt will Trump auch Mexiko angreifen

Nach der Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela nimmt der US-Präsident jetzt Mexiko ins Visier.

Author - Stefan Doerr
Teilen
US-Präsident Donald Trump bedroht jetzt auch Mexiko.
US-Präsident Donald Trump bedroht jetzt auch Mexiko.Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump treibt die militärische Eskalation im Kampf gegen den Drogenhandel weiter voran. Nach monatelangen Angriffen der US-Marine im östlichen Pazifik und in der Karibik kündigte Trump nun auch Bodenoperationen in Mexiko an. Ziel seien die mächtigen Drogenkartelle des Landes.

„Wir werden jetzt konkret gegen die Kartelle vorgehen. Die Kartelle beherrschen Mexiko“, sagte Trump in einem Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. Details zu Zeitpunkt, Umfang oder konkreten Zielen der geplanten Einsätze nannte der Präsident nicht.

Greift Trump wirklich den Verbündeten Mexiko an?

Ein militärisches Vorgehen auf mexikanischem Staatsgebiet ohne Zustimmung der Regierung in Mexiko-Stadt wäre ein weiterer, massiver Verstoß des US-Präsidenten gegen das Völkerrecht. Zudem wäre es ein beispielloser Angriff auf einen Verbündeten und einen der wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten.

Trumps Ankündigung kommt nur wenige Tage nach einer spektakulären Aktion der US-Streitkräfte in Venezuela. Am Samstag nahm die Delta Force den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in einem Anwesen in Caracas fest, wo er sich versteckt gehalten hatte.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum wehrt sich gegen jegliche US-Militärpräsenz in ihrem Land.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum wehrt sich gegen jegliche US-Militärpräsenz in ihrem Land.IMAGO/Eyepix Grou

Bisher 100 Tote bei US-Angriffen auf Drogenschmuggler

Die Festnahme gilt als Höhepunkt einer langjährigen militärischen und wirtschaftlichen Kampagne Washingtons gegen Maduros Regierung. Der Präsident soll sich nun in New York wegen Drogenhandels verantworten.

Seit September haben US-Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggel-Boote nach Angaben amerikanischer Behörden mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Trump hatte zuletzt außerdem erklärt, US-Streitkräfte hätten einen Anlegeplatz für solche Boote in Venezuela bombardiert.

Die Marineoperationen richteten sich gegen Schiffe, die im Verdacht stehen, Kokain und Fentanyl in internationalen Gewässern sowie vor der Küste Venezuelas zu schmuggeln. Trump sprach von der Durchsetzung einer faktischen Blockade gegen den Drogenhandel.

Zwei Kartelle liefern sich blutigen Machtkampf

Ein Einsatz von Bodentruppen gegen Kartelle in Mexiko würde eine massive Ausweitung der US-Angriffe in der Region bedeuten. In dem Land liefern sich vor allem das Sinaloa-Kartell und das Jalisco-Kartell der Neuen Generation einen blutigen Machtkampf. Allein im vergangenen Jahr kamen dabei mehr als 30.000 Menschen ums Leben.

Bereits im Februar 2025 hatte Trump sechs mexikanische Kartelle als ausländische Terrororganisationen eingestuft. Mexiko verurteilte diesen Schritt scharf und warnte vor einer Verletzung der nationalen Souveränität sowie vor einer möglichen Rechtfertigung militärischer Interventionen. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum lehnt eine US-Militärpräsenz auf mexikanischem Boden konsequent ab.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com