US-Präsident Donald Trump hat die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär nach eigenen Angaben live verfolgt. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News sagte Trump, er habe den Einsatz gemeinsam mit ranghohen Militärs in einem Raum seines Anwesens Mar-a-Lago beobachtet – es sei gewesen „wie in eine Fernsehsendung zu schauen“.
Er sprach von einem sehr komplexen Manöver und lobte die beteiligten Einheiten: „Wenn Sie die Geschwindigkeit und die Gewalt gesehen hätten – es war unglaublich.“ Nach seinen Worten durchbrachen US-Soldaten unter anderem speziell gesicherte Stahltüren; zudem habe eine große Zahl von Flugzeugen, Hubschraubern und Kampfjets bereitgestanden.
Venezuela beantragt UN-Krisensitzung
Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro hat die Regierung in Caracas eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, hieß es in einem Schreiben des Außenministeriums an den ständigen Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, der im Januar dem Weltsicherheitsrat vorsteht.
Der UN-Sicherheitsrat solle die Aggression verurteilen und die Einstellung der Angriffe fordern.
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Die Luftschläge richteten sich vorwiegend gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen. Maduro wurde in New York unter anderem wegen Drogendelikten angeklagt.
Trump meldet Maduro und dessen Ehefrau als gefasst
Keine vier Stunden nach dem Angriff der USA auf die venezolanische Hauptstadt Caracas meldet sich US-Präsident Donald Trump: Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau sind gefasst. Sie seien aus dem südamerikanischen Land ausgeflogen worden, teilte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social mit.

Es könnte das vorläufige Ende der militärischen Operation sein, die in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) mit starken Explosionen und Lärm, der an den Überflug von Flugzeugen erinnerte, begann. Der Vorfall startete gegen 02.00 Uhr (Ortszeit, 07.00 Uhr MEZ). Auf Bildern sind Feuer und Rauchwolken zu sehen. Die venezolanische Regierung warf den USA in einer ersten Erklärung einen „schweren militärischen Angriff“ vor, rief den Ausnahmezustand aus und ordnete eine Mobilisierung des ganzen Landes zur Abwehr „dieses imperialistischen Angriffs“ an. Wenig später bestätigen die USA den Militäreinsatz gegen Venezuela. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen.
Auf vom Fernsehsender NTN24 veröffentlichten Bildern waren Explosionen und Rauchwolken zu sehen. Mehrere davon ereigneten sich im Gebiet La Carlota, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen.

Venezuela kündigt machtvolle Reaktion an
Venezuelas Vizepräsidentin Rodríguez sagte in einer Audiobotschaft: „In dieser brutalen Situation und angesichts dieses brutalen Angriffs kennen wir den Aufenthaltsort von Präsident Nicolás Maduro und der Primera Dama (Präsidentengattin) Cilia Flores nicht.“ US-Vizeaußenminister Christopher Landau verkündete unterdessen, dass für Venezuela eine „neue Ära“ angebrochen sei. „Der Tyrann ist weg. Er wird sich - endlich - für seine Verbrechen vor der Justiz verantworten müssen“, schrieb Landau im Onlinedienst X.
Die venezolanische Regierung warf der US-Regierung einen „schweren militärischen Angriff“ vor, der sich gegen „zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda, Aragua sowie La Guaira rund um Caracas“ gerichtet habe. „Die Truppen der Invasoren (...) haben unseren Boden entweiht“, sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino. Er warf den USA vor, auch Wohngebiete mit Zivilisten bombardiert zu haben. Derzeit würden Informationen über „Verletzte und Tote“ zusammengetragen. Padrino kündigte in einer in den Onlinenetzwerken verbreiteten Rede an, dass es einen „massiven Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischer Mittel geben“ werde.
Russland verurteilt den Angriff der USA
Russland hat den US-Militärangriff auf Venezuela mit deutlichen Worten verurteilt. Das Vorgehen sei „zutiefst beunruhigend und verwerflich“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau. Es gebe keine Rechtfertigung für diese „bewaffnete Aggression“.
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen. Das Militär versenkte zuletzt eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, die Küstenwache beschlagnahmte mit Sanktionen belegte Öltanker. US-Präsident Donald Trump bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen Land.
