Grönland-Streit

Hitzige Diskussion bei Lanz über Trump – und den Druck auf Kanzler Merz

Spannende Talkrunde bei Lanz. US-Präsident Donald Trump pokert um Grönland – und plötzlich steht Friedrich Merz im Feuer.

Author - Sharone Treskow
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Hat Friedrich Merz sich im Umgang mit Trump richtig verhalten? Bei Markus Lanz wird hitzig diskustiert.
Hat Friedrich Merz sich im Umgang mit Trump richtig verhalten? Bei Markus Lanz wird hitzig diskustiert.dts Nachrichtenagentur/imago

Wie soll Deutschland sich US-Präsident Donald Trump gegenüber verhalten? Ganz klar: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bundeskanzler Friedrich Merz steht unter großem Druck.

Fassungslosigkeit bei Lanz über Trump

In der jüngsten „Markus Lanz“-Runde dominierte die Fassungslosigkeit über Donald Trumps offen formulierten Machtanspruch auf Grönland. CDU‑Politiker Claus Ruhe Madsen sprach von etwas „total Verrücktem“ und schilderte die tiefe Betroffenheit in Dänemark, das Grönland „in seiner DNA“ trage. Die USA, einst „großer Bruder“, wirkten nun wie ein Partner, der plötzlich „in den Rücken fällt“.

Donald Trump will Grönland. Die Frage, wie Europa sich wehren sollte, ist schwierig zu beantworten.
Donald Trump will Grönland. Die Frage, wie Europa sich wehren sollte, ist schwierig zu beantworten.Celal Gunes / Imago

Während Madsen klare Gegenmaßnahmen der EU forderte, warnte die Journalistin Kerstin Münstermann vor Eskalation. Ein Einbinden der USA sei nötig – schließlich stehe die Ukraine „mit dem Rücken zur Wand“ und brauche Washington dringend. Ein Handelskrieg, so ihre Einschätzung, wäre fatal.

Die heikle Rolle von Kanzler Merz

Besonders Bundeskanzler Friedrich Merz geriet indirekt in den Fokus der Kritik. Er hatte betont, Deutschland wolle nicht Spielball der Weltmächte sein – doch laut Münstermann gehört die deutsche Grönlandpolitik zu den größten Herausforderungen seines Amts.

Die Entsendung von 15 Bundeswehrsoldaten nach Grönland, gedacht als politisches Signal, wurde in der Runde nahezu einhellig als Fehler bewertet. In den USA sei sie als Provokation verstanden worden.

Journalistin Kerstin Münstermann stellt klar: Grönland ist eine große Herausforderung für Merz.
Journalistin Kerstin Münstermann stellt klar: Grönland ist eine große Herausforderung für Merz.teutopress GmbH/imago

Münstermann erinnerte daran, dass diese Mission „nach hinten losging“ – und damit auch Merz’ Anspruch auf strategische Souveränität untergrub. Lanz selbst sprach von einem „aufgescheuchten Hühnerhaufen“, der überhastet reagiere, nur um 48 Stunden später wieder abzuziehen.

„Sollen wir US‑Flugzeuge abschießen?“

Politologe Peter Neumann formulierte es noch schärfer: Die europäische Kommunikation sei schlecht abgestimmt gewesen, und gerade Deutschland habe den Eindruck vermittelt, als reagiere es impulsiv statt strategisch. Für Merz bedeutet das: Er muss den Balanceakt schaffen zwischen transatlantischer Treue und europäischer Selbstbehauptung – während jede unbedachte Bewegung in Washington als Affront gelesen wird.

Neumann warnte eindringlich vor militärischen Provokationen der USA, sollte Trump seine Drohungen ernst machen: niedrige Überflüge von US‑Jets über Grönland, Manöver im Nato‑Grenzraum. Europa habe darauf „keine Antwort“. Münstermann brachte die brennende Frage auf den Punkt: „Sollen wir US‑Flugzeuge abschießen?“ – ein Satz, der die strategische Hilflosigkeit der EU schlaglichtartig beleuchtete.

Markus Lanz zeigt sich tief besorgt: Sollte Deutschland besser aufpassen im Umgang mit den USA?
Markus Lanz zeigt sich tief besorgt: Sollte Deutschland besser aufpassen im Umgang mit den USA?teutopress GmbH/imago

Am Ende stand Lanz’ düstere Schlussfrage: „Gerät die Welt unter die Räder, wenn wir nicht aufpassen?“ Für Kanzler Merz war diese Sendung ein Warnsignal: Die Grönlandkrise entwickelt sich zum ersten großen Härtetest seiner außenpolitischen Führungsrolle.

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