Große Ungleichheit

„Skandalöser Rückstand“: Neue Zahlen zeigen, wie viel Ost-Rente Sie weniger kriegen

Ostrentner kämpfen mit drastischen Einkommensunterschieden: Im Durchschnitt erhalten Senioren jährlich deutlich weniger als ihre westdeutschen Kollegen.

Author - Sebastian Krause
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Die Renten in Ostdeutschland fallen nach neuesten Zahlen deutlich geringer aus als im Westen.
Die Renten in Ostdeutschland fallen nach neuesten Zahlen deutlich geringer aus als im Westen.Stephanie Pilick/dpa

Der Osten hängt hinterher. Rentner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im Schnitt mehrere Tausend Euro weniger Einkommen im Jahr zur Verfügung als in den West-Bundesländern. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erfragt hat.

Wagenknecht: „skandalöser Rückstand“

„Das ist für Ostrentner ein skandalöser Rückstand. Von einer Renteneinheit sind wir auch 36 Jahre später meilenweit entfernt“, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.

Rentner im Osten bekommen weniger Geld

Laut Statistischem Bundesamt bekamen im vergangenen Jahr Frauen und Männer ab 65 Jahren in Sachsen im Schnitt 25.202 Euro. In Sachsen-Anhalt waren es 25.090 Euro und in Thüringen 26.032 Euro – im Westen dagegen 29.577 Euro. Zwischen Frauen und Männern gibt es noch einmal Unterschiede, bei Frauen fällt das Einkommen geringer aus.

Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), spricht von einem skandalösen Rückstand bei den Ostrenten.
Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), spricht von einem skandalösen Rückstand bei den Ostrenten.Michael Bahlo/dpa

Die Summen beschreiben das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen. Dahinter verbirgt sich ein statistisches Pro-Kopf-Einkommen. Es macht den tatsächlichen Lebensstandard von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung vergleichbar, da Positionen wie die gemeinsam getragene Miete und der geringere Konsumbedarf von Kindern berücksichtigt werden.

BSW sieht ein grundsätzliches Problem

Das BSW im sächsischen Landtag sieht darin ein grundsätzliches Problem. „Der Osten hatte und hat keine Lobby in der Bundesregierung. Auch das ist ein Faktor, weshalb die Zufriedenheit mit dem politischen System an sich und der Bundesregierung im Besonderen in Ostdeutschland noch geringer als in Westdeutschland ausfällt“, betonte der sächsische BSW-Abgeordnete Nico Rudolph.

Der Osten hatte und hat keine Lobby in der Bundesregierung.

Nico Rudolph, Sächsischer BSW-Abgeordneter

Dieser Umstand werde sich erst ändern, wenn Deutschland wieder eine Bundesregierung habe, „die die Interessen der Ost- und Westdeutschen nach sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Vernunft beachtet und umsetzt“.

Bundesregierung will Rentenniveau kürzen

Wagenknecht warnte außerdem vor einer weiteren Verschlechterung. „Sollte die Bundesregierung nach den Plänen der Rentenkommission jetzt auch noch das Rentenniveau kürzen, dann wäre das vor allem auch ein Schlag gegen Ostrentner, weil sie in der Regel nur die gesetzliche Rente haben“, argumentierte sie.

Sollte das so kommen, werde das BSW „zu Rentenprotesten aufrufen und die Ostwahlen zur Volksabstimmung gegen die Rentenreform machen“.

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