Luxus in Los Angeles, Ferrari und Poolpartys – das ist alles nichts Neues für die Serienfans. Doch die emotionalsten Momente der neuen Staffel von „Kaulitz & Kaulitz“ spielen nicht in Hollywood, sondern in Sachsen-Anhalt. Die Tokio-Hotel-Brüder sprechen offen über ihre Kindheit, Angst und ihre Rückkehr nach Loitsche bei Magdeburg.
Netflix-Serie: Kaulitz-Brüder über Kindheit im Osten
Die neue Staffel von „Kaulitz & Kaulitz“ startet gewohnt schrill: Luxus und jede Menge Promi-Trubel. Doch dann wird es emotional, als Bill und Tom in ihre Heimat, Loitsche bei Magdeburg, zurückkehren. Für Bill ist die Rückkehr zunächst beruflich. In Loitsche entsteht ein Fotoshooting für die deutsche „Vogue“, deren Cover er später als erster deutscher Künstler ziert. Später kehrt auch Tom zurück.

Gemeinsam organisieren die Brüder ein Wiedersehen mit ehemaligen Klassenkameraden und Freunden. Dabei kommen Erinnerungen hoch, die sie bis heute begleiten. „Für uns war es wichtig, nochmal zu sehen: Was ist denn aus unseren Freunden geworden? Wie ist es für die weitergegangen? Wie gucken die auf uns? Verfolgen die uns noch? Denken die noch an uns? Weil wir denken viel an sie“, sagt Bill.
Angst gehörte zum Alltag der Brüder
Besonders bewegend sind die Schilderungen über ihre Kindheit in Sachsen-Anhalt. Tom beschreibt Loitsche in der Serie mit den Worten: „Loitsche war Gefängnis.“ Freiheit habe für ihn bedeutet, mit der S-Bahn nach Magdeburg zu fahren.
Auch Mutter Charlotte erinnert sich an schwierige Zeiten. Sie erzählt, dass sie ihre Söhne an dunklen Winterabenden teilweise mit Baseballschläger, Schreckschusspistole und Hund vom Bahnhof abgeholt habe.

Der Grund: In ihrer Umgebung seien viele Rechtsextreme unterwegs gewesen. „Und meine Kinder waren kunterbunt. Und die wurden ständig angegriffen“, erinnert sie sich. Auch Bill berichtet von Mobbing und Übergriffen während der Schulzeit.
Kaulitz-Kindheit: Wenig Geld, aber starker Zusammenhalt
Die Brüder sprechen auch über die bescheidenen Verhältnisse in ihrer Kindheit. Oft habe sich die Familie das Badewasser geteilt, am Wochenende sei eine Tüte Chips etwas Besonderes gewesen. Bill erinnert sich außerdem daran, ohne Fahrschein gefahren und vor Kontrolleuren davongelaufen zu sein. Erst nach ihrem Musik-Erfolg mit Tokio Hotel änderte sich das Leben der Familie grundlegend.

Natürlich bleibt die Serie ihrem bekannten Mix aus Reality, Humor und Luxus treu. Bill feiert Poolpartys in Los Angeles, besucht mit Tom Veranstaltungen und spricht offen über sein Datingleben. Gleich zu Beginn schenkt Tom seinem Bruder als Scherz sogar einen sogenannten Peniskäfig, nachdem Bill einen „Männerdetox“ angekündigt hatte.


