Das ist ja eine affengeile Entdeckung! Jahrelang lebte dieser geheimnisvolle Primat unbemerkt tief im Regenwald und jetzt haben Forscher ihn erstmals als völlig neue Affenart bestätigt. Doch die Sensation hat einen bitteren Beigeschmack: Der seltene Affe könnte schon wieder verschwinden, bevor ihn die Welt überhaupt richtig kennengelernt hat.
Die neue Affenspezies ist stark gefährdet
Die am engsten mit den Stummelaffen verwandte Art trägt den wissenschaftlichen Namen Colobus congoensis und lebt ausschließlich in einem kleinen Gebiet im Regenwald der Demokratischen Republik Kongo. Das Problem: Sein Lebensraum ist stark begrenzt, zudem setzen ihm Abholzung und Jagd zu. Das internationale Forschungsteam schlägt deshalb vor, die neue Art auf die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet setzen zu lassen.
Dabei geriet der geheimnisvolle Affe Forschern schonmal unter die Linse. 2008 wurde das Tier zum ersten Mal geknipst. Bitter: Die Aufnahme reichte nicht, um tatsächlich nachzuweisen, dass es eine noch nicht entdeckte Art ist. Dann sahen sie ihn zehn Jahre später das nächste Mal und erzielten einen Erfolg.
Seitdem wird der Primat von Experten genau unter die Lupe genommen. Es folgten genetische Untersuchungen, Analysen seiner speziellen Rufe und der Vergleich des Körperbaus mit anderen Affenarten. Und die Überraschung war groß: Der Colobus congoensis ist eine ganz eigene Spezies.
Auch Wissenschaftler aus Deutschland waren beteiligt
Und der fellige neue Freund ist auch noch super süß. Er ist ein kleines, zierliches Tier. Er trägt glänzend schwarzes Fell, besitzt einen langen, geschwungenen Schwanz und hat eine auffällige orange-cremefarbene Gesichtszeichnung rund um Maul und Nase. Außerdem ist er mit rund sieben Kilogramm deutlich kleiner als viele seiner Verwandten. Auch seine tiefen, markanten Rufe unterscheiden ihn von anderen afrikanischen Stummelaffen.

In den umliegenden Dörfern ist der Affe unter dem Namen „Likweli“ bekannt. Die Einheimischen beschreiben ihn als äußerst scheu und genau das bestätigten auch die Beobachtungen der Wissenschaftler. Zwischen 2018 und 2022 gelangen lediglich 114 Sichtungen in einem Verbreitungsgebiet von nur etwa 1700 Quadratkilometern. Flüsse und Waldränder scheinen die Population zusätzlich voneinander abzuschotten.
An der Studie waren Wissenschaftler mehrerer internationaler Einrichtungen beteiligt, darunter die Florida Atlantic University, die Yale University, die Lukuru Wildlife Research Foundation, die City University of New York, der Lomami-Nationalpark sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachmagazin „PLOS One“.



