Der neue Star im Raubtierhaus des Berliner Zoos heißt Tikal, ist pechschwarz, jung, beeindruckend – und sorgt schon jetzt für neugierige Blicke. Der Jaguar-Kater wurde am 3. September 2024 im französischen Zoo Lumigny Safari Reserve geboren und übernimmt nun den Platz von seinem Vorgänger, Jaguar Aloha.
Ein geheimnisvoller Neuzugang
Wer Tikal sieht, denkt sofort an Filmhelden aus dem Dschungelbuch und Mythen. Doch der „Schwarze Panther“, wie viele ihn nennen, ist in Wirklichkeit gar keine eigene Art – sondern eine besondere Farbvariante des Jaguars. Verantwortlich dafür ist Melanismus, eine genetische Besonderheit, die für extrem dunkle Pigmente sorgt.
Beim Jaguar kommt diese Variante sogar relativ häufig vor. Trotzdem ist jedes Tier ein Unikat: Manche wirken komplett schwarz, bei anderen schimmern die typischen Rosetten je nach Licht durch.
Bei Tikal im Berliner Zoo sind die Muster besonders gut zu erkennen – ein spannender Kontrast im dunklen Fell.

Warum schwarze Jaguare so selten sind
Obwohl das dunkle Fell genetisch dominant vererbt wird – ein Elternteil reicht – machen melanistische Jaguare nur rund zehn Prozent der Gesamtpopulation aus. Im selben Wurf können sogar normalfarbige und schwarze Jungtiere nebeneinander liegen.
Florian Sicks, Zoologe im Zoo Berlin, erklärt: „Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich. Manche Tiere sind fast komplett schwarz, bei anderen sieht man die Rosetten deutlich. Tikal gehört zu denen, bei denen das Muster schön sichtbar bleibt.“
Wesen zwischen den Welten
Der Name „Tikal“ kommt nicht von ungefähr. Er verweist auf die berühmte Maya-Stadt im heutigen Guatemala – mitten im natürlichen Lebensraum der Jaguare. Für die Maya war der Jaguar ein mächtiges Symbol, ein Wesen zwischen den Welten.

Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem zeigt sich begeistert: „Schwarze Jaguare vereinen Eleganz und Anpassungsfähigkeit. Wir freuen uns sehr, diese besondere Erscheinungsform wieder im Zoo Berlin zeigen zu können. Ein schwarzer Jaguar war lange nicht mehr bei uns zu sehen.“ Gleichzeitig sei Tikal ein Botschafter für den Schutz tropischer Wälder.
Perfekt getarnt im Dschungel
In den schattigen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas verschafft das dunkle Fell den Tieren einen echten Vorteil. Sie sind nahezu unsichtbar, schleichen lautlos durch dichtes Unterholz und überraschen ihre Beute aus dem Hinterhalt.
Wer Tikal live erleben will, kann ihn ab sofort im Raubtierhaus des Zoo Berlin besuchen. Seine Ausstrahlung – geheimnisvoll, kraftvoll, fast schon mystisch – zieht Besucherinnen und Besucher sofort in den Bann.
Spannend: Auch bei Leoparden kommt es zu schwarzen Exemplaren: Doch Jaguare sind sowohl größer als auch schwerer als Leoparden und haben einen markanten, breiten Kopf.
Außerdem unterscheiden sich die Verbreitungsgebiete der Tiere voneinander. Leoparden sind vor allem in Afrika und Asien beheimatet. Jaguare wie Tikal dagegen finden sich in freier Wildbahn in Mittel- und Südamerika.


