Es klingt wie ein Scherz, war aber ernsthafte Forschung: Wissenschaftler haben Menschenaffen gekitzelt, ihr Glucksen aufgenommen – und dabei eine erstaunliche Gemeinsamkeit mit uns Menschen entdeckt. Mensch und Affe lachen im selben Rhythmus, und das offenbar schon seit rund 15 Millionen Jahren.
Gekitzelt für die Wissenschaft
Für die Studie der Universität Warwick, erschienen im Fachjournal Communications Biology, wertete das Team Lach-Aufnahmen von 13 Menschenaffen aus – vier Orang-Utans, zwei Gorillas, drei Bonobos und vier Schimpansen – sowie von vier Kindern im Alter von sechs Monaten bis sieben Jahren. Aufgenommen wurde in vertrauter Umgebung, beim Spielen und beim Kitzeln, insgesamt 140 einzelne Lach-Sequenzen.
Das Ergebnis war eindeutig: Alle lachen mit gleichmäßigen, regelmäßig getakteten Abständen zwischen den einzelnen Lauten. Am deutlichsten zeigte sich dieses Muster beim Kitzeln, während wildes Toben den Rhythmus eher durcheinanderbrachte. Weil sich alle heute lebenden Menschenaffen dieses Takts bedienen, kommen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis: Schon der gemeinsame Vorfahre, der vor etwa 15 Millionen Jahren lebte, muss genau so gelacht haben.

Das ist mehr als eine nette Kuriosität. „Sprache hinterlässt keine Fossilien“, erklärt Studienleiterin Chiara De Gregorio und genau deshalb ist das Lachen so wertvoll. Es ist evolutionär älter und wird von allen Menschenaffen geteilt, bietet also einen seltenen Einblick in die Entwicklung unserer Stimme. Die Sprache des Menschen sei demnach nicht plötzlich entstanden, sondern die Verfeinerung von Fähigkeiten, die unsere Vorfahren über 15 Millionen Jahre hinweg geschliffen haben.
Einen Unterschied gibt es aber: Unser Lachen ist schneller und vielfältiger und klingt je nach Situation anders – höflich gluckst es sich bei offiziellen Anlässen, mit Freunden in der Kneipe wird es deutlich herzhafter. Dass die Stichprobe vor allem bei Gorillas und Bonobos klein war, räumen die Forscher selbst ein – größere Untersuchungen sollen folgen.
Nicht nur Affen lachen
Lachen können übrigens längst nicht nur Affen und Menschen. Kitzelt man etwa Ratten, antworten sie mit hohem Ultraschall-Quietschen – nur folgt das eben nicht dem menschlichen Muster. Die Forschung würde nun gern auch andere Tiere mit verspielter Mimik aufnehmen, etwa Hunde, Pferde und Katzen.


