Die Luft ist entscheidend

Ihre Haut sieht abends plötzlich anders aus? Daran könnte Ihre Wohnung schuld sein!

Trotz Pflege wirkt Ihre Haut oft fahl? Ein Berliner Hautarzt erklärt, warum trockene Raumluft, Klimaanlagen und Feinstaub den Teint belasten können.

Author - Mariella Mandurino
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Abends sieht nicht nur die Welt, sondern auch die Haut ganz anders aus. Falsches Raumklima kann dazu führen, dass die Haut schlechter wird.
Abends sieht nicht nur die Welt, sondern auch die Haut ganz anders aus. Falsches Raumklima kann dazu führen, dass die Haut schlechter wird.KI-generiert

Sie cremen, pflegen und gönnen Ihrer Haut teure Pflegemittel. Und trotzdem bleibt der Anblick im Spiegel am Abend bitter. Der Teint sieht immer noch fahl aus. Viele vermuten jetzt, dass es am alltäglichen Stress, dem Schlafmangel oder sogar dem Alter liegt. Doch der wahre Haut-Killer könnte direkt in Ihrem Wohnzimmer oder Büro lauern: die Raumluft.

Heizungsluft, Klimaanlagen, Feinstaub: Sie machen unsere Haut kaputt

Nicht nur UV-Strahlen oder falsche Pflege setzen unserer Haut zu. Auch trockene Heizungsluft, Klimaanlagen oder Feinstaub in Innenräumen können dafür sorgen, dass die Haut schneller Feuchtigkeit verliert und fahl wirkt. Darauf weist der Luftqualitätsspezialist Coway (Hersteller von Luftreinigungs- und Wassertechnologie) gemeinsam mit dem Berliner Dermatologen Dr. Florian Nitsch hin.

Ein Luftbefeuchter kann gut für die eigene Haut sein.
Ein Luftbefeuchter kann gut für die eigene Haut sein.Vladdeep/Imago

Dass unsere Haut nach dem Aufstehen häufig frischer aussieht, als am Abend vor dem ins Bett gehen, sei nicht ungewöhnlich, betont Nitsch. Denn in der Nacht läuft die Regeneration unserer Haut auf Hochtouren. „Am Morgen ist sie meist gut durchfeuchtet, die Hautoberfläche erscheint glatter und reflektiert Licht besser.“ Im Laufe des Tages verliert sie dann jedoch immer mehr Feuchtigkeit. Das kann dann dazu führen, dass die Haut deutlich müder wirkt.

Der Haut-Killer liegt vor allem dort, wo wir uns am wohlsten fühlen oder durch die Arbeit täglich hin müssen: in Innenräumen. Durch die stundenlange Konfrontation mit Heizungsluft oder Klimaanlagen herrscht in den Räumen eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit. „Diese Faktoren können die Hautbarriere belasten und dazu führen, dass die Haut schneller Feuchtigkeit verliert“, so Nitsch.

Florian Nitsch ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Ästhetische Medizin und Lasermedizin
Florian Nitsch ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Ästhetische Medizin und LasermedizinHaut Lasercentrum Potsdam / Berlin

Statt also in verschiedene teure Cremes zu investieren, sollte lieber auch die Umgebung gecheckt werden. Denn diese nimmt erheblichen Einfluss auf unsere Hautgesundheit. Das ist aber noch längst nicht der einzige Haut-Killer. Nitsch: „Neben trockener Luft können auch Feinstaubpartikel, Pollen, flüchtige organische Verbindungen oder andere Belastungen in Innenräumen eine Rolle spielen. Die Auswirkungen sind meist subtil: Die Haut wirkt weniger frisch, empfindlicher oder trockener.

Gute Hautpflege ist nur die Basis, die Luftfeuchtigkeit ist aber entscheidend

Natürlich verändert sich durch schlechtere Raumluft die Haut nicht von heute auf morgen. Aber wer über mehrere Jahre solchen Bedingungen ausgesetzt ist, wird die Hautschädigung später im Gesicht bemerken. Die Haut besitze gewissermaßen ein Gedächtnis, sagt der Dermatologe. „Viele kleine Belastungen summieren sich über Jahre.“

Mit einer guten Hautpflege und Produkten, die zum Hauttypen passen, kann zwar dagegen angegangen werden, eine endgültige Lösung für das Problem, ist sie aber nicht. Sie bildet lediglich die Basis. Denn neben den richtigen Inhaltsstoffen einer Creme, spielten auch Bewegung, Ernährung, Schlaf und eben das Raumklima eine wichtige Rolle.

Aber wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit dann sein? Am besten sollen Werte zwischen 40 und 60 Prozent im Raum sein. Sollten die Werte dauerhaft darunterliegen, wird der Haut schneller Wasser entzogen. Deshalb lohnt es sich, auch das Raumklima zu checken. Wer aber nicht viel Geld für einen Luftbefeuchter ausgeben will, kann auch diese einfach Haushaltstricks anwenden.

Die Wäsche in der Wohnung zu trocknen kann einen positiven Effekt auf die Luftfeuchtigkeit haben.
Die Wäsche in der Wohnung zu trocknen kann einen positiven Effekt auf die Luftfeuchtigkeit haben.Wolfgang Maria Weber/Imago

Das können Sie in Ihrer Wohnung tun

Wäsche in der Wohnung trocknen: Feuchte Kleidung oder Handtücher geben beim Trocknen Wasser an die Raumluft ab und können so die Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Schalen mit Wasser aufstellen: Stellen Sie eine Schüssel oder ein Gefäß mit Wasser auf die Fensterbank oder in die Nähe der Heizung. Durch die Wärme verdunstet das Wasser schneller.

Feuchtigkeit aus dem Bad nutzen: Nach dem Duschen können Sie die Badezimmertür geöffnet lassen, damit sich die warme, feuchte Luft in der Wohnung verteilt.

Beim Kochen Dampf entstehen lassen: Lassen Sie Töpfe beim Kochen möglichst ohne Deckel oder nur leicht abgedeckt, damit der Wasserdampf in den Raum gelangen kann.

Auch Coway verweist auf die Bedeutung der Luftqualität. „Viele Menschen investieren viel Zeit und Geld in ihre Hautpflege, schenken ihrer unmittelbaren Umgebung jedoch kaum Aufmerksamkeit“, erklärt das Unternehmen. Dabei würden Menschen im Schnitt bis zu 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen verbringen.

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Ihre Haut nach einem langen Tag im Büro oder zu Hause deutlich trockener oder fahl wirkt? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com