Vor der Hitzewelle vor zwei Wochen hatten viele Menschen ordentlich Angst – der Tag mit den absoluten Rekordtemperaturen fiel auf den Siebenschläfertag. Eine alte Bauernregel besagt, dass sich an diesem Tag entscheidet, wie das Wetter der nächsten sieben Wochen wird. Was viele nicht wissen: Die Siebenschläferregel gilt nicht für einen einzigen Tag, sondern für einen Zeitraum von mehreren Wochen Laut Meteorologe Johannes Habermehl von Meteored endet diese heiße Phase jetzt. Was das für unser Wetter im Juli und August bedeutet.
Bestimmt der Siebenschläfertag wirklich das Wetter?
Viele glauben noch immer, dass der Siebenschläfertag das Wetter bestimmt – und dass das Wetter der darauffolgenden sieben Wochen sich an dem einen Tag orientiert. Doch das stimmt nicht: Für Meteorologen ist ein größerer Zeitraum entscheidend, wenn es um das Sommerwetter geht. „Die Siebenschläferregel bezeichnet keinen einzelnen Stichtag am 27. Juni, sondern einen mehrwöchigen Zeitraum, der nun in seine entscheidende Phase eintritt und am 10. Juli ausläuft“, sagt Meteorologe Johannes Habermehl von Meteored.
Der Hintergrund ist simpel – und hat überhaupt nichts mit dem Siebenschläfer zu tun. „Anfang Juli haben sich die großräumigen Luftströmungen über Europa in der Regel auf ein stabiles Muster eingependelt“, erklärt Habermehl. „Was sich bis zum 10. Juli durchsetzt, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit über mehrere Wochen bestehen.“ Vor allem die aktuelle Woche gelte als richtungsweisend für das Wetter im Juli und August – und könnte bestimmen, was wir für den Rest des Sommers für ein Wetter erleben.

Für alle, die etwas gegen die Hitze haben, sieht es nicht gut aus: Laut Habermehl deutet sich ein Sommerhoch an, das sich über Europa festsetzen könnte. Ein Wetterumschwung sei derzeit nicht in Sicht. „Solche Hochdruckgebiete sind besonders stabil, da der aufgeheizte Boden das System zusätzlich stützt und kleinere Störungen abgeschwächt werden“, sagt er. Schon seit Tagen wird vor einer neuen Hitzewelle gewarnt, die bereits am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen soll. In manchen Regionen Deutschlands könnten die Werte dann wieder an der 40-Grad-Marke kratzen.
Das ist der Hitze-Fahrplan für die kommenden Tage
Das sagt auch Wetter-Forscherin Kathy Schrey von wetter.net. Schon am Donnerstag ist das Wetter durch ein Sommer-Hoch beeinflusst. Und: Es handele sich schon um ein blockierendes Hoch, sagt sie. „Das heißt: Auch in den nächsten Tagen gibt es auch keinen Niederschlag.“
Am Donnerstag reichen die Temperaturen von 24 Grad an der Küste bis hin zu 34 Grad um Südwesten Deutschlands. Am Freitag könnten es dann regional bis zu 36 Grad werden, am Samstag sogar 38 Grad. „Wir werden schon wieder Temperaturen ausmachen, die im Wüstenbereich liegen“, sagt Schrey.
Der Sonntag beendet das Wochenende mit satten 37 Grad. Das Wochenende bekommt dazu kräftige Unterstützung von der Sonne: Am Samstag etwa werde das Maximum an Sonnenstunden erreicht, sagt Schrey. Auch am Montag gibt es zum Start in die neue Woche 35 Grad, der Sommer lässt also in Teilen Deutschlands nicht nach. Am Dienstag werden es immerhin 33, am Mittwoch wieder 35 Grad. Allerdings hängt es auch stark davon ab, wo in Deutschland man sich befindet.
In Berlin wird das WEtter nicht ganz so heiß
Beispiel Berlin: Hier wird es warm, aber von der extremen Hitze im Südwesten Deutschlands bekommen wir nur wenig ab. Die Prognosen sehen 25 Grad am Donnerstag, 28 Grad am Freitag, 29 Grad am Samstag und 30 Grad am Sonntag.
Erst am Montag und Dienstag liegen die Werte dann mit 32 und 33 Grad über der 30-Grad-Marke. Hierzulande kommen wir also einigermaßen glimpflich davon. Auch Berlin wird schwitzen, denn die Stadt heizt sich auch bei solchen Temperaturen ordentlich auf.


