Wal-Fans hatten lange gehofft, dass Buckelwal Hartwin seinen Weg zurück in den Ozean findet. Doch nun sieht es so aus, als wäre alle Hoffnung vergebens gewesen: Laut den Tierschützern der Organisation „Stranded No More“, die den Wal seit Wochen beobachten, ist Hartwin in Deutschland angekommen. Eine erste Sichtung sei bestätigt worden. Ein Experte glaubt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Hartwin strandet. Droht jetzt das nächste Wal-Drama?
Buckelwal Hartwin erstmals in der Ostsee gesichtet
„Wir haben nun die Bestätigung der ersten Sichtung von Hartwin in deutschen Gewässern“, teilten die Tierschützer von „Stranded No More“ am Mittwochnachmittag mit. „Er wurde am Sonntagnachmittag, dem 5. Juli, vor Holnis gesichtet.“ Dabei handelt es sich um eine Halbinsel, die in der Ostsee nordöstlich der Stadt Glücksburg in Schleswig-Holstein liegt. „Diese Sichtung liegt etwa 5 bis 6 Kilometer von Egernsundbroen entfernt, der Sichtung von früher am selben Tag.“
Das bedeutet laut den Tierschützern von „Stranded No More“, dass Wal Hartwin noch tiefer in die Ostsee vordringen wird. Alle, die behauptet hätten, man solle den Wal in Ruhe lassen, hätten vermutlich die Geschichte von Buckelwal Timmy Hope vergessen. Der Wal sei 14 Monate lang in der Ostsee unterwegs gewesen, bevor er strandete. „Sobald Wale so tief in die Ostsee vordringen, schaffen sie es nie wieder lebend aus eigener Kraft heraus“, schreibt „Stranded No More“.

Ist das Schicksal von Buckelwal Hartwin also besiegelt – und kommt nun das nächste Wal-Drama an der Ostsee auf Deutschland zu? Ein Experte hatte schon vor Wochen davor gewarnt. Meeres-Experte Morten Aagaard sagte gegenüber dem TV-Sender „tvSyd“ in Dänemark, dass Hartwin definitiv nicht gesund sei.
- 18. Januar 2026: Bloemendaal, Niederlande
- 2. Februar 2026: Bloemendaal aan Zee, Niederlande
- 13. Mai 2026: Lofoten, Norwegen
- 23. Mai 2026: Bucht Moray Firth, Schottland
- 3. Juni 2026: South Shields, England
- 5. Juni 2026: Kruiningen, Niederlande
- 18. Juni 2026: Odden Havn auf Sjællands Odde, Dänemark
- 20. Juni 2026: Lillebælt, Middelfart, Dänemark
- 21. Juni 2026: Årø bei Årøsund, Dänemark
- 23. Juni 2026: Fænøsund, Dänemark
- 24. Juni 2026: Varnæsvig bei Aabenraa, Dänemark
- 26. Juni 2026: Einfahrt in den Als Fjord bei Stegsvig, Dänemark
- 27. Juni 2026: Aabenraa Fjord, Dänemark
- 29. Juni 2026: Sønderborg Bay, Dänemark
- 4. Juli 2026: Bascule bridge, Sønderborg, Dänemark
- 5. Juil 2026: Egernsundbroen, Dänemark
- 5. Juli 2026: Holnis, Deutschland
„Ich sehe einen Buckelwal, der an der Oberfläche schwimmt und langsam dahinschwimmt“, erklärte der Fachmann für Meerestiere. „Sein Vorderteil ist hell, und das ist ungewöhnlich. Ein Buckelwal ist normalerweise komplett dunkel und glatt, dieser hier ist rau, als hätte er einen Ausschlag oder wäre von der Sonne geschädigt.“
Experten sicher: Buckelwal Hartwin wird bald stranden
Aagaard konnte nicht genau sagen, wie viel Zeit dem Buckelwal noch bleibt. „Wale können lange durchhalten, selbst wenn es ihnen schlecht geht“, sagte er. Trotzdem rechnete er Hartwin keine guten Chancen aus. „Ich glaube nicht, dass es so lange dauern wird, bis er strandet.“ Auch der Meeresbiologe Heiko Buch-Illing hatte sich bereits zu Hartwin geäußert. „Da gibt’s keine Chance. Er wird sterben“, sagte er.


