Tierschützer, die aktuell jede Bewegung des Buckelwals Hartwin verfolgen, durchleben bange Tage – denn es könnte sich ein neues Wal-Drama anbahnen! Nachdem erst vor Wochen der Wal Timmy Hope immer wieder an der Ostseeküste strandete und später im Rahmen einer großen Rettungsaktion an die Ostsee gebracht wurde, könnte Hartwin jetzt das nächste Sorgenkind werden. Denn wieder wurde der Wal gesichtet – und er kommt der deutschen Grenze immer näher.
Buckelwal Hartwin könnte schon in Deutschland sein
Während Sie diese Zeilen lesen, könnte Buckelwal Hartwin bereits durch deutsche Gewässer schwimmen – denn schon am vergangenen Wochenende kam der Meeresgigant der deutschen Grenze immer näher. „Es gab zwei neue Sichtungen von Hartwin“, meldeten die Tierschützer von „Stranded No More“, die Hartwins Weg bereits seit Wochen verfolgen, in den sozialen Medien.
Einmal sei der Wal am Samstag, dem 4. Juli, an einer Klappbrücke in Sønderborg vor Dänemark gesehen worden. Am darauffolgenden Tag wurde Hartwin dann laut Augenzeugenberichten in Egernsundbroen beobachtet. „Die Wassertemperatur in der Gegend liegt bei etwa 19,5 Grad Celsius, sehr unangenehm für einen Buckelwal, und er befindet sich in flachem Wasser von nur 5–12 Metern Tiefe“, schreiben die Tierschützer.

Hartwin sei dort nur fünf bis sechs Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gewesen. „Er befindet sich höchstwahrscheinlich bereits in deutschen Gewässern“, heißt es. „Und niemand ist auf ihn vorbereitet. Eine weitere Tragödie bahnt sich an.“ Bereits seit Wochen fürchten die Tierschützer, dass den Buckelwal das gleiche Schicksal ereilen könnte wie Timmy Hope. Hartwin ist schon lange unterwegs, wurde am 18. Januar erstmals bei Bloemendaal in den Niederlanden gesichtet.
Die lange Reiseroute von Buckelwal Hartwin
Danach gab es Beobachtungen unter anderem bei den Lofoten in Norwegen, in der Bucht Moray Firth in Schottland, vor South Shields in England und in der Nähe von Kruiningen in den Niederlanden. Seit Mitte Juni war der Buckelwal rund um Dänemark unterwegs. Die Tierschützer riefen bereits dazu auf, Briefe an die dänischen Behörden zu schicken – und sie aufzufordern, dem Tier zu helfen.

„Hartwin verdient es, geholfen zu werden“, schrieben sie erst in der vergangenen Woche. „Er ist kein alter, kranker Wal, er ist ein Wal in Not, ein Kämpfer.“ Hartwin sei letztlich genau wie der Wal Timmy Hope. Seit sechs Monaten habe man ihm nicht geholfen, beklagt „Stranded No More“ – und das, obwohl er in zahlreichen Ländern gesichtet wurde. „Es muss ein System für Wale wie Hartwin geben. Diese Fälle werden nur zunehmen, und das nicht, weil die Population wächst.“
- 18. Januar 2026: Bloemendaal, Niederlande
- 2. Februar 2026: Bloemendaal aan Zee, Niederlande
- 13. Mai 2026: Lofoten, Norwegen
- 23. Mai 2026: Bucht Moray Firth, Schottland
- 3. Juni 2026: South Shields, England
- 5. Juni 2026: Kruiningen, Niederlande
- 18. Juni 2026: Odden Havn auf Sjællands Odde, Dänemark
- 20. Juni 2026: Lillebælt, Middelfart, Dänemark
- 21. Juni 2026: Årø bei Årøsund, Dänemark
- 23. Juni 2026: Fænøsund, Dänemark
- 24. Juni 2026: Varnæsvig bei Aabenraa, Dänemark
- 26. Juni 2026: Einfahrt in den Als Fjord bei Stegsvig, Dänemark
- 27. Juni 2026: Aabenraa Fjord, Dänemark
- 29. Juni 2026: Sønderborg Bay, Dänemark
- 4. Juli 2026: Sønderborg, Dänemark
- 5. Juli 2026: Egernsundbroen, Dänemark
Wird Buckelwal Hartwin sterben?
Allerdings glauben Experten auch, dass für Hartwin leider sowieso alle Messen gelesen sind. Für Ärger unter Wal-Fans sorgt in dem Zusammenhang ein Statement des Meeresbiologen Heiko Buch-Illing. Er sagte, dass sich Hartwin auffällig langsam bewegt, weil er offenbar bereits stark geschwächt sei. Außerdem weise der Wal eine helle Oberfläche auf – eigentlich ist die Haut von Buckelwalen aber sehr dunkel. Ein weiteres Zeichen dafür, dass es dem Tier nicht gut geht, weil Hartwin möglicherweise mit Parasiten befallen ist?


