Was nach einem Eins-a-Katastrophen-Film klingt, passiert tatsächlich: Afrika zerreißt. Und das nicht irgendwann, sondern direkt vor unseren Augen. Vom Roten Meer bis nach Mosambik zieht sich bereits heute eine gewaltige Bruchzone quer über den Kontinent. Forscher warnen: Der Riss könnte noch größer werden – mit dramatischen Folgen.
Der Kontinent bricht auseinander
Geologen sprechen vom „Großen Afrikanischen Grabenbruch“ – einer gigantischen Spalte, die sich über Tausende Kilometer zieht. Hier trennt sich langsam eine neue Erdplatte ab: die sogenannte Somaliaplatte.
Die Bewegung ist winzig, es geht um nur wenige Millimeter pro Jahr. Aber: In einigen Millionen Jahren könnte daraus ein komplett neuer Kontinent entstehen.

Neue Bruchzone entdeckt
Jetzt haben Forschende um die Geowissenschaftlerin Rūta Karolytė eine weitere Schwachstelle entdeckt – mitten im Süden Afrikas. Die Zone zieht sich von Tansania über Sambia bis nach Namibia und reicht sogar bis zum Atlantik. Und: Auch hier könnte sich die Erdkruste langsam aufreißen. Karolytė sagt dem Spiegel dazu: „Die aktuellen Beobachtungen deuten darauf hin, dass dieser Prozess bereits im Gange ist.“
Was unter der Erde passiert
Die eigentliche Ursache liegt tief unter unseren Füßen. Aus dem Erdmantel steigt heißes Gestein nach oben und schwächt die Erdkruste, bis sie irgendwann reißt. Ein Prozess, der schon vor Millionen Jahren zur Trennung des Urkontinents Pangaea geführt hat. Damals gab es nur eine Landmasse, heute sind es mehrere Kontinente.

Den entscheidenden Hinweis fanden Forscher in Sambia in einem ungewöhnlichen Stoff: Helium, das nur aus 40 bis 160 Kilometer Tiefe stammen kann. Für die Wissenschaftler ist das ein klares Warnsignal. Das „deutet darauf hin, dass sich entlang einer mehrere Tausend Kilometer langen Zone quer durch Afrika ein neuer Grabenbruch bildet“, erklärt Karolytė.
Fazit: Die Erde lebt – und verändert sich
Zweifel bleiben, nicht alle Experten sind überzeugt. Geowissenschaftler Frank Zwaan warnt beispielsweise: Die Helium-Spuren könnten auch andere Ursachen haben, etwa einen sogenannten lokalen Mantelplume, eine Art heiße Gesteinssäule aus dem Erdinneren. Ob sich wirklich ein neuer Kontinent bildet?


