Schock aus der Forschung

Afrika reißt auf – ein neuer Kontinent entsteht!

Forscher schlagen Alarm: „Der Prozess ist schon im Gange.“ Unter dem Südosten Afrikas könnte eine neue Plattengrenze entstehen.

Author - Paula Hitzemann
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Die Erdkruste unter Afrika scheint im Süden aufzureißen.
Die Erdkruste unter Afrika scheint im Süden aufzureißen.KI-generiert vom Berliner Kurier

Was nach einem Eins-a-Katastrophen-Film klingt, passiert tatsächlich: Afrika zerreißt. Und das nicht irgendwann, sondern direkt vor unseren Augen. Vom Roten Meer bis nach Mosambik zieht sich bereits heute eine gewaltige Bruchzone quer über den Kontinent. Forscher warnen: Der Riss könnte noch größer werden – mit dramatischen Folgen.

Der Kontinent bricht auseinander

Geologen sprechen vom „Großen Afrikanischen Grabenbruch“ – einer gigantischen Spalte, die sich über Tausende Kilometer zieht. Hier trennt sich langsam eine neue Erdplatte ab: die sogenannte Somaliaplatte.

Die Bewegung ist winzig, es geht um nur wenige Millimeter pro Jahr. Aber: In einigen Millionen Jahren könnte daraus ein komplett neuer Kontinent entstehen.

Der Hell’s Gate Nationalpark liegt im „Großen Afrikanischen Grabenbruch“ in Kenia – einem der größten Grabenbruchsysteme der Erde, auch bekannt als „Narbe der Erde“.
Der Hell’s Gate Nationalpark liegt im „Großen Afrikanischen Grabenbruch“ in Kenia – einem der größten Grabenbruchsysteme der Erde, auch bekannt als „Narbe der Erde“.Xie Jianfei/imago

Neue Bruchzone entdeckt

Jetzt haben Forschende um die Geowissenschaftlerin Rūta Karolytė eine weitere Schwachstelle entdeckt – mitten im Süden Afrikas. Die Zone zieht sich von Tansania über Sambia bis nach Namibia und reicht sogar bis zum Atlantik. Und: Auch hier könnte sich die Erdkruste langsam aufreißen. Karolytė sagt dem Spiegel dazu: „Die aktuellen Beobachtungen deuten darauf hin, dass dieser Prozess bereits im Gange ist.“

Was unter der Erde passiert

Die eigentliche Ursache liegt tief unter unseren Füßen. Aus dem Erdmantel steigt heißes Gestein nach oben und schwächt die Erdkruste, bis sie irgendwann reißt. Ein Prozess, der schon vor Millionen Jahren zur Trennung des Urkontinents Pangaea geführt hat. Damals gab es nur eine Landmasse, heute sind es mehrere Kontinente.

In heißen Quellen entlang des Flusses Kafue in Sambia entdeckten Forscher Spuren eines besonderen Heliums, das nur von tief unter der Erde stammen kann.
In heißen Quellen entlang des Flusses Kafue in Sambia entdeckten Forscher Spuren eines besonderen Heliums, das nur von tief unter der Erde stammen kann.imago

Den entscheidenden Hinweis fanden Forscher in Sambia in einem ungewöhnlichen Stoff: Helium, das nur aus 40 bis 160 Kilometer Tiefe stammen kann. Für die Wissenschaftler ist das ein klares Warnsignal. Das „deutet darauf hin, dass sich entlang einer mehrere Tausend Kilometer langen Zone quer durch Afrika ein neuer Grabenbruch bildet“, erklärt Karolytė.

Fazit: Die Erde lebt – und verändert sich

Zweifel bleiben, nicht alle Experten sind überzeugt. Geowissenschaftler Frank Zwaan warnt beispielsweise: Die Helium-Spuren könnten auch andere Ursachen haben, etwa einen sogenannten lokalen Mantelplume, eine Art heiße Gesteinssäule aus dem Erdinneren. Ob sich wirklich ein neuer Kontinent bildet?

Das ist noch offen. Was hier passiert, ist ein gigantischer, aber langsamer Prozess. Die Erdoberfläche, die wir für stabil halten, ist in Wirklichkeit ständig in Bewegung. Afrika könnte sich in ferner Zukunft aufspalten – so wie einst der Urkontinent Pangaea.

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