Im Altenberger Ortsteil Zinnwald, direkt an der tschechischen Grenze, wartet ein Rohstoff mit Zukunft: Lithium für Batterien. Das Erz hat dort sogar einen eigenen Namen: „Zinnwaldit“.
Eine der größten Lithium-Lagerstätten in Europa
Seit Jahren wird an der Förderung gearbeitet, nun nimmt das Projekt Fahrt auf. Marko Uhlig, Geschäftsführer von Zinnwald Lithium, sagte dem MDR: „Die Lagerstätte unter Zinnwald ist eine der größten Festgesteinslagerstätten für Lithium in Europa.“ Was bedeutet das?
Ohne Lithium gibt es keine Handy-Akkus
Festgestein bedeutet, „das Lithium ist irgendwo in Mineral eingebaut“, so Uhlig. Das Gestein sei aufwendig zu gewinnen, aber planbar und skalierbar.
Warum der Hype? Uhlig macht’s glasklar: „Was das Lithium so zukunftsträchtig macht, ist, dass es im Periodensystem ganz weit oben steht. Das heißt, es hat die größte Energiedichte. Das bedeutet: Immer dann, wenn ich leichte Batterien brauche – kleine, leichte Batterien –, komme ich am Lithium rein chemisch-physikalisch gar nicht vorbei!“ Heißt: ohne Lithium keine schlanken Akkus.

Unternehmen hat bereits 40 Millionen Euro investiert
Rund 40 Millionen Euro hat Zinnwald Lithium bereits von Privatinvestoren eingesammelt. Der Gesamtbedarf für Untertagebau, Aufbereitung und Infrastruktur liegt laut Uhlig bei bis zu einer Milliarde Euro.
Die Erkundungslizenz hält das Unternehmen seit 2011. Jetzt soll die Festgesteins‑Lagerstätte erschlossen werden.
Wenn wir nicht in die Umsetzung kommen, wenn wir uns also in den Prozessen verlieren, dann verlieren wir den Anschluss.
Akzeptanz für Bergbau in der Region wird wichtig sein
Doch Geld allein reicht nicht. Akzeptanz wird zur Schlüsselfrage. „In Deutschland haben wir uns die letzten drei Jahrzehnte nur noch mit Spätfolgen des Bergbaus beschäftigt und mit dem Ausstieg aus Bergbau. Das heißt, es gibt keine gesellschaftliche Akzeptanz oder kein gesellschaftliches Verständnis dafür: Was bedeutet das, wenn in Deutschland wieder Bergbau betrieben wird?“, sagt Uhlig.
Moderne Hightech‑Simulationen zeigen heute die Langzeitfolgen, aber überzeugen müssen die Nachbarn vor Ort.

In zehn Jahren soll ein laufendes Bergwerk stehen
Wo sieht Uhlig das Projekt in zehn Jahren? „Natürlich produzierend! Es wäre extrem wichtig, dass das Projekt in zehn Jahren ein gut laufendes Bergwerk ist. Wir müssen in Richtung der Investoren und der globalen Umstände unter Beweis stellen, dass wir das schaffen.“
Es geht um Eigenversorgung, eigene Standards und um Machtfragen in einer Welt, die um Rohstoffe ringt. Uhlig warnt: „Wenn wir nicht in die Umsetzung kommen, wenn wir uns also in den Prozessen verlieren, dann verlieren wir den Anschluss. Und nur, wer Zugriff auf Rohstoffe abgesichert hat, kann auch geopolitische Macht ausüben. Und nur über geopolitische Macht kann ich auch Standards durchsetzen, die uns wichtig sind!“
Wissenschaft gibt Rückendeckung für das Projekt
Rückendeckung gibt es aus der Wissenschaft. Professor Martin Bertau von der nahegelegenen Bergakademie ergänzt, dass heimischer Bergbau nicht nur wegen der Standards einen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch angesichts der enormen Transportwege.
„Wenn ich Klimaschutz betreiben will, dann hol ich's aus Zinnwald und nicht aus Australien, Umweg über China, oder aus Chile, mit Umweg über China. Sondern ich hol's von hier.“ Unter dem Strich, so Bertau, sei Zinnwald‑Lithium bei voller Kostenrechnung günstiger.




