Erzgebirge

Erlebnispark in Sachsen nach nur zwei Monaten insolvent

Trotz Millionen-Investition kämpft der neue Familienpark in Markersbach ums Überleben.

Author - Tobias Esters
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Der Eingang in den Freitzeitpark „Glück Auf“ im Erzgebirge
Der Eingang in den Freitzeitpark „Glück Auf“ im ErzgebirgeScreenshot: Facebook/Glück Auf - Der Erlebnispark

Schock im Erzgebirge! Der erst vor zwei Monaten eröffnete Erlebnispark „Glück Auf“ in Markersbach steckt bereits in finanziellen Schwierigkeiten. Die Betreiberfirma, die Schneider Erzgebirge Event GmbH, hat einen Insolvenzantrag gestellt. 

Millionen-Investition und große Pläne

Nach rund zwei Jahren Bauzeit war die Anlage erst Anfang Dezember eröffnet worden. Herzstück ist eine große Indoor-Spielwelt mit Kletterlandschaften, Bällebad und Erlebnisbereichen aus Holz. Ergänzt wird das Angebot durch Gastronomie und Wohnmobilstellplätze. Insgesamt sollen rund 20 Millionen Euro investiert worden sein – offenbar eine enorme Belastung für das Unternehmen.

Nach Informationen von bild.de sollen neben den hohen Baukosten vor allem ein weiteres Geschäftsfeld der Betreiberfirma Probleme gemacht haben. Demnach habe insbesondere der zum Unternehmen gehörende Holzhandel zuletzt rote Zahlen geschrieben.

Ein Blick von oben auf den Erlebnispark „Glück Auf“ in Markersbach.
Ein Blick von oben auf den Erlebnispark „Glück Auf“ in Markersbach.Screenshot: Facebook/Glück auf - Der Erlebnispark

Im Gespräch mit dem Berliner KURIER sagt Park-Sprecher Manuel Griessbach, dass nicht der Erlebnispark selbst das Hauptproblem sei. „Der Park an sich läuft gut. Seit Ende Januar haben wir wieder deutlich mehr Besucher – auch unter der Woche“, sagt Griessbach. Nach den ruhigeren Wochen nach den Weihnachtsferien habe sich der Betrieb stabilisiert. Für die Winterferien seien sogar verlängerte Öffnungszeiten eingeführt worden, inklusive Frühstücksangebot.

Die Insolvenz betreffe vor allem die gesamte Unternehmensgruppe. „Der Park ist mittelbar betroffen, aber er ist geöffnet und läuft“, betont der Sprecher.

Mitarbeiter vorerst gesichert und Park bleibt geöffnet

Trotz der finanziellen Schieflage bleibt der Erlebnispark vorerst in Betrieb. Rund 30 Beschäftigte müssen aktuell nicht um ihre Gehälter bangen. „Die Mitarbeiter sind für mindestens drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert“, erklärt Griessbach. Parallel dazu soll der Insolvenzverwalter nach Investoren suchen, um den Standort langfristig zu sichern.

Team und Betreiber hoffen weiter auf Rettung des Parks

Trotz Insolvenzantrag blickt das Team vorsichtig optimistisch nach vorn. „Die Bank, der Insolvenzverwalter und wir als Mitarbeiter stehen hinter der Idee“, sagt Griessbach. 

„Die meisten, die hier arbeiten, tun das nicht nur wegen des Jobs, sondern aus Überzeugung“, betont er. „Es wäre sehr schade, wenn dieses Konzept keine Zukunft hätte.“

Ob der Erlebnispark „Glück Auf“ die schwierige Phase übersteht, hängt nun von Investoren und den kommenden Monaten ab. Für die Region wäre ein Scheitern ein herber Verlust.