Hitze im Anmarsch

34‑Grad‑Pfingsten! Und El Niño sorgt für die nächste Wetter‑Wende

Deutschland erlebt zu Pfingsten einen frühen Hitze‑Kick: bis zu 34 Grad, Sonne satt, Sommerluft aus Spanien und Nordafrika. So warm wird es wirklich.

Author - Stefan Henseke
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Dominik Jung von wetter.net steht vor einer Wetterkarte des kanadischen Wettermodells für Pfingstmontag. Mit Temperaturen von bis 33 Grad in Rheinland‑Pfalz und Baden‑Württemberg.
Dominik Jung von wetter.net steht vor einer Wetterkarte des kanadischen Wettermodells für Pfingstmontag. Mit Temperaturen von bis 33 Grad in Rheinland‑Pfalz und Baden‑Württemberg.wetter.net/youtube

Das Wetter am kommenden Pfingstwochenende macht wie der ESC „Bangaranga“. Bei uns wird es wärmer als in Bulgarien. Die Wettermodelle gehen durch die Decke. Sommer oder gar Hochsommer? „Raus aus dem Tal der Kälte und rein in die Wärme!“, verspricht Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. „Wir kommen richtig ins Schwitzen.“ Bis zu 20 Grad wärmer als am Vatertag könnte es werden.

Hitzehammer am Rhein – und Berlin zieht nach

Dominik Jung gerät ins Staunen – über das kanadische Wettermodell, das die größte Hitze auspackt. Es sagt für Pfingstmontag und Dienstag einen sehr frühen Hochsommer voraus. Am Montag: bis zu 33 Grad in Rheinland‑Pfalz und Baden‑Württemberg. Banga! Auch 30, 31 Grad in Richtung Berlin‑Brandenburg. Ranga!

Und für den Dienstag spucken Kanadas Wetterforscher sogar 34 Grad entlang des Rheins aus. Auch warm: 28 Grad in Berlin und Brandenburg, 30 bis 31 Grad in Bayern. Ähnlich am Mittwoch.

„Das kanadische Wettermodell sagt wirklich eine waschechte Hitzewelle voraus“, sagt Dominik Jung. „Aber man muss abwarten.“ Sicher ist: Es wird kein kaltes Wochenende wie über Himmelfahrt. Wir liegen an diesem Wochenende bis zu 20 Grad höher als am Vatertag.

In der kommenden Nacht ist aber von großer Wärme und trockenem Wetter erstmal noch wenig zu sehen. Es ziehen sogar neue Regenwolken von Westen her heran. Die Tenperaturen fallen auf 9 bis 12 Grad.

Sommerhoch rollt aus Spanien an

Doch das Sommerhoch für Pfingsten ist im Anmarsch. Es kommt langsam von Spanien über Frankreich zu uns. Am Mittwoch bleibt es vorerst sehr wechselhaft – mit einzelnen Schauern, im Süden können auch kurze Gewitter dabei sein. „Aber die Warmluftmassen kommen schon so ganz langsam im Südwesten an“, verspricht der Meteorologe. Bei 20 bis 22 Grad im Süden, 19 Grad in Berlin und Brandenburg und 18 Grad an der Ostsee.

Am Donnerstag wird es langsam freundlicher. Das Hoch rückt noch näher heran. Im Südwesten gibt es da schon recht viel Sonnenschein bei 22 bis 25 Grad. Nur im Nordosten bleibt es noch kühler und wechselhafter – bei 18 bis 21 Grad mit einzelnen Schauern.

Der Freitag markiert dann die Wetterwende. Die Schauer verziehen sich. Selbst an der Ostsee gibt es schon sonnige 20 Grad. Im Südwesten wärmt es sich bis 28 Grad auf. Freibadwetter, verspricht Dominik Jung.

Pfingstsamstag bekommen wir Besuch. Aus Nordafrika. Saharastaub ist auf dem Weg zu uns und bringt die warmen Luftmassen mit. „„Es wird richtig warm werden, heiß sogar“, sagt Dominik Jung. Im Südwesten, im Breisgau, sind 30 Grad möglich – das wäre der erste Hitzetag des Jahres. Für die Ostsee werden angenehme 23 Grad vorausgesagt. Sonst überall 26 bis 28 Grad, 27 Grad in Berlin und Brandenburg.

Am Pfingstsonntag soll es dann kurzzeitig wieder ein wenig kühler werden: 18 Grad an der Ostsee, 23 bis 24 Grad im Osten. Nur südlich der Mainlinie bleibt es heiß – bei 28 bis 31 Grad. Das eine oder andere kurze Gewitter ist hier nicht auszuschließen.

Und dann der Pfingstmontag. Ganz so krass wie das kanadische Wettermodell schaut Dominik Jung nicht auf diesen Tag. Auch er sagt zwar, dass die Sonne überall wieder mit Macht zurückkomme. Doch Jung bleibt vorsichtig. Er spricht von 24 Grad (Berlin und Brandenburg) bis 31 Grad (im Südwesten).

Das Gute für Sonnenanbeter: Der Pfingstsommer geht auch nach Pfingsten weiter, sagt der Experte von wetter.net. Mindestens bis zum Freitag bleibt es sommerlich warm.

El Niño? Meteorologe bremst die Panik

Apropos Sommer: Wegen El Niño soll ein Hitzesommer auf uns zukommen. Doch Dominik Jung, der sich sonst nie für eine Zuspitzung beim Wetter zu schade ist, gibt Kontra. „Diese Schlagzeile war völliger Quatsch. Auf uns kommt da gar nichts zu. Auf uns in Deutschland. Zumindest nicht wegen El Niño.“

Richtig sei, dass ein starkes El‑Niño‑Ereignis zu erwarten ist. Doch das präge vor allem das Wetter auf der Südhalbkugel. Für uns in Deutschland zeigen die Langfristmodelle momentan keinen Hitzesommer an. „Wir sehen einen Sommer, der leicht wärmer als üblich ist“, sagt der Meteorologe. Es gehe vielleicht um 0,5 bis 1 Grad nach oben.

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