„Mercedes des Ostens“

Lada in Deutschland insolvent: Aus für die Kult-Autos der DDR

Die Automarke aus Russland war hierzulande schon lange auf dem absteigenden Ast. Nun hat der deutsche Importeur den Betrieb eingestellt.

Author - Florian Thalmann
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Für die Autos war erst der Name Schiguli üblich, später wurden die Pkw aus Russland auch in der DDR nur noch Lada genannt.
Für die Autos war erst der Name Schiguli üblich, später wurden die Pkw aus Russland auch in der DDR nur noch Lada genannt.Vsevolod Tarasevich/imago

Sie waren in der DDR Kult – doch nun ist in Deutschland endgültig Schluss mit den Autos aus Russland! Der deutsche Importeur von Lada ist laut einem Bericht der BILD insolvent und hat den Betrieb eingestellt. Damit verlieren die zehn letzten Mitarbeiter bei dem Unternehmen in Buxtehude ihren Job.

Lada meldet Insolvenz an: Aus für Kult-Auto der DDR

Die Geschichte der Automarke Lada begann in den 1960er-Jahren. Damals wurde in der Sowjetunion beschlossen, dass man ein Auto für jedermann bauen wollte. Zwischen 1966 und 1969 wurde dann das Automobilwerk Wolschski awtomobilny sawod (WAS) in der Oblast Samara in Russland gebaut.

Auf einer Fläche von 634.000 Quadratmetern wurden hier Autos produziert. Es wurden so viele der Pkw verkauft, dass die Kosten für den Bau der Fabrik schon 1973 erwirtschaftet waren.

Die Autos waren natürlich ein Hit in den Ostblock-Ländern. In der DDR wurden sie im Volksmund als „Mercedes des Ostens“ bezeichnet. Der zunächst verwendete Name für die Autos war „Schiguli“, später bekam das Auto aber auch in der DDR den Namen Lada, der sich zuvor schon in anderen Exportländern etabliert hatte. Der Wagen fuhr auf Rekordkurs: Im Laufe der Jahre entstanden sieben Typen des Fahrzeugs, insgesamt 17,3 Millionen Exemplare wurden gebaut.

DDR-Eisprinzessin Katarina Witt ließ sich im Jahr 1988 in ihrem Lada ablichten.
DDR-Eisprinzessin Katarina Witt ließ sich im Jahr 1988 in ihrem Lada ablichten.Camera4/imago

Im Jahr 1976 waren die Ladas sogar die Automobilreihe mit der größten Stückzahl. 682.000 Exemplare verließen das Werk. Im Laufe der Zeit kamen dann weitere Modelle hinzu, etwa der Geländewagen namens Niva, der in den 2000er-Jahren als Neuwagen für Preise teilweise unter 10.000 Euro zu haben war. Zum Vergleich Preise aus der Zeit vor der Wende: In der DDR kostete der Niva im Jahr 1988 mit 37.090 Mark wesentlich mehr Geld als in Westdeutschland mit  14.490 D-Mark.

Schluss mit Autos von Lada in Deutschland

Doch nun ist auch in Deutschland endgültig Schluss mit den Russen-Fahrzeugen: Beim Amtsgericht Tostedt wurde durch die Lada Automobile GmbH Buxtehude laut einem Bericht von BILD ein Insolvenzantrag gestellt. Der Betrieb des Unternehmens sei bereits im Dezember 2025 stillgelegt worden, bestätigte der Insolvenzverwalter.

In den Werkstätten der DDR wurden auch Ladas repariert.
In den Werkstätten der DDR wurden auch Ladas repariert.Sächsische Zeitung/imago

Ein Grund für die Insolvenz seien die Absatzzahlen gewesen - und die Tatsache, dass niemand mehr das Unternehmen übernehmen wollte. „Ein Käufer für das seit längerer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindliche Unternehmen konnte nicht gefunden werden. Ein bislang identifizierter Insolvenzgrund waren die seit Jahren stark rückläufigen Verkaufszahlen.“

Mit Lada ging es in Deutschland schon länger bergab

Schon länger ging es mit Lada bergab. Seit April 2019 war der Autobauer nicht mehr im europäischen Automobilgeschäft tätig. Dadurch, dass es aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu Sanktionen gegen Russland kam, bröckelte auch das Geschäft mit aufgerüsteten Ladas. Der Tiefpunkt war 2024 erreicht: Da wurden in Deutschland nur noch 33 Ladas neu zugelassen.

Erinnern Sie sich an die Autos von Lada? Hatten Sie selbst einen der russischen Wagen? Und was halten Sie von der Insolvenz der Firma? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!