Leere Kassen

Krimi-Auszeit! MDR spart bei „Tatort“ und „Polizeiruf 110“

Der MDR verschärft seinen Sparkurs. Krimi‑Pause bei „Tatort“ und „Polizeiruf 110“, weniger Podcasts, Einschnitte im Programm – das steckt dahinter.

Author - Sebastian Karkos
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Beim MDR wird nun auf jeden Euro geachtet.
Beim MDR wird nun auf jeden Euro geachtet.imago

Schlechte Nachrichten für Fans des MDR. Der Mitteldeutsche Rundfunk verschärft seinen Sparkurs spürbar. Der Sender hat Sparprogramm beschlossen, das bis Ende 2028 Einsparungen von 160 Millionen Euro vorsieht. Die Maßnahmen betreffen Information, Unterhaltung und digitale Angebote – und werden für das Publikum deutlich sichtbar sein.

Das ARD-Mittagsmagazin wechselt zum NDR

Zuletzt war bekannt geworden, dass der MDR die Produktion des ARD‑Mittagsmagazins aus Kostengründen an den NDR abgeben will. Das regionale Magazin „MDR um 2“ soll zwar fortgeführt werden, künftig jedoch nur noch als Streaming-Angebot. Diese Entscheidungen wurden in Rundfunk- und Verwaltungsrat diskutiert, doch sie bleiben nicht die letzten Einschnitte.

Das ist neu geplant: Der MDR will sowohl beim „Tatort“ als auch beim „Polizeiruf 110“ für drei Jahre keine neuen Filme produzieren. MDR‑Intendant Ralf Ludwig stellte diese Maßnahme laut des Medienmagazins „DWDL“ am Montag dem Rundfunkrat vor. Bereits fertiggestellte und vertraglich abgesicherte Produktionen sollen zwar noch ausgestrahlt werden, mittelfristig wird es jedoch keine oder nur sehr wenige neue Krimis aus dem MDR-Sendegebiet geben.

Peter Kurth (l.) und Peter Schneider bei der Polizeiruf-Folge „Der Dicke liebt“.
Peter Kurth (l.) und Peter Schneider bei der Polizeiruf-Folge „Der Dicke liebt“.MDR/HA Kommunikation

Schon das Ende des „Polizeiruf“-Teams um Peter Kurth und Peter Schneider hatte bei Publikum und Kritik für Verwunderung gesorgt – nun wird deutlich, dass dies Teil eines größeren Sparkonzepts ist. Als Hauptgrund nennen die Leipziger die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025.

Der Etat muss weiter Stück für Stück gesenkt werden

Dadurch sei eine erhebliche Finanzierungslücke entstanden. „Wäre die von der KEF empfohlene Beitragsanhebung umgesetzt worden, müssten wir diesen einschneidenden Weg nicht gehen“, erklärte Intendant Ludwig. Die fehlenden Einnahmen könnten nicht länger kompensiert werden, weshalb ab 2027 eine weitere Etatabsenkung notwendig sei.

Neben linearen Programmen treffen die Sparmaßnahmen auch digitale Angebote. Die Social‑Media‑Aktivitäten sollen um rund 30 Prozent reduziert werden, Podcasts mit weniger als 6.000 monatlichen Abrufen werden eingestellt – Ausnahmen soll es nur geben, wenn ein besonderer öffentlich‑rechtlicher Auftrag erfüllt wird.

Zudem steht fest, dass MDR Sputnik ab 2027 nicht mehr über UKW sendet. Trotzdem investiert der MDR punktuell weiter. So sollen die drei Landesmagazine um 19 Uhr künftig auch an Feiertagen ausgestrahlt werden. In wie weit sich das Gesicht des MDR nun ändern wird, bleibt abzuwarten.

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