Beim KURIER stöbern wir mit Freude immer wieder in alten Kochbüchern aus der DDR – und freuen uns, wenn wir auf besondere Rezepte stoßen, die man heute einfach nicht mehr kennt und die vielleicht sogar in der DDR nicht regelmäßig auf den Tisch kamen. Manchmal sind es die kleinen, unscheinbaren Gerichte, die es wirklich in sich haben. Haben Sie etwa schonmal was von Bockwurst „Lukullus“ gehört? Diese besondere Wurst-Variation haben wir in einem Buch entdeckt – und sie ist definitiv nichts für schwache Nerven. Was verbirgt sich hinter dem Begriff – und wie bereitet man die Lukulluswürste zu?
Kennen Sie Bockwurst Lukullus? Kracher aus der DDR
Der Begriff Lukullus wurde in den DDR-Kochbüchern gern und häufig verwendet – immer dann, wenn ausgedrückt werden sollte, dass ein Gericht besonders luxuriös oder kulinarisch wertvoll ist. Das Wort geht übrigens auf den Römer Lucius Licinius Lucullus zurück, der nach seiner Karriere als Feldherr für seinen extremen Luxus, seine Gastmähler und als Importeur neuer Früchte berühmt wurde.
Der Überlieferung nach war er es, der beispielsweise Kirschen nach Rom brachte, die man damals noch nicht kannte. Als lukullisch wird all das bezeichnet, was üppig, raffiniert oder besonders köstlich ist. Üppig sind die Bockwürste Lukullus in jedem Fall.
Aber: Was steckt denn nun in dem Gericht? Es handelt sich um Bockwürste, die mit Käse gefüllt, mit Speck umwickelt und mit Beilagen nach Wahl serviert werden. Am ehesten zu vergleichen sind sie vermutlich mit den bekannten Berner Würstchen, doch die DDR-Würste sind nochmal ein ganz anderer Kaliber. Wer auf die schlanke Linie achtet, sollte von diesen Würstchen definitiv die Finger lassen. Alle anderen finden hier ein geniales Gericht, das der ganzen Familie schmeckt und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Vorhang auf für die Lukulluswürste aus der DDR!
Zutaten für Bockwurst Lukullus
Sie brauchen: 4 Bockwürste, etwas Senf, 2 Ecken Schmelzkäse, 4 Scheiben Speck, etwas Butter und Öl, kleine Holzspieße
Zubereitung: So braten Sie die Lukulluswürste
Zuerst halbieren Sie die Bockwürste der Länge nach. Jede Hälfte wird dann mit etwas Senf bestrichen. Dann packen Sie die Schmelzkäseecken aus und schneiden Sie den Käse in möglichst dünne Scheiben. Belegen Sie jeweils eine Hälfte jeder Bockwurst mit dem Schmelzkäse und legen Sie die andere Bockwursthälfte darauf.

Nun wird der dünne Speck – verwenden Sie am besten die klassischen, langen Baconscheiben – um die Würste gewickelt. Achten Sie darauf, dass die Würste möglichst fest umwickelt sind und es keine Zwischenräume gibt, damit beim Braten nicht zu viel Käse herausläuft. Anschließend sollten Sie alles etwas fixieren – das geht am besten mit kleinen Holzspießen oder Zahnstochern, die Sie durch die Würste stecken. Zur Not hilft auch etwas Faden zum Fixieren der Bockwurst Lukullus.


