Echtes DDR-Rezept

Bockwurst „Lukullus“: Diese Wurst ist nichts für schwache Nerven!

Mit Käse gefüllt, in Speck gewickelt: Bockwurst Lukullus war ein echter DDR‑Kracher – deftig, üppig und überraschend einfach gemacht.

Author - Florian Thalmann
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Bockwurst Lukullus macht aus der schnöden Bockwurst ein echtes Festessen. Sie wird mit Käse gefüllt, mit Speck umwickelt und dann angebraten. Lecker, aber kalorienreich!
Bockwurst Lukullus macht aus der schnöden Bockwurst ein echtes Festessen. Sie wird mit Käse gefüllt, mit Speck umwickelt und dann angebraten. Lecker, aber kalorienreich!Illustration: Berliner KURIER

Beim KURIER stöbern wir mit Freude immer wieder in alten Kochbüchern aus der DDR – und freuen uns, wenn wir auf besondere Rezepte stoßen, die man heute einfach nicht mehr kennt und die vielleicht sogar in der DDR nicht regelmäßig auf den Tisch kamen. Manchmal sind es die kleinen, unscheinbaren Gerichte, die es wirklich in sich haben. Haben Sie etwa schonmal was von Bockwurst „Lukullus“ gehört? Diese besondere Wurst-Variation haben wir in einem Buch entdeckt – und sie ist definitiv nichts für schwache Nerven. Was verbirgt sich hinter dem Begriff – und wie bereitet man die Lukulluswürste zu?

Kennen Sie Bockwurst Lukullus? Kracher aus der DDR

Der Begriff Lukullus wurde in den DDR-Kochbüchern gern und häufig verwendet – immer dann, wenn ausgedrückt werden sollte, dass ein Gericht besonders luxuriös oder kulinarisch wertvoll ist. Das Wort geht übrigens auf den Römer Lucius Licinius Lucullus zurück, der nach seiner Karriere als Feldherr für seinen extremen Luxus, seine Gastmähler und als Importeur neuer Früchte berühmt wurde.

Der Überlieferung nach war er es, der beispielsweise Kirschen nach Rom brachte, die man damals noch nicht kannte. Als lukullisch wird all das bezeichnet, was üppig, raffiniert oder besonders köstlich ist. Üppig sind die Bockwürste Lukullus in jedem Fall.

Aber: Was steckt denn nun in dem Gericht? Es handelt sich um Bockwürste, die mit Käse gefüllt, mit Speck umwickelt und mit Beilagen nach Wahl serviert werden. Am ehesten zu vergleichen sind sie vermutlich mit den bekannten Berner Würstchen, doch die DDR-Würste sind nochmal ein ganz anderer Kaliber. Wer auf die schlanke Linie achtet, sollte von diesen Würstchen definitiv die Finger lassen. Alle anderen finden hier ein geniales Gericht, das der ganzen Familie schmeckt und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Vorhang auf für die Lukulluswürste aus der DDR!

Zutaten für Bockwurst Lukullus

Sie brauchen: 4 Bockwürste, etwas Senf, 2 Ecken Schmelzkäse, 4 Scheiben Speck, etwas Butter und Öl, kleine Holzspieße

Zubereitung: So braten Sie die Lukulluswürste

Zuerst halbieren Sie die Bockwürste der Länge nach. Jede Hälfte wird dann mit etwas Senf bestrichen. Dann packen Sie die Schmelzkäseecken aus und schneiden Sie den Käse in möglichst dünne Scheiben. Belegen Sie jeweils eine Hälfte jeder Bockwurst mit dem Schmelzkäse und legen Sie die andere Bockwursthälfte darauf.

Die Lukullus-Bockwürste werden mit Speck umwickelt und dann gebraten. Auch die Käsefüllung macht sie zum echten Genuss.
Die Lukullus-Bockwürste werden mit Speck umwickelt und dann gebraten. Auch die Käsefüllung macht sie zum echten Genuss.Illustration: Berliner KURIER

Nun wird der dünne Speck – verwenden Sie am besten die klassischen, langen Baconscheiben – um die Würste gewickelt. Achten Sie darauf, dass die Würste möglichst fest umwickelt sind und es keine Zwischenräume gibt, damit beim Braten nicht zu viel Käse herausläuft. Anschließend sollten Sie alles etwas fixieren – das geht am besten mit kleinen Holzspießen oder Zahnstochern, die Sie durch die Würste stecken. Zur Not hilft auch etwas Faden zum Fixieren der Bockwurst Lukullus.

Erhitzen Sie dann in einer ausreichend großen Pfanne etwas Öl und Butter und braten Sie die Lukulluswürste darin gründlich an, bis sie schön gebräunt sind. Auch auf dem Grill können Sie die DDR-Würste zubereiten. Anschließend werden sie entweder mit Reis oder Brot und einem frischen Salat serviert – ein Gurkensalat süß sauer passt perfekt dazu. Aber auch leckeren Bohnensalat nach einem Rezept von Oma können Sie dazu reichen – oder aber klassischen Weißkraut- und Rotkrautsalat. Guten Appetit!

Welche Rezepte aus dem Osten bereiten Sie besonders gern zu? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!