Die Zeitumstellung wurde 1980 in Europa eingeführt, um Strom zu sparen. Weil es länger hell ist, brennt das Licht nicht so lang. Doch die Rechnung geht nicht auf – stattdessen kommt uns die Zeitumstellung im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen.
Wenn die Tage heller werden, gibt es nur noch eine Sache, vor der wir uns wirklich fürchten: Die Stunde, die uns Ende März an Schlaf geraubt wird. Die Zeitumstellung, besonders zur Sommerzeit hin, ist für Mensch und Tier gefährlich. Innerlich klammert man sich an zwei Sachen, mit der man sich durch den Schlafentzug tröstet: Abends ist es länger hell und wir sparen Energie. Doch Letzteres ist nicht wahr – wahrscheinlich kostet uns die Zeitumstellung sogar bares Geld.
Schon die DDR hatte Einwände gegen die Zeitumstellung
Die DDR hat es schon in den 1980 während der ursprünglichen Diskussion um die Einführung der Sommerzeit geahnt. Sie hatte zunächst Einwände gegen die Zeitumstellung erhoben. Die Begründung? Das wenige, was an Strom eingespart wurde, werde andernorts umso mehr verbraucht. Inzwischen stimmen viele Experten dieser Einschätzung zu, auch weil sich technisch viel geändert hat.
Während Lampen inzwischen ziemlich wenig Energie verbrauchen, verbrauchen Klimaanlagen immer mehr. Gleichzeitig wird mehr Heizenergie verbraucht, weil Menschen früher aufstehen. Wie das Umweltbundesamt einschätzt, dürfte die Energieersparnis daher zu vernachlässigen sein. Die Sommerzeit hat sich wirtschaftlich nicht ausgezahlt.

Schließlich gingen Forscher der Frage nach, ob nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall sein könnte. Kostet uns die Zeitumstellung etwas? Die größte Studie zu dem Thema gab es 2008 an der University of California. Sie untersuchte, was die „Daylight Savings Time“, die dort erst 2006 eingeführt wurde, für Auswirkungen hatte.
Der Energieverbrauch, so die Studie, ist in der Folge um ein Prozent gestiegen. Allein in Indiana errechneten sie Kosten von 8,6 Millionen Dollar jährlich, plus 1,6 bis 5,3 Millionen Dollar für die zusätzliche Umweltverschmutzung. Die Wissenschaftler erklärten sich das Phänomen damit, dass Bürger morgens mehr heizten und abends die Klimaanlagen länger laufen ließen.



