Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht, doch besonders bei der Umstellung zur Sommerzeit erlebt der Biorhythmus totales Chaos. Müdigkeit, Gereiztheit und im schlimmsten Fall sogar ernsthafte Krankheiten sind die Folge. Was wirklich mit dem Körper passiert, der aus dem Takt gerät.
Auf die Zeitumstellung reagieren viele Menschen extrem sensibel. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Migräne, Magen-Darm-Ärger und sogar Herzinfarkte und Schlaganfälle treten nach der Zeitumstellung häufiger auf. Selbst wer selbst nicht betroffen ist, bekommt die Folgen häufig mit, durch die vermehrten Unfälle im Verkehr und am Arbeitsplatz.
Die Zeitumstellung macht uns müde, schlapp und krank
Eine Umfrage der Krankenkasse DAK zeigt: 30 Prozent der Deutschen müssen durch die Zeitumstellung auf die Sommerzeit mit echten Problemen kämpfen, vor allem mit Müdigkeit, Schlappheit und Schlafstörungen. Vor allem Frauen und Menschen zwischen 45 und 59 Jahren sind davon betroffen. Laut der Schmerzklinik Kiel schießen in der Woche (und besonders montags!) nach der Zeitumstellung zur Sommerzeit Migräneattacken nach oben – stellen wir die Uhren wieder zurück auf Winterzeit, gibt es sogar weniger Anfälle.

Nach der Umstellung auf die Sommerzeit häufen sich auch Herzinfarkte. Das zeigen Studien. 24 Prozent mehr Infarkte gibt es laut einer US-Studie am Montag nach der Zeitumstellung, andere Studien sprechen von rund vier Prozent mehr in der ersten Woche. Die Zeitumstellung ist also auch für Männer und Herzpatienten gefährlich.
Experten: Winterzeit ist das beste für uns
Die Zeitumstellung sollte am besten abgeschafft werden, da sind sich die meisten einig – dass sie noch besteht, liegt daran, dass sich die EU-Länder nicht darauf einigen können, welche Zeit denn nun zur Normalzeit werden soll. Dabei sind sich Schlafmediziner und Chronobiologen weitgehend einig, dass die Winterzeit am gesündesten wäre. Das liegt daran, dass die meisten Menschen eher „Eulen“ sind, also morgens schwer wach werden, dafür aber abends länger fit sind. Die Sommerzeit zwingt sie dauerhaft zu einem Leben gegen die innere Uhr. Das nennt sich sozialer Jetlag und macht auf Dauer krank, dick und müde.

Besonders hart trifft es Menschen im Schichtdienst. Studien zeigen, wer jahrelang in wechselnden Schichten arbeitet, hat ein deutlich erhöhtes Sterberisiko. Der Körper findet einfach keinen Rhythmus mehr. Unser Gehirn steuert mit einer Mini-Zentrale (kaum größer als ein Reiskorn) den gesamten Tagesrhythmus. Licht ist dabei der wichtigste Taktgeber. Fast zehn Prozent unserer Gene arbeiten je nach Tageszeit unterschiedlich – das beeinflusst Hormone, Herz, Immunsystem, Heilung und sogar Krebswachstum.


